
Unser Postschiff hat Harstad verlassen und wir nähern uns jetzt Tromsø. Hier haben wir einen Ausflug gebucht, denn hier sind die Sehenswürdigkeiten nicht so nah beisammen. Ich war ja schon hier, aber weil es mir so gut gefallen hat, schaue ich mir alles gerne nochmal an. Hier geht’s zu unseren ersten Erlebnissen in Tromsø mit Mitternachtssonne und Huskies.
Inhalt
Tromsø – herrlich abwechslungsreich
Der Bus fährt uns bis zur Talstation der Luftseilbahn Fjellheisen, die uns bequem auf den Hausberg Storsteinen bringt. Dort oben geniessen wir die tolle Aussicht – das verschneite Tromsø lieg uns zu Füssen. Im Restaurant wärmen wir uns mit Kaffee und Zimtschnecke (was denn sonst?!) auf, bevor es wieder talwärts geht.

Nächste Station ist die Eismeerkathedrale, die keine echte Kathedrale (keine Bischofskirche) ist und eigentlich Tromsdalen kirke heisst. Aber das Bauwerk ist so beeindruckend, dass sich niemand an diesem Übernamen stört, schliesslich ist es ja auch das Wahrzeichen von Tromsø. Auf der südgehenden Route, also auf unserem Rückweg, wird in der Kirche sogar ein Mitternachtskonzert geboten.

Aber jetzt bewundern wir erst einmal diese Kirche, die vom Architekten Jan Inge Hovig entworfen und 1965 geweiht wurde. Das Dach, das bis zum Boden reicht, erinnert an aufgeschichtete Eisplatten. Das 23 Meter hohe Glasmosaik wurde erst ein paar Jahre später von Victor Sparre geschaffen. Für die Darstellung «Die Wiederkehr Jesus» wurden elf Tonnen Glas verarbeitet.

Ein nicht minder erstaunliches Gebäude ist das Polaria, ein Museum, das gleichzeitig Aquarium ist. Auch hier erinnert die Aussenhülle an Eisschollen, die aneinandergelehnt sind. Im Innern sind nicht nur Seehunde zu sehen – sie tun mir etwas leid… – sondern auch allerlei andere Lebewesen, die in dieser polaren Region leben. Die interaktive Ausstellung gibt spannende Einblicke und ist auch für Kinder gut geeignet.




Nordlichter bei Skiervøy
Sehr oft wird Tromsø im Zusammenhang mit Nordlichtern erwähnt, es gilt geradezu als Einfallstor der Nordlichtjäger. In Tromsø selber haben wir kein Glück, aber bei Skiervøy, etwa in der Mitte zwischen Tromsø und Hammerfest. Wir sind zwar schon in unseren Kojen, als der Nordlichtalarm losgeht, aber das hält uns nicht davon ab, uns nochmals umzuziehen. Es hat sich gelohnt! Schlaf nachholen geht später noch.



Honningsvåg, das Tor zum Nordkap
In Honningsvåg herrscht Hudelwetter! Einmal mehr… Erst bei der Rückkehr von unserem Ausflug zeigt sich die Stadt von ihren schönen Seiten. Viel Zeit haben wir hier zwar nicht, aber für ein paar Eindrücke reicht es dann doch.




Ab Honningsvåg werden den Hurtigruten-Gästen gleich mehrere Ausflüge angeboten. klassisch natürlich das Nordkap. Es liegt 514 Kilometer nördlich des Polarkreises und ist seit 1999 der nördlichste, vom Festland aus per Strasse erreichbare Punkt Europas. Wohl millionenfach fotografiert ist der Globus, der neben der Nordkaphalle mit Restaurant, Poststelle und Souvenirläden steht. Das Nordkap haben wir aber schon vor Jahren besucht, weshalb wir uns für die Fischerdörfer entscheiden.
Weihnachten am Kap
Bevor wir das Dorf Skarsvåg erreichen, hält der Bus im Irgendwo. Erst die Ausführungen des Guides erklären den Stopp: Wir sehen links die Halbinsel, auf welcher der berühmte Globus des Nordkaps steht. Wir lassen es links liegen und fahren zum Haus von Santa Claus weiter. Okay, Weihnachten liegt noch nicht allzu weit zurück… Also geniessen wir mehr Kaffee und Kuchen als Shopping.




Kunst am Kap
Gestärkt fahren wir weiter nach Kamoyvær, einem Fischerdörfchen, das alleine schon den Ausflug lohnt. Der Hafen ist voller Fischerboote, Fische hängen zum Trocknen, und schliesslich gelangen wir zur einzigen Galerie hier in der Nähe des Nordkaps: «East of the Sun», wie die Galerie in einem der privaten Häuschen heisst, gehört der Deutschen Eva Schmutterer.


Der Liebe wegen ist Eva an diesem «Ende Europas» gelandet und geblieben. Ihre wunderschönen Collagen sind von der arktischen Natur beeinflusst und kosten als gerahmte Drucke kein Vermögen. Es handelt sich um die mit Abstand schönsten Souvenirs, die man vom hohen Norden mitbringen kann!

Im Handgepäck zwei Bilder von Eva, geht’s zurück aufs Postschiff. Was uns in Kirkenes erwartet und wie wir durch den Schneesturm kommen, erfährst Du in der Fortsetzung.

Infos zur Postschiffreise mit Hurtigruten
Alle Informationen haben wir auf einer eigenen Seite zusammengefasst.
>>>> Hier geht’s zur Postschiff-Infoseite.
© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz Jucker | TravelExperience.ch | 2020
Offenlegung: Im Rahmen einer Reportage fürs Bucketlist Magazin waren wir von Glur Reisen zu dieser Recherchereise eingeladen. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön!
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