Alt neben neu, modern neben traditionell – Singapur hat so viele Facetten, dass drei Tage niemals für eine Eroberung reichen. Was man in dieser kurzen Zeit im «reduzierten Akklimatisierungsmodus» dennoch so alles sehen kann.
Marina Bay Sands, ArtScience Museum und Hotel in Singapur
Wir haben schon viele Bilder dieses Wahrzeichens von Singapur gesehen, aber wenn man das Marina Bay Sands mit dem Skypark in luftiger Höhe in Realität sieht, ist es schon etwas anderes…

Bevor wir unsere Kreuzfahrt mit der Oceania Riviera von Singapur nach Sydney (Link zu Teil 1 und Link zu Teil 2) beginnen, geniessen wir drei Tage in Singapur. Wir sind sogar noch einen Tag vor dem offiziellen Reiseprogramm von Pfister Kreuzfahrten angereist und haben so die Möglichkeit, uns gemütlich ans warme Klima zu gewöhnen. Morgens um fünf Uhr kommen wir an, bringen Immigration und Gepäckausgabe schnell und unkompliziert hinter uns und werden zum Hotel The Robertson House gefahren.

Eingang vom Hotel The Robertson House, Singapur
Der gepflegte Eingangsbereich des Hotels The Robertson House.

Wir haben ein Tageszimmer gebucht, denn ich will mein Medikamenten-Kühlgerät nicht noch lange herumtragen müssen und ans Elektrisch anschliessen. (Mehr dazu gibt’s im separaten Beitrag «Mit gekühlten Medikamenten reisen». Link folgt) Das Zimmer ist für Reisende mit drei oder mehr Koffern dann schon etwas eng, aber wir arrangieren uns. Wir haben Aussicht auf eine Grossbaustelle und einen chinesischen Tempel.

Hippes Flussufer meerwärts

Weil das Hotel nahe am Singapore River liegt, erkunden wir erst einmal die Ufer flussabwärts. Sie sind von internationalen Restaurants und hippen Bars gesäumt, die zur Einkehr einladen. Von der Zeitverschiebung und dem Flug noch ein wenig durch den Wind, geniessen wir das eine oder andere Glas Wein mit Blick auf den Fluss.

Riverside Point, Singapur
Restaurants und Shopping Mall Riverside Point am Singapore River.
Schiffe am Clarque Quai Station, Singapur
Am Clarke Quai legen die Schiffe an und lässt sich gemütlich flanieren.
Liebesschlösser-Herz in Singapur
Das instagramable «Schlösser-Herz» sieht von weitem schon ziemlich voll aus…

Ein unerwarteter Höhepunkt wird uns auf der Höhe des Einkaufszentrums The Riverwalk geboten: Mitten auf dem Weg am Fluss räkeln sich Otter, kuscheln und stupsen sich gegenseitig und lassen sich von den Zweibeinern nicht im Mindesten beeindrucken! Wir sind grad hin und weg, denn wer würde mitten in einer solchen Grossstadt schon Otter erwarten?! Zu verdanken ist dies übrigens einer grossen Flussreinigungsaktion!

Nachdem wir den Otterlis und den Schiffen eine Weile zugeschaut haben, beschliessen wir, auch eine Flussfahrt zu unternehmen. Ticket gekauft, kurz gewartet und eingestiegen. Die Gebäude an der Marina Bay sind echt beeindruckend! Vor allem das Hotel Marina Bay Sands, das an ein Schiff auf drei Säulen erinnert. Völlig verrückt! Es gibt dort oben eine Bar, in der man mit Glück einen Platz mit Aussicht bekommt – so sagt man uns.

Merlion, das Fabelwesen halb Löwe, halb Fisch in Singapur
Merlion, der wasserspeiende Löwen-Fisch (oder umgekehrt) ist ebenfalls ein Wahrzeichen Singapurs.
Marina Bay Sands, ArtScience Museum, Singapur
Architektonisch sehr beeindruckend: das Marina-Bay-Sands-Gebäude mit dem Skypark und das ArtScience Museum (links im Bild).
Singapur rund um die Marina Bay vom Wasser aus
Vom Wasser aus wirken die vielen Hochhäuser und Gebäude rund um die Marina Bay schon sehr speziell.
Wolkenkratzer, Marina Bay, Singapur
Die Häuser, die an den Wolken kratzen… auch an der Marina Bay.

Todmüde erreichen wir wieder unser Hotel. Apero und dann Abendessen beim Italiener ums Eck am Fluss, das geht gerade noch, dann sind wir reif fürs Bett.

Nächtliche Uferpromenade am Singapore River.
Der Singapore River by night. Hier kann man abends auch als Frau gefahrlos flanieren.

Singapurs Garden by the Bay

Am nächsten Tag treffen wir zum Mittagessen den Rest unseres Pfister-Reisetrüpplis, das erst gerade am frühen Morgen angekommen ist. Zusammen unternehmen wir einen Ausflug zu den Gardens by the Bay. Es regnet in Strömen, aber das kümmert uns wenig, denn die beiden Attraktionen, die zu unserem Programm gehören, sind trockenen Fusses zu erleben. Die Zeit im Flower Dome und im Cloud Forest vergeht wie im Flug.

Dinosaurier aus Gewächsen, Eingang Garden by the Bay, Singapur
Der «grünen Urzeit» entsprungen: zwei Dinosaurier beim Eingang zum Garden by the Bay.
Wurzelwerk mit Holzeule, Garden by the Bay, Singapur
Man muss schon genauer hinschauen, um die Eule vom Wurzelwerk unterscheiden zu können.
Gartenlanschaft in einem Riesengewächshaus des Garden by the Bay in Singapur
Eine orientalisch anmutende Gartenlandschaft unter dem Glasdach eines riesigen Gewächshauses des Garden by the Bay.
Sonnenblumen in allen Variationen im Garden by the Bay in Singapur
Sonnenblumen in vielen Variationen schmücken den Flower Dome.

Beide Türme sind total schön bepflanzt, gepflegt und natürlich fotogen. Während im Flower Dome Blüten aller Art im Zentrum stehen, geht es im Cloud Forest um den Nebelwald und seine vorsintflutlichen Bewohner, die Dinosaurier. Ein Spass für Gross und Klein!

Grüner Cloud Forest mit Dinosauriern im Garden by the Bay in Singapur
Bewachsen, mit Innenleben und von allerlei Sauriern bewohnt: der Cloud Forest.
Dino-Figuren im Cloud Forest im Garden by the Bay in Singapur
An diesen Dino-Figuren erfreuen sich insbesondere die Kids.
Übersicht im Cloud Forest im Garden by the Bay in Singapur
Übersicht über einen Teil vom Cloud Forest von ganz unterm Dach aus.
Regen und Pflanzen wie im Regenwald im Cloud Forest im Garden by the Bay in Singapur
Regenwaldstimmung drinnen – aber so, dass man nicht nass wird…
Marina Bay Sands durch die verregnete Glasscheibe des Cloud Forest im Garden by the Bay in Singapur
… Regenstimmung draussen. Der Blick durch die verregneten Scheiben des Cloud Forest hinüber zum Marina Bay Sands.

Wir hätten in den Gardens noch sehr viel mehr Zeit verbringen können, denn es gibt ja noch weitere Attraktionen. Wenn Du also einen Aufenthalt in den futuristischen Gärten planst, rechne viel Zeit ein, ruhig auch bis in den Abend hinein, denn die kostenlos zu bewundernde Lichtershow lohnt sich!

Eine Spezialität in unserem Hotel ist das Grillbüfett. Da wir von der schwülen Hitze ohnehin fix und foxi sind, passt es gerade, dass wir nicht noch weit gehen müssen. Auf dem Tischgrill brutzelt das Fleisch, dazu gibt es Beilagen und Salate vom Büfett. Durchaus eine Empfehlung – und Heinz kann während des üppigen Mahls seinen nervigen Ischias-Nerv ein wenig vergessen…

Tischgrill mit Fleisch, Pommes Frites und Weinglas im The Robertson House in Singapur
Die Portionen auf dem Teller und dem Tischgrill sind ziemlich gross und kaum zu bewältigen…

Shopping und ein chinesischer Tempel

An Tag drei in Singapur wandern wir flussaufwärts. Die Restaurants werden weniger, dafür säumen Parks das Ufer. Einige Bereiche sind sogar wegen der Otter abgesperrt, aber wir entdecken leider keine Otterli. Ob sie wieder unten am Riverwalk sind? Dafür posiert eine Waraneidechse am Ufer. Die ist ganz schön beeindruckend gross! Wir beenden unsere «Tierschau», denn wir wollen ja noch ein wenig shoppen.

Uferlanschaft am Singapore River
Herrlich grünes Ufer des Singapore River.
Waraneidechse am Singapore River
Eine Warraneidechse posiert am Singapore River.

Im Einkaufzentrum Great World am Fluss gibt es einen Skechers Shop, der Modelle führt, die wir in der Schweiz nicht zu sehen bekommen! Gut, haben unsere Koffer einen Vergrösserungsmodus… 😄

Weihnachtliches Shoppingcenter Great World in Singapur
Das Einkaufszentrum Great World erstrahlt in weihnachtlichem Glanz.
Uferpromenade am Singapore River
Die Uferpromenade am Singapore River ist wirklich nicht überlaufen…

Weil es mittlerweile brütend heiss geworden ist, kehren wir auf dem Rückweg zum Hotel im Boomerang Bistro ein und genehmigen uns ein kühlendes Bier. So langsam werden wir ans Klima und die Zeitverschiebung gewöhnt, aber es fühlt sich gerade etwas anstrengend an.

Später am Nachmittag raffen wir uns doch noch auf, den chinesischen Tempel, den wir von unserem Hotelzimmer aus sehen, zu besuchen. Bei sehr feuchter Hitze spazieren wir zum kleinen, aber feinen Hong San See Tempel. Wer ihn nur besichtigt und nicht meditiert oder Fragen ans Orakel stellt, ist hier schnell durch. Inzwischen hat es angefangen zu giessen –, aber wir haben vorgesorgt und unsere Schirme mitgenommen. Dennoch werden wir auf dem Rückweg nass. Von unten. Denn das Wasser spritzt bis zu den Knien hinauf.

Der Hong San See Tempel von aussen.
So sieht der Hong San See Tempel von aussen aus…
Detailaufnahme im Hong San See Tempel in Singapur
… und das sind die Deteils im Innern des Tempels.
Tempelwächterlöwe beim Hong San See Tempel in Singapur
Der Tempelwächterlöwe beim Hong San See Tempel scheint zu lachen.

Im Hotel genehmigen wir uns «Happy-Hour-Snacks», sprich: diverse asiatische Fingerfood-Teller, derweil es draussen immer noch wie aus Kübeln schüttet. In guter Gesellschaft unseres Reiseleiters Richi, seiner Partnerin Fränzi und unserer Freundin Rena bleiben wir bis nach zehn Uhr sitzen. Und wir freuen uns gemeinsam immer mehr aufs morgige Einschiffen und das «definitive» Ankommen in unserem schwimmenden Daheim für die nächsten drei Wochen.

Happy Hour Snacks im Restaurant des The Roberton House in Singapur
Die Happy Hour Snacks schmecken hervorragend!

Infos zu Singapur

ANREISE
Mit Singapore Airlines von Zürich direkt nach Singapur. Da es sich um einen Nachtflug handelt, gönnen wir uns einen Business-Class-Flug. Das Bett ist für den 1,91-m-Heinz etwas knapp bemessen, aber er kann dennoch schlafen. Für mich reicht der Platz wunderbar aus.

HOTEL
Hotel The Robertson House
1, Unity Street
therobertsonhouse.sg-singapore.com
Sehr gut gelegenes Hotel nahe des Singapore River mit vielen Restaurants in Gehdistanz. Die Zimmer sind für Reisende mit Gepäck für vier Wochen eher ein wenig eng bemessen. Aber für zwei, drei Nächte ist das total okay.

RESTAURANTS
Restaurant Bella Pasta
30, Robertson Quay 1-9
www.bellapasta.com.sg
Toller Italiener, sehr freundlicher Service. Die Muscheln haben wir sehr genossen!

Leere Muschelschalen im Restaurant Bella Pasta in Singapur
Das sind die leeren Reste unseres feinen Muschelgerichts!

Restaurant Lavo in der 57. Etage im Hotel Marina Bay Sands
www.marinabaysands.com/restaurants/
Für einen Drink in der Bar (oder ein Essen) in der 57. Etage melde man sich am Schalter des Lavo Restaurants (Eingang Tower 1 + 2). So kommt man ohne Eintritt zu einer grandiosen Aussicht. Wir haben das selber nicht ausprobiert, aber möchten den Tipp von anderen Reisenden dennoch gerne weitergeben.

The Seafood Market (Halal)
20 Upper Circular Rd
#B1-38 The Riverwalk
Singapur 058416
theseafoodmarket.oddle.me/en_SG
Hier hat Pfister Kreuzfahrten für unser Reisetrüppli zum Mittagessen reserviert. Es werden mehrere Fisch-Spezialitäten aufgetischt, von denen man sich so viel schöpfen kann wie man will. Zu trinken gibt es Tee oder andere alkoholfreie Getränke.

SEHENSWERT
Gardens by the Bay
18 Marina Gardens Drive
Singapur 018953
gardensbythebay-singapore.com/de/

Great World
Einkaufszentrum
1 Kim Seng Promenade
Singapur 237994
shop.greatworld.com.sg

Es gibt mehrere tolle Museen und schöne Quartiere, die wir leider verpasst haben. Gesundheitlich etwas reduziert, musste ich Singapur lang- und geruhsam angehen. Schade, haben wir das Vorprogramm zur Kreuzfahrt nicht auf eine Woche in Singapur ausgedehnt. Es hätte sich gelohnt! Nun, im Nachhinein ist man klüger… Aber so ist das Leben!

© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz Jucker | TravelExperience.ch 2026

Offenlegung: Die ganze Reise haben wir selbst bezahlt.