
Eigentlich befindet sich Westaustralien schon länger auf unserer Shortlist, aber wie wir die Region bereisen wollen, steht noch in den Sternen. Da läuft uns doch das Angebot von Pfister Kreuzfahrten über den Weg, weil ich den Reiseleiter Richard Gugerli kenne und seinen Facebook-Post sehe. Die Küste von West- und Südaustralien mit dem Schiff abzufahren – auf diese Idee wären wir von uns aus nie gekommen. Aber warum eigentlich nicht? Und: Unser Sehnsuchtsziel, nämlich Rottnest Island und seine Quokkas, können wir per Ausflug ab Perth bzw. Freemantle erreichen!
Ja, schon klar, eine Schiffsreise ist nicht mit einer Reise an Land zu vergleichen. Dennoch lässt uns der Gedanke nicht los. In Singapur waren wir noch nie so richtig, da kennen wir nur den (alten) Flug- und den Schiffshafen. Indonesien haben wir vor mehr als 20 Jahren bereist, eine Auffrischung könnte also nicht schaden. Und dann natürlich der Westen und Süden Australiens – das alles ist für uns einfach zu verlockend! Also buchen wir die Reise, auf deren Start wir aber noch ein paar Monate warten müssen. Das gibt uns viel Zeit für Vorbereitungen und Vorfreude… Aber dann geht’s los!
In diesem Beitrag Teil 1 geht es um die Route Singapur bis Komodo. Australien findest Du dann in Teil 2, der unten verlinkt ist.

Singapore Airlines bringt uns von Zürich aus direkt nach Singapur. Wir kommen morgens um fünf Uhr an, bringen Immigration und Gepäckausgabe schnell und unkompliziert hinter uns und werden zum Hotel The Robertson House gefahren. Wir haben ein Tageszimmer dazugebucht, denn ich will mein Medikamenten-Kühlgerät nicht noch lange herumtragen müssen und ans Elektrisch anschliessen. (Mehr dazu gibt’s ganz am Schluss bei den Infos.)
Was wir während dreier Tage in Singapur so alles erlebt haben, findest Du hier: «Singapur die Stadt zum Staunen».
Inhalt
Einschiffen auf der Oceania Riviera
Unsere Busfahrer und Guides, die uns vom Hotel zum Schiff bringen sollen, sind wohl nicht ganz bei Trost: Wir werden zum grossen Hafen gefahren, wo definitiv keine Oceania Riviera liegt. Die Koffer sind ausgeladen, die Busse abgefahren, da wird der Irrtum endlich bemerkt. Busse zurückbeordert, alles wieder eingeladen und zum etwa 15 Minuten entfernten King’s Dock des Singapore Cruise Centre gefahren. Wie kann man sich nur derart irren?! Der grosse Hafen ist nur für die richtig grossen Schiffe gebaut; die Oceania Riviera zählt nicht zu den Riesen.
Die Riviera ist mit ihren maximal 1250 Passagieren in 629 Kabinen und Suiten eher ein kleines Schiff. Okay, die Ausmasse (240 m lang, 32 m breit) können sich dennoch sehen lassen, denn hier ist alles recht grosszügig bemessen. Auf 11 Passagierdecks (von insgesamt 16 Decks) verteilen sich die Gäste wunderbar, aber das entdecken wir ja erst noch.

Nach dieser Hafenodyssee schiffen wir ein. Es gibt zwar kurze Wartezeiten bei der Ausreise (Passkontrolle etc.), aber das Check-in auf dem Schiff verläuft recht zügig. Neugierig wie wir sind, besichtigen wir als erstes unsere Penthouse Suite Nr. 10031. Wow! Wir haben ja schon Bilder gesehen, aber in Realität ist unsere Kabine ganz einfach eine Wucht! Der begehbare Kleiderschrank, das geräumige Bad, das grosse Bett, die Sitzgelegenheiten und der Balkon… Hier werden wir uns die nächsten 22 Tage garantiert wohlfühlen!





Vier Spezialitätenrestaurants auf See
Nach dem Ablegen des Schiffes, dem Auspacken der Koffer und einer ersten Erkundungstour, werden wir bereits zum Abendessen im Spezialitätenrestaurant Toscana erwartet. Wir bekommen einen herrlichen Platz mit Aussicht, zumindest solange es draussen hell ist, und geniessen ein feines italienisches Essen und eine schöne Flasche Wein. Dazu ein kleiner, aber lohnenswerter Hinweis am Ende des Textes bei den Infos. Dass wir einen italienischen Digestif als Abschluss gut vertragen können, erklärt sich von selbst. Der Grappa passt wunderbar – und sorgt auch noch dafür, dass wir nach diesem aufregenden Tag rasch einschlafen.



Aber noch kurz ein Wort zu den Spezialitätenrestaurants. Es gibt deren vier: Toscana (italienisch), Pologrill (fleischlastig), Red Ginger (asiatisch) und Jacques (französisch). Reservationen muss man schon von zu Hause aus online eingeben. Für die Dauer unserer Reise dürfen wir in jedem Restaurant zweimal reservieren. Wer öfter in den Genuss kommen möchte, kann an Bord angelangt versuchen zu reservieren oder den Butler fragen, ob er einen Tisch bekommt.
Wer einen Zweiertisch buchen möchte, hat oft keine grosse Auswahl. Wir gehören zu den Frühessern und brennen mit unserem Wunsch nach einem Zweiertisch vor allem im Jacques an. Als wir dann endlich merken, dass man auch «shared tables», also mit anderen Gästen geteilte Tische reservieren kann, wird das Angebot um 18:30 Uhr wesentlich grösser! Ich muss zugeben, dass geteilte Tische auch ihren Reiz haben: Man lernt Leute aus aller Welt kennen! Wir finden das spannend, aber unsere Überlegung war, dass wir ja tagsüber mit vielen Menschen zu tun haben und dann ein Dinner zu zweit vielleicht ganz angenehm sei. Das ist auch so, aber wenn’s nicht anders geht, macht auch ein shared table Spass.
Seetag Nr. 1
Seetage sind bei den einen Gästen total unbeliebt, die anderen finden sie herrlich entspannend. Insbesondere der erste Seetag gibt die Möglichkeit, das Schiff genauer zu erkunden, vom Medical Centre auf Deck 4 bis zum Putting Green auf Deck 16. Da gibt es eine Bibliothek zum Verweilen, das Baristas Café, ein Spielzimmer, den sauteuren (entschuldige den Ausdruck, aber er passt) SPA, den Pool, die Boutiquen und natürlich die übrigen Restaurants und Bars.



Als da wären der edle Grand Dining Room (Essen wird serviert), der Wave Grill (mittags Burger & Co, abends tolle Pizzen) und das Terrace Café, unser Lieblingsrestaurant. In diesem gibt es ein riesiges Büfett und man kann auch draussen auf der Terrasse essen. Die Schweizerinnen und Schweizer haben wir mehrheitlich dort angetroffen. 😉 Wen wundert’s?!


Heinz findet Zeit, im SPA einen Termin bei der TCM-Ärztin zu ergattern. Wer weiss, vielleicht kennt sie ein Mittel gegen einen eingeklemmten Ischias-Nerv? Um es vorwegzunehmen: Am nächsten Tag hatte Heinz eine Akkupunktur-Sitzung für 357 US-Dollar (!), und er hätte – laut Ärztin – weitere sechs bis sieben Sitzungen gebraucht. Ähm… nein… nicht zu diesem Preis. Da hat dann Kortison (aus unserer Reiseapotheke) günstiger und vor allem rascher geholfen. Kein Wunder, war der SPA nicht sonderlich gut besucht, denn auch eine simple Massage hätte mit 229 US-Dollar für 75 Minuten kräftig zu Buche geschlagen. Oceania täte gut daran, hier das Preismanagement zu überdenken…
Der erste Seetag gibt auch Gelegenheit, den Anschluss ans Internet zu schaffen, der im Preis inbegriffen ist. Man hilft sich da gegenseitig, denn der Prozess ist nicht ganz verständlich. Aber am Schluss ist unser Schweizer Grüppli erfolgreich online, während andere Passagiere die Rezeption mit dem Thema belagern.
Surabaya auf Java
Für die Einreise in Indonesien benötigen wir einen QR-Code von der Einwanderungsbehörde. Für uns hat das Pfister Kreuzfahrten erledigt, aber wir sind nicht im Besitze des Codes. Es sei neu, dass man den Code zur Einreise benötige, hören wir irgendwo… Reiseleiter Richi setzt alle Hebel in Bewegung, dass wir zu unserem ausgedruckten Code kommen. Erst dann dürfen wir das Schiff verlassen – und müssen den Code nirgends vorweisen! Das war dann die Krönung…


Mit zwei grossen, recht modernen Bussen, die von den Menschen am Strassenrand bewundernd zur Kenntnis genommen werden, pflügen wir durch die Hauptstadt der Provinz Jawa Timur. Mir scheint, hier gibt es Myriaden von Rollerfahrern! Und sie leben gefährlich… Manchmal kann ich gar nicht hinsehen, wenn der Bus eine ganze Familie auf einem (!) Roller sitzend überholt.

Pura Agung Jagat Krana
Beim hinduistischen Tempel Pura Agung Jagat Krana machen wir Halt. Der lokale Reiseführer erzählt zwar etwas zur Anlage, aber er ist zu weit entfernt, um verstanden zu werden. Google hilft weiter. Der Tempel sieht zwar alt aus, wurde aber erst 1968 erbaut. Er ist bei den Hindus für Gebete sehr beliebt.




Sanggar Agung
Weiter geht’s zum Tempel Sanggar Agung, wo wir von Drachentänzern begrüsst werden. Die chinesische Tempelanlage ist sehr gross, liegt einerseits in einem Vergnügungspark und andererseits idyllisch am Wasser. Unser Guide kommt mit einem winzigen Drahtkäfig mit kleinen Vögeln drin und fragt, wer sie freilassen will. Niemand meldet sich. Also will ich! Die Vögelchen tun mir riesig leid!


Bevor ich dazu komme, mir diesen Brauch erklären zu lassen, werden mir Räucherstäbchen in die Hand gedrückt, die ich im Tempel anzünden darf. Die Ablenkung hat funktioniert. Später erfahre ich, dass ich mit der Freislassung der Vögelchen für gutes Karma gesorgt habe. Die Tiere werden auf Märkten von Bauern verkauft, die sich so etwas Geld verdienen. Der Brauch ist übrigens in buddhistischen und chinesischen Kreisen sehr beliebt. Nun ja, für mich war wichtig, dass die Tiere nicht unnötig lange eingesperrt bleiben. Punkt.


Gleich gegenüber des Sanggar Agung besuchen wir die Phra Phrom Stupa, auch Maha Brahma genannt. Dabei soll es sich um die grösste, viergesichtige Buddha-Statue von ganz Indonesien handeln. Ganz in Gold versteht sich.


Pasar Pabean
Der nächste Stopp gilt dem Quartier Ampel. In Einerkolonne marschieren wir durch den Pasar Pabean, eine Art Knoblauch-Bazar. Rechts und links werden Knoblauchzehen geschält, was die Luft mit ätherischen Ölen schwängert. Die Folge: So mancher muss beim Durchwandern husten… Ich fühle mich hier in der Zeit um Jahrhunderte zurückversetzt. Die Luft wäre wohl auch ohne Knoblauch zum Schneiden, aber an der «frischen» Luft angelangt, fühlt sie sich nicht viel besser an.




Auch das Gefühl, hier die Exotin zu sein, ist nicht sehr angenehm. Wir werden von vielen Einheimischen beäugt. Ob wir bei allen willkommen sind, erschliesst sich mir nicht. Viele sind freundlich, andere machen den Eindruck, als würden sie sich gestört fühlen. Verständlich. Jedenfalls bin ich froh, als wir wieder im Bus sitzen.
Und hier macht sich nun Widerstand gegen den geplanten Besuch des Nachtmarkts breit. Die Leute wollen zurück aufs Schiff. Uns spielt es keine Rolle und so schliessen wir uns der Mehrheit an. Nur der Guide sorgt dafür, dass wir nicht direkt zum Schiff fahren. Zuerst müssen wir uns das Heldendenkmal Tugu Prahlawan ansehen. Das scheint ihm sehr wichtig zu sein.
Tugu Prahlawan
Der «umgekehrte Nagel» soll an die grösste Schlacht nach der Unabhängigkeit Indonesiens erinnern, die im November 1945 stattfand. Die Bevölkerung von Surabaya kämpfte gegen die alliierten Streitkräfte, die versuchten, das Land erneut zu kolonialisieren. Fast 16 000 Kämpfer aus Surabaya starben dabei.


Die Basis des 41 Meter hohen Denkmals besteht aus zehn Bögen, die in elf Abschnitte unterteilt sind. Sie symbolisieren den 10. Tag des 11. Monats des Jahres 1945.
Familienleben, Tempel und Reisterrassen auf Bali
Heute geniessen wir unser Frühstück auf der Kabine und haben somit etwas mehr Zeit zum Wachwerden und uns vorbereiten. Um auf Bali einreisen zu können, müssen wir tatsächlich den berühmten QR-Code vorweisen! Aber ansonsten verläuft alles wie am Schnürchen und wir werden mit Musik und Tanz von Einheimischen begrüsst.


Familien-Dorf in Tua
Mit dem Bus fahren wir zu einem typischen, balinesischen «Clan-Dorf» Rumah Desa in Tua. Hier wohnen fünf Familien des gleichen Stammes. Familienangehörige erklären uns die tägliche Opfergabe, die Herstellung der Körbchen und die Bedeutung der Blütenfarben. Wir sehen, wie ein Palmblattbuch, das auf eine Schnur aufgefädelt ist, ausschaut und wie das Schreiben auf Palmblatt funktioniert.








Schliesslich werden wir auch noch mit Kuchen, Tee und Arak (Schnaps) verwöhnt. Und zu guter Letzt bekommt jeder als Souvenir ein Stück Palmblatt, auf dem der eigene Vorname auf Balinesisch steht und an dem eine Glücksbringermünze mit Loch befestigt ist. Die Gastfreundschaft und die Freundlichkeit der balinesischen Familie bleibt uns in guter Erinnerung – auch dank des Souvenirs.
Luhur Besi Kalung Tempel
Weiter geht die Fahrt zum Tempel Luhur Besi Kalung. Er zähle zum UNESCO-Weltkulturerbe und sei an Feiertagen mehr belebt als heute, erzählt unser Guide. Ich geniesse die Ruhe und die kurze Zeit der inneren Einkehr. Die Tempelanlage wurde zwischen 900 und 1100 n. Chr. errichtet und enthält in ihrem inneren Kreis eine heilige Halle und weitere heilige Bereiche. Wir halten uns aber ausserhalb auf.




Reisfelder von Jatiluwih
Links vom Eingang zur Tempelanlage beginnt der Wanderweg, der durch die Reisfelder hinauf zum Dorf Jatiluwih führt. Weil ich eine solche Wanderung nicht mehr mitmachen kann, werde ich zusammen mit einigen Mitreisenden, die nicht mehr so gut zu Fuss sind, zum Dorf hinaufgefahren. Nachdem wir die Aussicht auf die Reisterrassen genossen haben und die Wandernden (einige fix und foxi) auch angekommen sind, gibt es ein feines Mittagsbüfett zur freien Bedienung.



Der Weg zurück zum Schiff führt wieder durch das Verkehrsgewühl von Denpassar. Wieder warten Heerscharen von Rollerfahrern an den Ampeln. Kaum wird es grün, brausen sie los – ein sehr spezieller Anblick. Immerhin sorgt er für Abwechslung während der ziemlich langen Fahrt.
Lombok: farbenfroh, traditionell und heiss

Die Weberinnen von Sukarara
Nach dem Frühstück, das wir wiederum in der Kabine geniessen, geht die Fahrt los zur Weberei Peninang in Sukarara. An drei Webstühlen wird gearbeitet und wir bestaunen die filigranen Muster, die hier entstehen. Hier wird kulturelles Erbe der Insel gepflegt, ein altes, in Indonesien verankertes Handwerk, das so in der modernen Welt bewahrt bleibt. Die traditionellen Muster, mit natürlichen Farbstoffen gefärbten Fäden gewoben, erzählen Geschichten – wenn man Zeit hat und jemanden findet, der diese Geschichten kennt…



Selbstverständlich können wir den wunderbaren Farben und Stoffen nicht widerstehen. Ein Tischläufer und eine Umhängetasche wechseln die Besitzer, bevor die Fahrt zu einem Sasak-Dorf weitergeht.
Das Sasak-Dorf Desa Ende
In der Wohngemeinschaft der ethnischen Gruppe der Sasak werden wir herumgeführt und bekommen Einblicke in das Leben der Bewohner. Es ist grauenhaft heiss, aber wir bleiben standhaft und schauen uns zum Schluss auch noch die traditionellen Stockkämpfe an. Das grosse Publikum sind Schulklassen, wir sind (ausnahmsweise) nur Randerscheinungen. Aber: Wir handeln uns, wie schon in der Weberei, ziemlich viel Verspätung ein.









Die Kuta-Beach von Lombok
Trotzdem: Der angeblich schönste Strand von Lombok muss sein. In Ermangelung von bäumigen Schattenplätzen fotografieren wir den tatsächlich sehr schönen Kuta-Strand und suchen uns dann eine kühle und schattige Bar. An der Sonne ist es einfach viel zu heiss!


Auf dem Rückweg zum Schiff fährt der Buschauffeur wie ein Henker. Wir sind schon etwas knapp dran, aber es bleibt noch genügend Zeit, um den Hafen zu erreichen. Später beobachten wir von unserem Balkon aus, wie zwei Paare verspätet ankommen. Ein Hafenmitarbeiter hat eine mobile Musikanlage dabei und lässt «Final Count Down» laufen. Wir mussten sooo lachen, aber die späten Ankömmlinge haben den Humor vermutlich nicht verstanden. Jedenfalls mussten sie froh sein, dass sie an Bord gehen konnten, denn nicht jeder Kapitän wartet zehn Minuten…

Waingapu auf Sumba
Hier haben wir keinen Ausflug gebucht, als hätten wir geahnt, dass es sich nicht lohnt. Der Grund ist aber, dass wir uns nach drei Ausflugstagen hintereinander eine Pause gönnen wollen. Dafür können wir das Schiff und den Pool ausgiebig geniessen.





Zur Vorbereitung auf den nächsten Tag hören wir uns im Theater den Vortrag über Komodo Warane an. Diese Urviecher sind schon spannend – und auch ein wenig furchteinflössend. Wir freuen uns jedenfalls auf den nächsten Ausflug.
Zu Gast im Komodo-Nationalpark
Weil wir tendern müssen, ist frühes Aufstehen angesagt und wir sind froh, beginnt der Frühstückslieferdienst bereits um 6:30 Uhr. Um diese Zeit ist es auch noch angenehm kühl, was wir sehr geniessen. Aber nicht lange. Es wird schnell warm und weil die Sonne scheint, gar richtig heiss. Am Ende des Piers angekommen, bin ich schon ziemlich geschafft und verschwitzt. Gut, im Tenderboot war es wie in einer Sardinenbüchse über dem Feuer…

Im Reich der Komodo-Warane
Im Schatten der Bäume wandern wir von einem Ranger geführt durch den Nationalpark. Schon im Besucherzentrum haben wir unseren ersten Waran gesehen, doch nach vielleicht zwanzig Minuten Spaziergang entdecken wir noch viele mehr. Am Wasserloch herrscht schon fast Gedränge. Unser Guide macht coole Fotos von den Gästen, also von denen, die wollen. Es ist alles eine Frage der Perspektive, denn sooo nah ran, wie es auf dem Foto scheint, hätten wir uns nie an die Tiere herangewagt.




Warane können sehr schnell sein und wenn sie beissen, hat das schlimme Folgen. Auch wenn sie jetzt einfach faul herumliegen: Es sind Raubtiere! Angeblich soll einer der Warane vor sehr vielen Jahren einen Schweizer Forscher gefressen haben. Jedenfalls, so erzählt man sich, seien nur noch seine Brille und der Fotoapparat gefunden worden. Wir müssen schmunzeln, halten aber schön Abstand.
Auf dem Rückweg zum Nationalpark-Center ist es fürchterlich heiss und am Schluss werden wir auch noch durch einen Markt geführt, was eher einem Spiessrutenlauf gleicht, wenn man partout nichts kaufen will. Ich brauche zu Hause keinen Waran – egal woraus er gefertigt ist.
Das Dorf Komodo
Schliesslich kommen wir wieder am Pier an, wo ein traditionelles Holzboot auf uns wartet, das uns zum einzigen Dorf auf Komodo bringt. Auch hier bewegen wir uns nur mit Gästeführern durch die Mittagshitze. Die meisten Häuschen sind auf Stelzen gebaut oder haben eine Mitte, die gemauert ist. Darüber befinden sich dann die Wohnräume, während Hühner und Ziegen unten im Schatten des Hauses leben.




Heinz und ich haben irgendwann genug gesehen. Die Hitze ist wirklich unerträglich und wir wollen – ohne Aufhebens zu machen – zum Hafen zurück. Aber das geht natürlich nur mit Guide, obwohl man sich hier unmöglich verlaufen kann. Selbstverständlich fügen wir uns, auch wenn es uns unangenehm ist, dass man jetzt für uns einen Guide aus der Gruppe «abberuft».


Zurück auf dem Holzboot werden wir mit einem grossen Mittagessen überrascht. Irgendjemand hat für uns richtig viel gekocht und alles auf dem Tisch im Innern des Bootes angerichtet. Wir können uns nach Herzenslust bedienen und werden mit Getränken versorgt. Auch wenn der Kapitän sehr gemütlich zum Pier zurückfährt, schaffen wir es in dieser Zeit nicht, all die Köstlichkeiten zu verputzen.

Am Pier werden wir schon von unserer Oceania-Crew erwartet und mit kühlen Waschlappen versorgt bis der Tender gefüllt ist und losfährt. Die Überfahrt ist kurz, das Aussteigen klappt gut (wenig Wellengang) und wir sind rasch im kühlen Schiff. Für einmal sind wir froh um die Klimaanlage! Trotz der Hitze hat sich der Ausflug so richtig gelohnt und wir werden noch lange von den Urviechern erzählen können. Doch jetzt gibt es nach der Dusche erst einmal einen Gin & Tonic bevor wir dann im Spezialitäten-Restaurant Polo Grill tafeln werden.
Seetage Nr. 2–4
Die entspannten Seetage sind sehr willkommen. So können wir die vier vergangenen Tage mit Ausflügen verarbeiten und uns erholen. Wir sind ja alles andere als fit… Heinz wird noch immer ein wenig vom Ischias-Nerv geplagt und ich habe Mühe mit Atmen. Am 4. Seetag geht es langsam bergauf. Langweilig ist uns übrigens nie! Nur im Bingo haben wir einfach kein Glück.






Australien, unsere alte Sehnsucht
Von Komodo aus nimmt die Oceania Riviera Kurs auf Westaustralien. Hier geht es für uns um eine Traumerfüllung. Mehr dazu erfährst Du in Teil 2 unseres Kreuzfahrt-Beitrages Singapur–Sydney. Dort findest Du übrigens auch alle Infos zu dieser 23tägigen Kreuzfahrt mit Oceania Cruises.
Was wir vor der Kreuzfahrt in Singapur und nachher in Sydney so alles unternommen und gesehen haben, steht in unseren beiden Beiträgen:
Singapur, die Stadt zum Staunen (Link folgt demnächst) und
Sydney in drei Tagen (Link folgt demnächst)
Falls Du mit Medikamenten reist, die gekühlt werden müssen, dann interessiert Dich wahrscheinlich der Beitrag über meine Lösung und was mit Airlines und Flughäfen zu berücksichtigen ist:
Mit gekühlten Medikamenten reisen (Link folgt demnächst)
Gebucht haben wir übrigens über Pfister-Kreuzfahrten.
© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz Jucker | TravelExperience.ch 2026
Offenlegung: Die gesamte Reise haben wir selbst bezahlt.
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