
Ja was denn nun. Koffer oder Rucksack? Die kalifornische Firma Gregory Mountain Products hat das Praktischste aus den beiden Packwelten miteinander kombiniert, und so ist der Border Traveler 30 (30 Liter Inhalt) bzw. Border Traveler 40 (40 Liter Inhalt) entstanden. Den 30er haben wir auf einem Kurztrip getestet.
Inhalt
Innenleben für wichtigen Kleinkram
Vor dem Packen für den Zwei-Tages-Ausflug erforsche ich den aufklappbaren Rucksack: 11 Reissverschlüsse sorgen für Zugriffe in das durchdachte Teil. Wo soll ich bloss beginnen?! Am besten von vorne nach hinten.

Vorne oben befindet sich eine kleine Tasche für allerlei Kleinkram. Vorne seitlich öffnet der Reissverschluss eine grössere Tasche, die ich für Reiseunterlagen genutzt habe. In dieser Tasche befindet sich ein Netzabteil mit Reissverschluss und Schlüsselband. Unten befindet sich ebenfalls ein Reissverschluss, der direkten Zugriff in den «wasserdichten» Teil des «Koffers» bietet. Erklärung folgt gleich. Jedenfalls könnte man so rasch und unkompliziert z. B. eine nasse Badehose unterbringen.
So wird der Rucksack zum Koffer
Nächste Schicht: Ein Reissverschluss, der über drei Seiten des Gepäckstücks geht, lässt den Rucksack wie einen Koffer aufklappen. Aufgeklappt gibt rechts ein Reissverschluss das Fach mit dem wasserdichten «Active Shield» frei, links verschliesst ein Reissverschluss das «Trockenfach». In dessen «Deckel» befinden sich zwei weitere Netz-Reissverschlusstaschen für allerlei Kleinigkeiten.

Da auf unserem Kurztrip keine feuchten oder schmutzigen Dinge wie Schuhe oder Badesachen anfallen, nutzen wir das wasserfeste Kompartment ganz normal für unsere Necessaires und mein Reisekopfkissen. Okay – ein weiteres Mal würde ich das Kissen nicht dort hineinpacken! Ich hätte nämlich vorher die Details lesen sollen: Die antimikrobielle «Polygiene StayFresh Technologie», die das Wachstum geruchsverursachender Bakterien hemmen soll, enthält ein Biozid. *leerschluck* Der Kopfkissenbezug ist umgehend in der Waschmaschine gelandet.
Rückenteil mit Finesse
Kommen wir zum Rückenteil: Oben öffnet ein Reissverschluss die gepolsterte Tasche für den Laptop. Und damit man den Rucksack-Koffer über den Teleskopgriff eines Koffers sichern kann, verfügt das Rückenpanel über entsprechende Öffnungen an beiden Seiten. Die Schultergurte sind angenehm geschnitten, gut gepolstert und verfügen über einen Brustgurt. Beim 40er-Modell lassen sich die Traggurte im Rückenpanel verstauen.


Und nun? Wo ist Reissverschluss Nummer 11? An der reissverschlusslosen Seite, dem Verbindungsstück, das den Rucksack zum Koffer macht, lässt sich eine Trinkflasche (s. o.) oder ein Minischirm einschieben, sobald der Reissverschluss geöffnet wird.
Meine Erfahrung mit dem Border Traveler 30
Ich bin erstaunt, wie viel Platz der Border Traveler 30 bietet und wie leicht er ist. Wir haben nur für eine Nacht/zwei Tage im Drei-Häuser-Hotel Caspar in Muri (Aargau) gepackt und konnten beide all unsere Sachen unterbringen. Klar, auf Hotel- und Klosterreportage fällt kleider- und schuhmässig nicht allzu viel an. Deshalb sind wir zu zweit mit dem Border Traveler prima ausgekommen. Wenn es an eine warme Destination geht, reicht der Koffer-Rucksack bestimmt für drei, vier Tage. Sobald aber dicke Pullover ins Spiel kommen, dürfte es schwierig werden.

Foto: © Gregory Mountain Products
Mir gefallen das Design und die verwendeten Materialien (ausser dem Biozid). Beide Border Traveler sind aus recycelten Materialien gefertigt und mit einer PFC-freien DWR (Imprägnierung) beschichtet. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Nylonrucksack reduziert sich der CO2-Fussabdruck um die 40 Prozent. Wer 60 Kilometer zu Fuss oder mit dem Velo statt dem eigenen Auto unterwegs ist, hat den CO2-Fussabdruck bereits kompensiert. Ausserdem haben die Gregory-Mountain-Produkte eine lebenslange Garantie. Ist ja auch nicht schlecht!
Einige der Reissverschlüsse sind mit einer einfachen Sicherung ausgestattet, die dafür sorgt, dass das Fach nicht so schnell im Vorbeigehen von Fremden geöffnet werden kann. Praktisch ist, dass der Border Traveler sehr vielseitig einsetzbar ist – egal, ob man für einen Kurztrip in die Berge oder in eine Stadt reist oder ihn als zusätzliches (Hand)Gepäck verwendet. Hauptsache, ich habe mit dem Rucksack-Koffer den Komfort, den ich mag: Nämlich Übersichtlichkeit und Ordnung!

Ich bin ein grosser Fan von Packtaschen, denn ich hasse es, wenn alles im Koffer herumpurzelt und die Kleider zerknautschen. Mit dem Border Traveler unterwegs, könnte ich getrost auf den Ordnungshelfer verzichten. Doch aus lauter Gewohnheit, landen die Kleider halt doch in einer Packtasche… Das macht es auch viel einfacher, Rest-Stauraum für Ladegeräte und anderen Kleinkram zu nutzen.
Fazit: Rundum zufrieden – der Border Traveler 30 darf bleiben! Aber was ins wasserfeste Kompartment kommt, um auch diesen Platz voll nutzen zu können, werde ich mir künftig genau überlegen.
Infos zum Border Traveler von Gregory Mountain Products
Der Hersteller ist ein Profi auf seinem Gebiet. Entwicklung und intelligente Detaillösungen setzen immer wieder neue Standards im Rucksacksegment. Sehr löblich: Es gibt Modelle für Männer und speziell auch für Frauen! Aber nicht beim Border Traveler. Der lässt sich jedoch mit den verstellbaren Traggurten für beide Geschlechter gut einstellen.
Auf der Firmenhomepage https://eu.gregorypacks.com gibt es weitere Informationen und der Border Traveler kann auch dort bestellt werden. Kosten: 170 Franken.
Ich habe ihn in anderen Internet-Shops allerdings wesentlich günstiger entdeckt. Da lohnt sich die Recherche.
© Text & Fotos (wo nicht anders erwähnt): Inge Jucker | TravelExperience.ch | 2022
Offenlegung: Unbezahlte Werbung
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