
Nach drei Tagen in Singapur und drei Wochen auf der Oceania Riviera verbringen wir abschliessende drei Tage in Sydney. Noch zum Kreuzfahrtprogramm gehörte eine Stadtrundfahrt, eine FĂŒhrung durch Sydneys Oper und ein Mittagessen am Bondi Beach. Wenn Du mehr ĂŒber die Kreuzfahrt wissen möchtest, lies doch bitte im Beitrag «Oceania-Kreuzfahrt SingapurâSydney» nach. Unsere Erlebnisse und Tipps fĂŒr Singapur findest Du hier: «Singapur, die Stadt zum Staunen».
In diesem Beitrag geht es ausschliesslich um unsere letzten Tage in Sydney, zu Fuss und per ĂV, bei Regen und bei Sonnenschein.
Inhalt
Sydneys Opera House
WĂ€hrend der Stadtrundfahrt steigen wir da und dort fĂŒr ein Foto aus und gelangen frĂŒhzeitig zur berĂŒhmten Opera, wo wir auf unseren Guide warten, der uns Kopfhörer verteilt. Grössere Taschen und RucksĂ€cke sind auf dieser FĂŒhrung ĂŒbrigens nicht geduldet, man muss sie vorher beim Eingang abgeben.


Es ist interessant, das Innere des OperngebĂ€udes, ein paar spezielle Orte und auch das Dach von nahem zu sehen. Unser Guide ist gut â die Ăbersetzerin weniger. Sie lĂ€sst viel aus⊠Also ziehe ich den englischen O-Ton vor. Das ikonische GebĂ€ude zĂ€hlt zum UNESCO-Welterbe und ist das Wahrzeichen von Sydney. Es wurde 1973 von Queen Elizabeth II. eröffnet.

Die PlĂ€ne stammen vom dĂ€nischen Architekten JĂžrn Utzon, der 1957 die Ausschreibung des Architekturwettbewerbes gewonnen hat. Der Bau hat die veranschlagten Kosten bei weitem ĂŒberschritten und als die Schallgrenze von 57 Millionen AU$ erreicht war, forderte man eine gĂŒnstigere Lösung fĂŒr die Inneneinrichtung. Utzon weigerte sich, den Kompromiss zu akzeptieren und wurde 1966 aus dem Bauprojekt ausgeschlossen.




Ein Team von australischen Architekten und Ingenieuren baute die Oper gĂŒnstiger fertig, was dazu fĂŒhrte, dass bei der Eröffnung zu kleine SĂ€le, zu steile Treppen (stimmt!) und eine schlechte Akustik kritisiert wurden. Wie heisst es doch so schön: Aussen fix â innen nix. Das Traurige an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass JĂžrn Utzon das fertige GebĂ€ude nie sehen konnte: Nach dem Ausschluss 1966 hat er Australien nie wieder besucht, auch nicht als er â milder gestimmt â in den 1990er Jahren gewollt hĂ€tte. Da war er gesundheitlich schon nicht mehr in der Lage, so weit zu reisen.
Bondi Beach
Nach dieser spannenden FĂŒhrung fahren wir zum Mittagessen an den berĂŒhmten Bondi Beach, der nur drei Tage spĂ€ter zum Schauplatz einer schlimmen Schiesserei werden sollte. Gut, dass wir davon noch keine Ahnung haben, denn so können wir den Strand und das Essen im grossen Restaurant des Ruderclubs unbeschwert geniessen.



Die jungen Service-Leute machen einen sehr guten Job, und das Essen â Avocado-Salat und Linguini mit Shrimps â schmeckt sehr gut. Ein alkoholisches GetrĂ€nk ist hier sogar inklusive. Anschliessend fahren wir via Gap Park und Mrs. Macquaries Chair â Fotostopps â zurĂŒck nach Sydney und zum Hotel.


Darling Harbour
FĂŒrs Abendessen spazieren wir zum Darling Harbour. Es gibt vom Hotel aus einen Fussweg, der ĂŒber all die Strassen entlang unseres Hotels (drei Ebenen!) fĂŒhrt. So gelangen wir rasch zum Hafen, wo es von flanierenden Menschen und «rasenden» Joggern nur so wimmelt. Wir gesellen uns zu den Flanierenden und spazieren der Promenade entlang. Hier reiht sich Restaurant an Restaurant. Und wie sich herausstellt gehören viele einem einzigen Besitzer namens Nick.


Schliesslich entscheiden wir uns, im Restaurant Adria zu essen. Die deutsche Serviererin arbeitet erst seit einer Woche als solche… Sie gibt sich sehr MĂŒhe. Das italienische Essen schmeckt, ist aber viel zu viel. Nach der DĂ€mmerung mit all den beleuchteten HĂ€usern am Hafen, gerĂ€t der RĂŒckweg zum ausgedehnten Fotoshooting.


Historisch shoppen im QVB
Kurz vor Mittag sind wir beim Hotel Parkroyal losspaziert, hinauf zum Queen Victoria Building. Das Einkaufszentrum im weihnachtlichen Gewand wirkt mĂ€rchenhaft, ist schön kitschig â und sehr voll. Hier eine «historische FĂŒhrung» zu buchen wĂ€re bestimmt lohnenswert, aber wir haben zu spĂ€t davon erfahren. Doch wir lesen nach: Das GebĂ€ude wurde im neoromanischen Stil vom Architekten George McRae entworfen und zwischen 1893 und 1898 erbaut. Es ist nur 30 Meter breit, aber 190 Meter lang.




Obwohl es ursprĂŒnglich als Warenhaus konzipiert worden ist, nutzte man es auch fĂŒr andere Zwecke. Es wurde mehrmals umgebaut, dann drohte es zu verfallen und schliesslich wurde es Ende des 20. Jahrhunderts doch restauriert und wieder als Warenhaus genutzt, wie ganz ursprĂŒnglich geplant. Wir spazieren auf jeder öffentlich zugĂ€nglichen Etage vom einen Ende zum anderen und sind sehr beeindrucktâŠ



Historisch schlafen und tafeln
Anschliessend treffen wir Gunnar Habitz, Reisejournalist, Buchautor und Board Director & Governancedes Hotels Castlereagh, in «seinem» Hotel. Wir bekommen eine FĂŒhrung durch das historische Haus und geniessen ein gemeinsames Mittagessen. Die AtmosphĂ€re ist sehr ruhig, alles wirkt klassisch und edel. Man ahnt, dass sich hier GĂ€ste aufhalten, die bewusst dem Rummel der Grossstadt entfliehen wollen.





Im Februar 1926 wurde der Grundstein zum Castlereagh gelegt, und das Haus gehört heute noch dem 1893 gegrĂŒndeten New South Wales Masonic Club. Bei seiner Eröffnung war das Hotel das höchste Haus von Sydney, heute wird es von vielen GebĂ€uden bei weitem ĂŒberragt.
Sydneys Hyde Park
Weil Gunnars Zeit kurz bemessen ist, schliesslich ist heute ein Arbeitstag, ziehen wir weiter und sehen uns den Hyde Park an. Die FlĂ€che wurde bereits 1792 fĂŒr den Park reserviert und er ist somit der Ă€lteste öffentliche Park Australiens. Als Park wurde er allerdings erst ab 1820 bezeichnet und entsprechend gestaltet. Zu Beginn diente er als Pferderennbahn und wurde fĂŒr Cricket-Meisterschaften genutzt. Benannt wurde er nach seinem Vorbild in London.


Heute lĂ€sst es sich hier flanieren oder in der Wiese sonnenbaden. Zu den SehenswĂŒrdigkeiten zĂ€hlen das ANZAC Memorial Building, der Reflexionspool sowie zahlreiche DenkmĂ€ler und Statuen. Im nördlichen Teil des Parks befinden sich der Archibald-Brunnen und verschiedene ThemengĂ€rten. Wir halten unseren Besuch etwas kĂŒrzer, denn das Wetter ist nieselig.
Saint Maryâs Cathedral
Das Wetter ist aber nur einer von vielen guten GrĂŒnden, sich in die St. Maryâs Kathedrale von Sydney zu flĂŒchten. Was fĂŒr ein beeindruckender Bau! Der erste Grundstein fĂŒr die gotische Kirche wurde 1821 vom Gouverneur Lachlan Macquarie gelegt. Weil die Kirche jedoch 1865 vollstĂ€ndig abbrannte, legte man 1868 erneut einen Grundstein fĂŒr die heutige, im neugotischen Stil errichtete Kathedrale. Völlig fertiggestellt wurde sie ĂŒbrigens erst im Jahr 2000, als die beiden TĂŒrme vollendet wurden.


Heute gibt es fĂŒnf Orgeln in der Kathedrale: Die Hauptorgel auf der Empore unter der Fensterrosette, eine weitere auf der sĂŒdlichen Empore, eine im Chor, eine in der Krypta und eine kleine, transportierbare Orgel, auch Orgelpositiv genannt. Hier lohnt sich auf jeden Fall eine FĂŒhrung, denn so erfĂ€hrt man am meisten ĂŒber die St. Maryâs Cathedral.




Auf dem RĂŒckweg zum Hotel kehren wir im Bistro im Victoria Building ein. Und dann ist auch schon Treffpunkt fĂŒr das Geburtstagsessen zweier Mitreisender der vorangegangenen Kreuzfahrt (siehe Link zu Beginn dieses Beitrages). So geht unser Sydney-Tag gesellig und gemĂŒtlich zu Ende.
Tierisches Sydney
Weil wir wĂ€hrend der Kreuzfahrt wetterbedingt weder auf Kangaroo Island noch in Burnie (Tasmanien) anlegen konnten, sind wir in Sachen Tiere etwas unterversorgt. Deshalb planen wir zuerst, den Taronga Zoo zu besuchen. Doch eigentlich wollen wir uns auf australische Tiere konzentrieren â Taronga zeigt Tiere aus aller Welt. Also folgen wir der Empfehlung von Gunnar, der ja schliesslich hier lebt, und fahren zum etwa 30 Kilometer vor Sydney liegenden Featherdale Wildlife Park.

Der Featherdale Wildlife Park bietet einigen Tieren recht viel Platz, anderen etwas weniger. Es kann halt nicht alles perfekt sein. Aber dass man KĂ€ngurus fĂŒttern darf, macht halt schon sehr viel Spass. Die paar Dollar fĂŒr ein Becherchen voller Futter lohnen sich. Aber Vorsicht: Nicht gleich alles am Anfang verfĂŒttern, denn es gibt auch noch in der hintersten Ecke des Parks vernaschte KĂ€ngurus.




FĂŒrs Foto mit dem Koala haben wir natĂŒrlich auch bezahlt. Weil: wenn schon â denn schon das volle Programm bitte! Und wir haben alles sehr genossen⊠Es hat nur wenige Besucher, denn es war fĂŒr den ganzen Tag Regen angesagt. Allerdings hat der sich am Mittag in Sonnenschein gewandelt. GlĂŒck muss man haben!



Und wir haben gleich noch mehr GlĂŒck. Beim Gehege des Tasmanischen Teufels kommen wir gerade rechtzeitig, um zuzusehen, wie eine Tierpflegerin mit einer grossen Kartonschachtel dafĂŒr sorgt, dass der Tasmanische Teufel aus seinem hohlen Baumstamm kommt. Die Schachtel macht das Tierchen neugierig und es untersucht das Innere, das aus unserer Sicht gar nichts enthĂ€lt. Aber es scheint gut zu riechen â zumindest fĂŒr Teufelnasen. Ja und wenn man schon wach ist, tapst man noch durch den Rest des Geheges um sich dann wieder im hohlen Baumstamm zusammenzurollen.




Zuhinterst im Park verfĂŒttern wir den letzten Rest unseres Futters an etwas grössere KĂ€ngurus und dann gönnen wir uns etwas zu trinken. Es hat wieder zu nieseln begonnen, aber fĂŒr den RĂŒckweg zum Hotel lassen wir unsere Regenschirme unbenĂŒtzt. Ist ja nur WasserâŠ




Restaurants sind so eine SacheâŠ
Weil wir keine Lust mehr auf die Nick-Restaurants am Darling Harbour haben, suchen wir nach anderen Restaurants in der Umgebung des Hotels Parkroyal. Es gibt ganz viele, aberâŠ
Chef ân Wok wĂ€re cool gewesen, doch da gibt es bereits eine lange Warteschlange. In der Trattoria im Crowne Plaza Hotel bekommt man ohne Reservierung keinen Platz. Und die frĂŒheste Möglichkeit fĂŒr eine Reservation: Ende Januar/Anfang Februar. Wir haben den 12. Dezember! Zwei asiatische Restaurants gegenĂŒber vom Crown Plaza sind uns nicht so sympathisch.

Schliesslich landen wir im Home Thai an der Sussex Street. Das Essen ist ausgezeichnet, wir sind des Lobes voll! Nur die Jungs am Nebentisch sind einfach Welten zu laut. Also kein zweites Glas Wein. Das genehmigen wir uns dann in der Bar unseres Hotels und bereiten uns seelisch darauf vor, dass wir am nĂ€chsten Tag unsere RĂŒckreise antreten mĂŒssen. Acht Stunden Flug bis Singapur und dann noch 13 Stunden bis ZĂŒrich⊠Ich darf nicht daran denken! Lieber den letzten Abend in Sydney noch geniessen.
Sydney Tower Eye
Als letztes Highlight unserer Reise besuchen wir vor dem Abflug noch den Sydney Tower Eye. Der Turm ist ja schon von aussen sehr beeindruckend, aber die Aussicht von dort oben sucht ihresgleichen. Das Observation Deck befindet sich 250 Meter ĂŒber den Strassen Sydneys und bietet einen 360-Grad-Rundumblick. Ganz Abenteuerlustige können dort oben den Skywalk buchen, der definitiv nur fĂŒr schwindelfreie Menschen geeignet ist. Den VR Tower Coaster, eine virtuelle Achterbahnfahrt, lassen wir aus. Wir geniessen lieber die RealitĂ€t.




Infos zu Sydney
AN-/RĂCKREISE
Wir sind mit dem Kreuzfahrtschiff Oceania Riviera angereist. Normalerweise wĂŒrde man mit dem Flugzeug eintrudeln. ZurĂŒck gings dann mit Singapore Airlines von Sydney via Singapur nach ZĂŒrich. Alles am StĂŒck mit nur einer Stunde Umsteigen in Singapur ist diese Fliegerei zugegebenermassen ein Schlauch. Selbst wenn man Business Class buchtâŠ
MOBIL VOR ORT
Sydney ist sehr gut mit Tram, Bus, Zug und FĂ€hre erschlossen. Da es ohnehin schwierig ist, einen geeigneten Parkplatz zu finden, kann man sich die Automiete also gleich sparen. Wenn man weiterreist, das Auto besser erst ab Abreisetag anmieten.
So sind wir zum Fetherdale Wildlife Park gefahren:
Nach dem Fussmarsch vom Hotel zur Town Hall Station steigen wir dort in den Zug T1 und fahren bis Blacktown. Jeweils beim Zugang zum Perron muss man an einer Lesestation die Kreditkarte beim Ein- und Aussteigen hinhalten. Und fertig. Abgerechnet wird dann ĂŒber Nacht. Bei der anschliessenden Busfahrt mit der Nr. 729 (startet an Kante E) bis Featherdale funktioniert das Abrechnen ĂŒber LesegerĂ€te bei den BustĂŒren. HĂ€tten wir allerdings nicht die ĂV-App auf dem Handy gehabt, wĂ€re es sehr schwierig gewesen, die richtige Station zu erwischen. Es werden nĂ€mlich keine Haltestellen durchgegeben.
HOTEL
The Parkroyal Darling Harbour
150 Day St
Sydney NSW 2000
www.panpacific.com
RESTAURANTS
Adria Bar Restaurant
The Promenade
Cockle Bay Wharf Darling Harbour
Wheat Rd
Sydney NSW 2000
www.nicksgroup.com.au

Home Thai
Shop 1/2/299 Sussex St
Sydney NSW 2000
homethai.net.au

North Bondi RSL Club
118/120 Ramsgate Ave
North Bondi NSW 2026
northbondirsl.com.au



SEHENSWĂRDIGKEITEN
Sydney Opera House
Bennelong Point
Sydney, NSW 2000
www.sydneyoperahouse.com
Queen Victoria Building QVB
QVB 455 George St
Sydney, NSW 2000
www.qvb.com.au
St Maryâs Cathedral
St Marys Rd
Sydney NSW 2000
stmaryscathedral.org.au
Sydney Tower Eye
Westfield Sydney, Level 5
108 Market St
Sydney NSW 2000
www.sydneytowereye.com.au

© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz Jucker | TravelExperience.ch 2026
Offenlegung: FĂŒr die ganze Reise sind wir selbst aufgekommen.


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