
Die meisten Medikamente wie Schmerztabletten & Co. vertragen nicht mehr als 25 °C. Das erreicht man in den Tropen allerdings ziemlich rasch. Noch schwieriger wird es, wenn das benötigte Medikament zwischen 2 und 8 °C gelagert werden muss. Da ich mittlerweile aus Erfahrung berichten kann, möchte ich meine Erkenntnisse hier weitergeben.
Inhalt
Kühlung bis 25 °C
Von Frio (ich habe dort keine Aktien und keinen Kommunikationsauftrag, sondern bin einfach mit dem Produkt zufrieden) gibt es Kühltaschen in unterschiedlichsten Grössen, für Augentropfen über Fertig-Pens bis zu Insulin-Fläschchen und Taschen im Format 14×19 cm. Das kühlende Granulat, das in Stoffbeutel verpackt ist, wird mit kaltem Wasser in 12 Minuten aktiviert und nach etwa 40 Stunden in nur 5 Minuten reaktiviert.

Wenn die Aussentemperatur konstant 37 °C beträgt, hält die Kühlung bis zu 45 Stunden eine Temperatur zwischen 18 und 26 °C. Aber ich habe für meinen Cholesterin senkenden Fertig-Pen schon nach jeweils 38 Stunden das Kühlelement reaktiviert. Sicher ist sicher. So hatte ich während meiner Namibia-Reise null Probleme mit der Kühlung, die glücklicherweise nur eine knappe Woche lang nötig war.
Apropos sicher: Ich habe mir die wasserundurchlässige Nylon-Innentasche dazu bestellt, um die Pens vor Feuchtigkeit zu schützen.
Kühlung 2 bis 8 °C
Irgendwann ist ein weiteres Medikament in Form eines Fertig-Pens dazugekommen, das eine Kühlung von 2 bis 8 °C verlangt. Die ausgedehnte Suche hat schliesslich nur ein vernünftiges Kühlgerät ergeben, das auch auf einem Langstreckenflug brauchbar ist: die Secretsbox. Sie wird bei Amazon so beschrieben: «Insulin Kühlbox Elektrisch, mit Akku 20 000 mAh Kühlbox Medikamenten Reise, USB Kühler 2–8 °C + 4 Biogel Kühlakkus, Mini Kühlschrank Insulin Reise…» etc… etc… und kostet ca. 133 Franken. Eine Powerbank ist im Lieferumfang dabei, aber sicherheitshalber habe ich mir eine zweite gekauft. Damit kann man ja auch Handy und Akkus von weiteren Geräten laden. Achtung: Viele Airlines erlauben nur eine Powerbank pro Person! Immer vorher die Bestimmungen für den gebuchten Flug checken!

Kühlvariante 1: Die Fertig-Pens in hellblaue Samtsäcklein (u. r.) stecken und zusammen mit zwei bis drei Biogel-Sticks (u. l.) in die Secretsbox (o. l.) schieben, die mit dem blauen Deckel (o. 2.v.l.) verschlossen wird.
Kühlvariante 2: Die Fertig-Pens in die silberne Röhre des Kühlaggregats (o. 2. v. r.) schieben und mit weissem Deckel verschliessen. Das Kühlgerät kommt in die Secretsbox und wird drehend verschlossen (den blauen Deckel braucht es hier nicht). Den Kühler am Strom anschliessen, entweder direkt mit Kabel und Netzstecker (u. 2. v. r.) oder an die Powerbank (o. r.).
Mein Vorgehen auf dem Flug Zürich–Singapur
Etwa vier Wochen vor Abreise habe ich Singapore Airlines per E-Mail mitgeteilt, dass ich ein Medikamentenkühlgerät während des Fluges mitführen werde und um Genehmigung gebeten. Ich musste dann alles genauestens erklären und viele Angaben machen zum Gerät, zu den Medikamenten etc. und bestätigen, dass ich ärztliche Bescheinigungen (in englischer Sprache) eingeholt habe. Etwa eine Woche vor Abflug ist die Genehmigung dann eingetroffen. Die habe ich nur eingeholt, weil ich a) damit einfacher durch die Sicherheitskontrolle komme und b) auf dem Flieger der Betrieb einer Powerbank nicht erlaubt ist, sondern Bordstrom benötigt wird.
Mit zwei tiefgefrorenen Biogel-Sticks im Kühler starte ich meinen Langstreckenflug. Laut den Sicherheitsregeln des Flughafens Zürich (Stand November 2025) müssen Kühlelemente gefroren sein, um damit den Security-Check passieren zu können. Die beiden Sticks halten die Temperatur im Kühler zwischen 2 und 8 °C bis zu 18 Stunden lang, bei 30 °C Aussentemperatur.
Weil ich nicht weiss, wie lange die Einreise und die Fahrt zum Hotel dauern, könnte die Kühlung in die Nähe besagter 18 Stunden kommen. Deshalb wechsle ich gegen Ende des Fluges die Kühlungsart von den Biogel-Sticks auf das elektrische Kühlaggregat und versorge es mittels USB-Stecker mit Bordstrom. Nach der Landung wechsle ich die elektrische Versorgung auf die Powerbank, die während des Fluges ja nicht betrieben werden darf.
Bis zum Hotel läuft der Kühler via Powerbank, und im Hotel kann ich ihn dann am normalen Strom anhängen. Ich würde die Kühlung aber längstens zwei Tage am Stück mit Elektrisch laufen lassen! Bei mir hat es am dritten Tag Aussetzer gegeben.
Viel besser ist es ohnehin, die Biogel-Sticks im Hotel tiefgefrieren lassen und damit zu kühlen. Im Lieferumfang sind vier Sticks enthalten, die kann man also paarweise und abwechslungsweise tiefkühlen lassen. Das Hotelpersonal muss unbedingt darauf hingewiesen werden, dass die Sticks tiefgekühlt werden müssen und nicht einfach in den Kühlschrank gelegt werden dürfen.
Leider hatte ich nur zwei Sticks dabei. Den Fehler mache ich nie wieder! Im Flugzeug müssen die unbenützten Sticks übrigens im aufgegebenen Gepäck reisen. Ich würde sie zusammen mit der Betriebsanleitung des Kühlgeräts in einen Plastiksack stecken. Falls ein Scanner für eine Durchsuchung sorgt, wäre die Erklärung gleich mitgeliefert.
Falls es im Hotelzimmer einen Kühlschrank hat, kann man auch mit einem kleinen, mitgebrachten Thermometer kontrollieren, wie kühl es darin ist und die Medikamente dann allenfalls dort lagern. Mein Thermometer zeigte leider nicht die gewünschte Temperaturspanne an.
Auf dem Kreuzfahrtschiff habe ich meine Medikamente sofort ins Medical Center zur Aufbewahrung gebracht. Das hat auf der Oceania Riviera problemlos geklappt und war auch ein kostenloser Service. Eine Option wäre auch der Kühlschrank in der Kabine gewesen, aber bei einem Stromausfall würde der Kühlschrank im Medical Center wohl mit Notstrom gekühlt. Jener in der Kabine sicher nicht.
Meine Schlussfolgerungen nach der ersten Langstreckenreise
Alle vier Sticks und ein kleines Thermometer mitnehmen! Achtung: Batterie für die Flugreise aus dem Thermometer nehmen. Sonst riskiert man am Ankunftsort eine leere Batterie. Generell klebe ich die Kontaktflächen von Batterien immer ab und befestige sie mit Klebstreifen direkt am Gerät.
Klebstreifen habe ich übrigens auch immer im Gepäck! Damit befestige ich im Hotelzimmer Abdeckungen aller Art über lästigen LED-Leuchten (am Fernseher oder Telefonapparat). Und im Notfall klebe ich auch einen Schnitt im Finger damit zu, wenn ich kein Pflaster zur Hand habe.
Einen Adapter für unsere europäischen Stecker haben wir auf unseren Reisen ausserhalb von Europa ebenfalls immer dabei. Aber aufgepasst: Singapur wie auch Australien haben sehr spezielle Stecker. Man muss also darauf achten, den richtigen Adapter dabeizuhaben. Mittlerweile gibt es da ja «eierlegende Wollmilchsäue», die für alle Steckdosenarten gerüstet sind. Auf der Oceania Riviera wäre das aber gar nicht nötig gewesen, denn unsere Stecker haben überall gepasst.
Links zur Kreuzfahrt Singapur–Sydney:
Mit der Oceania Riviera von Singapur nach Sydney – Teil 1
Oceania-Kreuzfahrt Singapur–Sydney – Teil 2
© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz Jucker | TravelExperience.ch 2026
Offenlegung: Ich habe alle Kühlvarianten selber berappt.
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