
Ich kenne den Hotelier und Gastgeber Jürg Mettler seit Jahren, wohl sogar seit Jahrzehnten. Wir haben aber beide nicht mehr herausgefunden, wo wir uns zum ersten Mal über den Weg gelaufen sind. Das ist ja auch egal, denn jetzt geht es um die Gegenwart. Und die beschert Heinz und mir einen Aufenthalt im Hotel Des Alpes, das seit fünf Jahren unter den Fittichen des «alten Hasen» ist. Bevor er übernommen hat, war der Ruf des Hauses nicht mehr der beste, doch einen erfahrenen und erfolgreichen Hotelier schreckt das nicht zwingend ab. Jürg wollte diese Herausforderung (noch einmal) annehmen und stürzte sich ins Projekt Des Alpes.
Inhalt
Ankommen im Drei-Sterne-Haus
Was wir heute antreffen, ist ein sauberes, renoviertes, hübsches und gut organisiertes Hotel, dessen Restaurant ganz besonders beliebt ist. Doch von vorne.

Der Empfang ist sehr herzlich und unkompliziert. Wir bekommen erklärt, wie wir in die Parkgarage gelangen und dass wir von dort mit dem Lift direkt auf unsere Etage hinauffahren können. Allerdings sind zwischen Garage und Lift dennoch ein paar wenige Stufen zu bewältigen. Wer damit Mühe hat, nimmt mit dem Gepäck besser den Haupteingang. Oder bittet um Hilfe.
Einfach gemütlich
Unser Zimmer 204 bietet vom Balkon aus einen schönen Blick von Flims-Waldhaus (wo wir uns befinden) auf Flims-Dorf hinüber und auf die imposante Felswand des Flimsersteins. Das Zimmer selbst ist angenehm schnörkellos und in gedämpften Erdfarben eingerichtet. Der lange Wandtisch bietet jede Menge Ablagefläche. Die Minibar enthält Wasser (still und laut), obwohl hier aus jedem Wasserhahn bestes Bergwasser läuft. Doch für viele ausländische Gäste ist das etwas sehr Ungewohntes, sie trinken deshalb Wasser nur aus Flaschen. Und aus dem Mini-Kühlschrank kommt das Wasser natürlich kälter als aus dem Wasserhahn.

Neben den Nachttischchen befinden sich Steckerleisten, damit man das Smartphone auch nachts in Griffweite aufladen kann. Der «Schrank» ist offen, wie das heute in renovierten Hotelzimmern häufig der Fall ist: Ein paar Tablare und eine Kleiderstange mit angenehm vielen Kleiderbügeln (eine Seltenheit!) stelle ich mir im Winter mit voluminösen Kleidern eher etwas herausfordernd vor, aber im Sommer passt’s. Es gibt übrigens auch eine Plastikschale, in der nasse Schuhe gut aufgehoben sind. In diesem regnerischen Sommer 2024 ein sehr praktisches Detail…

Das Badezimmer ist ebenfalls renoviert und sehr zweckmässig. Fön, Seife, Duschgel und Kleenex sind vorhanden, damit sind wir bereits zufrieden. Dass die «Wassergläser» aus Metall sind, hat mich überrascht. Die gefallen mir viel besser als die unsäglichen Papp- oder Plastikbecher, die wir sehr oft in Hotelbadezimmern antreffen.
Unterm Strich gefällt uns das Zimmer 204 sehr gut, wir fühlen uns wohl und aufgehoben. Nur den Safe hätte ich etwas zugänglicher erwartet: Er ist im untersten Tablar des «offenen Schrankes» zu finden – falls ihn jemand sucht. 😉

Eigentlich gehören nur 38 Zimmer des ganzen Hauses zum Hotel, denn es gibt noch einige private Studiobesitzer bzw. Dauermieter, von denen jedoch ein paar ihre Zimmer zeitweise vom Hotel vermieten lassen. Das ist der Grund, weshalb auch nicht alle Zimmer den genau gleichen Look haben. Jürg Mettler hätte aber gerne zehn Zimmer mehr für seinen Hotelbetrieb, denn so könnte er im Housekeeping eine Person mehr einstellen. Wir drücken die Daumen, dass die Zeit es richtet…

Nach dem Wandern oder auch an einem kühlen Regentag macht der Indoor-Pool besonders Spass. Er ist nicht riesig, aber für etwas Abkühlung und Bewegung im Wasser reicht er alleweil. Vor allem hätten wir den Pool gar nicht erwartet. Auch eine Sauna ist vorhanden, die aber im Sommer nur auf Vorbestellung geheizt wird. Im Winter haben die Schneefreaks sicher Freude daran.
Il Forno, die hauseigene Trattoria
Auch als Gast des Hotels reserviert man besser einen Tisch zum Abendessen im Il Forno, dem hauseigenen Restaurant; denn man weiss nie, ob es rappelvoll sein wird oder nicht. In der Küche arbeiten zehn Leute, von denen nur Giovanni, der Chefkoch, fest angestellt ist. Der Rest zieht es vor, als Saisonniers zu arbeiten. Das gibt natürlich etwas mehr Freiheit, die Familie zu Hause zu besuchen… Die Gerichte, welche die Crew zaubert, sind italienisch und vieles ist hand- und hausgemacht. Die Zutaten stammen wenn immer möglich von Betrieben und Bauern aus der Umgebung.




Was hier – auch im Service – auffällt: Alle sind gut gelaunt. Unser Kellner Jan erweist sich als sehr zuvorkommend und äusserst aufmerksam – und er hat immer einen flotten Spruch auf Lager. Ausserdem versteht der gebürtige Hamburger viel von Weinen. Seine Empfehlung ist jedenfalls gut angekommen. Dazu geniessen wir am ersten Abend Kalbsleber mit Rösti (Inge: genial!) und eine Pizza (Heinz: hervorragend!). Als Dessert rutscht dann noch eine kühlende Kugel Glace die Kehle hinunter. Mehr hat nicht mehr Platz…

Am zweiten Abend entschliesst sich Heinz für Trofie (Pastasorte) mit Pesto und Crevetten, während ich auf eine Vorspeise setze: Jakobsmuscheln auf Salat mit mariniertem Ingwer. Dazu verputze ich ein paar Stücke «Pizzabrot». Wir sind beide mit unserer Auswahl äusserst zufrieden. Kein Wunder, ist das Restaurant so beliebt! Am ersten Abend war es übrigens wirklich rappelvoll… Aber in der Not könnte man sich einfach eine der herrlichen Pizzen telefonisch bestellen und sie dann kurze Zeit später abholen.
Der beliebteste Pizzaofen in Flims
Nach dem Frühstück, das übrigens null und nichts zu wünschen übrig liess (im Gegensatz zum Wetter), habe ich mir den Pizzaofen im Restaurant Il Forno genauer angeschaut. Es handelt sich um einen Holzofen, in dem sich ein riesiger Pizzastein dreht, den der Pizzaiolo Giorgio Madaschi anheben oder absenken kann. Oben ist es im Ofen heisser als unten. Vielleicht ist hier das Geheimnis der feinen Pizzas zu finden? Für den Pizzabäcker ist das Handwerk jedenfalls etwas spezieller, schliesslich muss er den Überblick bewahren, denn im Ofen können im Hochbetrieb (wenn ich mich richtig erinnere) etwa sieben Pizzen drehen!


Schon kurz vor dem Mittagessen kommt die erste Pizzabestellung rein. Der Filmschnipsel zeigt, wie die besten Pizzen von Flims – behaupte ich! – entstehen. Pizzaiolo Giorgio Madaschi macht das prima!
La Cantinetta, ein Kleinod
Ich habe den Eindruck, dass das Séparée namens Cantinetta der heimliche Stolz des Gastgebers ist. Jürg Mettler hat es herrlich italienisch eingerichtet. Es bietet Platz für sechs bis zehn Gäste, die hier feiern, gediegen im kleinen Rahmen tafeln und gemütlich gepflegte Italianità geniessen können. Um die Cantinetta nutzen zu können, muss man verständlicherweise reservieren. Die Minimalkonsumation beträgt 600 Franken je Abend.



Infos zum Hotel Des Alpes
Hotel Des Alpes
Promenada 45
CH-7018 Flims-Waldhaus
https://hoteldesalpes.ch
Hunde sind im Des Alpes übrigens sehr willkommen, und zu den Bergbahnen gibt es einen Shuttlebus. Die Postauto-Station befindet sich quasi hinterm Haus und somit ist die ganze Umgebung gut zu erreichen.
Vom berühmten Caumasee ist das Hotel nur gerade etwa zehn Minuten zu Fuss entfernt. Wir verlinken hier zu unseren unverzichtbaren Ausflügen in der Region: Flims-Laax-Falera: 3 faszinierende Ausflugstipps

© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz Jucker | TravelExperience.ch | 2024
Offenlegung: Wir waren vom Gastgeber Jürg Mettler für zwei Übernachtungen mit Abendessen eingeladen.
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