Die quirlige Stadt ist echt eine Entdeckungsreise wert. Valencia lädt zum Staunen, Shoppen und vergnüglichen Flanieren. Eine Eroberung in zwei Teilen.
Valencia, Plaza de la Reina, Kathedrale
Die Plaza de la Reina wird von Valencias berühmter Kathedrale gekrönt.

So viel vorneweg: Das Staunen verfolgt einen vom Mittelalter bis in die Moderne. Doch beginnen wir mal mit dem Rundgang in der Altstadt Valencias.

Edle Paläste

Zwei monumentale, reich verzierte Gebäude an der Plaza del Ayuntamiento sehen schon fast wie Paläste aus. Das eine ist aber «nur» die Hauptpost, das andere ist das Rathaus, dem man den Anspruch eines edlen Aussehens natürlich nicht verwehren mag. Wir staunen ob der profanen Nutzung solch pompöser Bauten.

Valencia, Postamt
Valencias Postamt by night – sieht wie ein Palast aus.
Valencia, Plaza de Ayuntamiento
An der Plaza de Ayuntamiento, wo auch das Rathaus steht, kommt man immer wieder vorbei.

Markttrubel und Seidenbörse

Die riesige Halle des Mercado Central, es soll eine der grössten Europas sein, ist für eine Markthalle reich verziert. Und was es dort an Köstlichkeiten zu kaufen gibt… Meine Güte! Ich bereue es schon fast, dass ich im Hotel wohne und keine Küche habe, um all das Gemüse, die Früchte, Fleisch, Fisch und mehr zuzubereiten… Aber Mandeln eignen sich als typisches Mitbringsel, denn sie werden in der Region angebaut. Auch eine Horchata, eine Mandelmilch, sollte man probieren. Es gibt in der Altstadt einige Horchaterias, welche auf diese Mandelgetränke spezialisiert sind.

Valencia, Mercado Central
Von aussen hübsch und innen ganz schön appetitlich: Der Mercado Central.

Ganz in der Nähe des Marktes befindet sich die Seidenbörse, die Lonja de la Seda. Auch wieder so ein Wahnsinnsbau, der an eine Kirche erinnert, aber «nur» eine Börse war. Selbst wenn hier keine Seide mehr gehandelt wird, muss man diesen wunderbaren Raum mit den gedrehten Säulen einfach mal auf sich wirken lassen.

Valencia, Seidenboerse
Die ehemalige Seidenbörse erinnert an eine Kirche.

Und wer beim Durchgang zur Wendeltreppe (ist nicht begehbar) genau hinschaut, wird einen kleinen Engel entdecken, an dessen Brust eine «Echse» trinkt. Ich staune… Engel sind für mich eigentlich geschlechtslos. Aber wenn wir schon dabei sind: An der Südecke des Gebäudes gibt es einen Wasserspeier in Form eines männlichen Engels der auf die Passanten pinkelt…

Valencia, Seidenboerse
Man muss schon genau hinsehen, um diese frivole Figur in der Seidenbörse zu entdecken.

Kathedrale, Kirchen und Paläste

Auch an der Fassade der Kathedrale sind allerlei abenteuerliche Wasserspeier zu entdecken. Doch was mich unbestritten am meisten fasziniert, ist die Kapelle des Heiligen Kelchs (oder Grals) im Innern der Kathedrale. Im einzigen Lichteinlass, einer farbigen Rosette, ist der Kelch abgebildet und darunter wird er in einer Nische aufbewahrt. Der Überlieferung zufolge soll Jesus Christus beim letzten Abendmahl aus diesem Kelch getrunken haben. Das Licht, der Duft, die ganze Atmosphäre dieses Raumes ist irgendwie mystisch… Gut, dass es Bänke gibt, auf denen man sich niederlassen und die Stimmung geniessen kann.

Valencia, Kathedrale, heiliger Kelch, Gral
Der mystischste Ort in Valencias Kathedrale ist der Raum, in dem der heilige Kelch aufbewahrt wird.

Die Schutzpatronin der Stadt ist die Jungfrau der Schutzlosen. Ihr ist die Basílica de la Virgen de los Desamparados gewidmet. Der barocke Sakralbau aus dem 17. Jahrhundert reiht sich in das Ensemble der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt am Platz der Jungfrau. Beeindruckend ist die Kuppel, die eigenartigerweise nicht zentral, sondern Richtung Kathedrale verschoben ist. Der Museumsbesuch in der Kirche ist allerdings dem schönen Wetter zum Opfer gefallen.

Für das nationale Keramikmuseum haben wir allerdings eine Ausnahme gemacht. Einerseits der ausgestellten antiken Keramiken wegen, andererseits weil das imposante Gebäude selbst eine Augenweide ist. Der prächtige Palast des Marqués de Dos Aguas war ursprünglich ein schlichtes Wohnhaus aus dem 15. Jahrhundert, das der Markgraf 1740 im Rokoko-Stil renovieren liess. Der Haupteingang ist aus einheimischem Alabaster gefertigt, ein Werk von José Vergara.

Valencia, Keramikmuseum
Das Gebäude des Keramikmuseums sorgt für grosses Staunen. Das mächtige Portal besteht aus Alabaster!

Die noch mehr oder weniger original eingerichteten Räume stecken voller Kunstwerke und sind alle zu besichtigen.

Valencia, Keramikmuseum
Im Innern des Keramikmuseums geht das Staunen gleich weiter. So feudal lebte man hier…

Sich im Gassengewirr treiben lassen

Beeindruckt spült uns das Ende des Rundgangs wieder in die Altstadt hinaus mit ihren gemütlichen Gassen. Unvermittelt landen wir in einer verwinkelten Gasse mit herrlichen Fassadenmalereien. Und auf einem kreisrunden Platz, der Plaza Redonda, der reifartig von einem Wohnhaus umgeben ist, spielen Kinder um den Brunnen. Ganz in der Nähe ist auch das angeblich schmalste Haus der Welt zu sehen. Es ist – wohlgemerkt aussen – gerade mal eine Türe breit. Hinter der Fassade, so verrät unser Guide Vito, sei das Haus aber offen und gehöre zu den angrenzenden Gebäuden. Also ist nicht das Haus schmal, sondern nur die Fassade – aber ein gutes Fotosujet ist es auf jeden Fall.

Wer noch auf der Suche nach einem Souvenir ist, findet in der Altstadt viele Boutiquen. Wenn es etwas Typisches sein soll, wäre beispielsweise ein Fächer eine gute Wahl (Plaza de la Reina). Sie werden in der Region produziert, aber eine Werkstatt, die für Besucher offen wäre, haben wir nicht entdeckt. Wenn es um Essbares geht, sollte man nach Mandeln und all den Formen von Mandelgebäck sowie nach dem Paella-Reis Ausschau halten, der in der Gegend angebaut wird. Seide ist trotz Börse kein Thema mehr. Eigentlich schade.

Nach der Altstadt beschäftigt uns das moderne Valencia und seine grüne Lunge – aber in einem separaten Beitrag (siehe Infos).

Die Beschreibungen der von uns besuchten Restaurants wollen Sie bitte den Infos weiter unten entnehmen.

Infos zu Valencia

ANREISE
Täglich direkte Linienflüge mit SWISS von Zürich nach Valencia.

MOBIL VOR ORT
Mit der Valencia Tourist Card ist man gut unterwegs. Sie ist wahlweise während 24, 48 oder 72 Stunden (Preise: 15, 20 und 25 Euro) für alle Linienbusse und die Metro gültig. Für Online-Buchungen gibt es Rabatt, zudem bekommt man vielerorts vergünstigte Eintritte.
Auch mit dem Hop-on/hop-off-Bus gibt es mehrere Routen, auf denen man sich 24 Stunden lang bewegen kann. Die Preise variieren je nach Anbieter und Tour zwischen 16 und 30 Euro.
Valencia Tourist Card, Bus-Tickets und Infos gibt’s in der Tourist-Info an der Plaza de la Reina. Die Tourist Card ist auch in vielen Hotels erhältlich.

BESTE REISEZEIT
Valencia ist eine Ganzjahresdestination, aber am schönsten ist es natürlich von April bis Oktober. Man hat hier 300 Sonnentage und nur selten Regen.

UNTERKUNFT
Hotel Casual Valencia del Cine
Convento San Francisco 7, E-46002 Valencia
Tel. +34 96 351 74 60
www.casualhoteles.com
Einfaches, sauberes und angenehmes Hotel an sehr guter Lage zwischen Rathaus und Bahnhof. Siehe separaten Beitrag.

RESTAURANTS
Sagardi
Calle San Vicente Mártir 6, Valencia
Tel. +34 96 391 06 68
www.sagardi.com
Hier gibt’s die besten Pintxos der Stadt! In jedem Pintxo (1.95 Euro) steckt ein Holzstick (Pintxo). Abgerechnet wird nach Anzahl Sticks der konsumierten Pintxos. Achtung, dass nachher noch Platz fürs Abendessen bleibt. Der Hauswein ist übrigens sehr gut.

El Clot
Plaza Redonda 1, Valencia
Tel. +34 69 271 39 21
In diesem Lokal haben wir Tapas gefuttert, die alle sehr lecker waren. Bei einzelnen war die Portion recht gross. Ich empfehle, unbedingt die Crema Valenciana zu bestellen – die ist ein traumhaftes Dessert!

La Marcelina
Avd. Neptuno 8, an der Playa Las Arenas
Endstation der Bahn 8: Marina de la Reina
Tel. +34 96 372 33 16
www.lamarcelina.com
Mit Meeresluft um die Nase haben wir für 20 Euro ein Meeresfrüchte-Tapas-Menü bestellt, das sehr gut geschmeckt hat. Aufs Dessert habe ich zum Schluss dann aber doch verzichtet. Der Hauswein hat nicht enttäuscht.

La Sequiota
Calle Vicente Baldovi 9, El Palmar
Tel. +34 96 162 03 16
www.lasequiota.com
Nach der Bootsrundfahrt auf dem See im Albufera-Naturpark haben die Calamares und die Paella mit Meeresfrüchten so richtig gut getan. Dazu gab es weissen Hauswein, der sehr gut geschmeckt hat.

Eine Empfehlung, die wir nicht selber getestet haben, uns aber ans Herz gelegt wurde:
Restaurant Riff
Calle Conde de Altea 18, Valencia
Tel. +34 96 333 53 53 und + 34 671 87 59 75
www.restaurante-riff.com
Der deutsche Michelin-Sterne-Koch Bernd H. Knöller tischt hier auf. Reservieren ist ratsam.

ADRESSEN
Bioparc Valencia
Avd. Pío Baroja 3, Valencia
Tel. +34 902 250 340
www.bioparcvalenia.es

Stadt der Künste und der Wissenschaften und Oceanografic
Avd. Autopista del Saler, nº 5, Valencia
Tel. +34 902 100 031
www.cac.es

MEHR INFOS
VLC Valencia Tourism
Tourist Info
Plaza de la Reine 19, Valencia
Tel. +34 96 315 39 31
www.visitvalencia.com

Spanisches Fremdenverkehrsamt
Seefeldstrasse 19, 8008 Zürich
Tel. +41 44 253 60 50
www.spain.info

Noch mehr Spanien-Tipps gibt’s natürlich hier im Blog und in der Blog-Parade von Planetenreiter.de

© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz & Inge Jucker | TravelExperience.ch

Offenlegung: Unser Dank geht an Visit Valencia und an das Spanische Verkehrsbüro, Zürich.

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