Als wir im Hotel Alpina Mountain Resort & Spa in Tschiertschen weilten und dort Slowfood ein grosses Thema war, lag es auf der Hand, die Quelle zu besuchen: den «Alpahirt» im Dorf. Seither kaufen wir immer mal wieder bei ihm ein – auch online.
Schweiz, Graubünden, Tschiertschen, Alpenhirt
So hat sLädali vom AlpenHirt vor dem Brand ausgesehen. Das neue Stübli ist jetzt in der Post zu finden.

Slowfood – auch für Wanderer

Am 28. April 2019 ist das AlpenHirt-Lädali neben der Kirche in Tschiertschen wegen einer explodierten Gasflasche Opfer eines Feuers geworden. Es wurde gemunkelt, der Ladenbesitzer Adrian Hirt habe nach diesem Unfall Tschiertschen verlassen wollen. Gut, dass er es nicht getan hat! Das bekannte Hotel im Dorf, das Alpina Mountain Resort & Spa, hat bis vor der Pandemie vermehrt mit ihm zusammengearbeitet. Wie die Zukunft aussieht, ist im Moment nicht so klar. Sicher ist aber, dass der Alpenhirt seinen Namen gutbündnerisch in Alpahirt geändert hat und Wanderer im neuen Lädali in der Post beispielsweise Proviant in Form von Alpahirt-Trockenfleischwürsten kaufen können. Wenn wir in der Nähe sind, decken wir uns auch gerne mit dem feinen Trockenfleisch ein, auf das Inge nicht allergisch reagiert. Weshalb das so ist, verraten wir gleich.

Schweiz, Graubünden, Tschiertschen, Alpenhirt; Bündnerfleisch
Ein Korb voller Leckereien: Alpenschweinsalsiz und Farurer Baron – alles frei von Pökelsalz und dergleichen. Da können Allergiker aufatmen.

Wer ist denn eigentlich der Alpahirt?

Adrian Hirt ist in Tschiertschen aufgewachsen und hat schon als Kind erlebt, wie der Ur-Neni (Urgrossvater) Trockenfleisch hergestellt hat. Ganz ohne Salpeter und Pökelsalz. Als Chemielaborant und Lebensmittelingenieur kennt sich Adrian Hirt mit Zusatzstoffen aus, die für manchen Allergiker ein Problem darstellen. Und so hat er begonnen, Bündner- und Trockenfleischwürste nach dem Rezept des Urgrossvaters – nur mit natürlichen Zutaten – zu veredeln.

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Im Lädali vom Alpahirt gibt es viel zu entdecken – eine wahre Fundgrube!

Adrian Hirt hält viel von Transparenz. Deshalb konnte man früher seine Fleischprodukte bis zur Kuh und ihrer Weide zurückverfolgen. Das Bündnerfleisch, das man im Laden in Tschiertschen oder online kaufen kann, trug eine Nummer. Beim Farurer Baron, der einem Salsiz gleicht, beim Berg- wie auch beim Hanfsalsiz und beim Hirten-Stöckli weisen die Mindesthaltbarkeitsdaten auf die Kuh hin. Man musste die Nummer bzw. das Datum auf der Homepage des Alpahirts eingeben und erfuhr so die Geschichte seines Stücks Fleisch. Transparenter ging nicht. Wir fanden das genial, aber auf der neuen Homepage haben wir das Eingabeformular nicht mehr gefunden. Jetzt müssen wir erst mal abklären, weshalb das nicht mehr aufgeschaltet ist.

Ausser dem feinen Bündnerfleisch nach Ur-Nenis Rezept gibt es im Laden in Tschiertschen noch viele andere alpine Köstlichkeiten zu entdecken, beispielsweise den Röteli, den Adrian Hirts Mama Barbara selber herstellt, sowie Hanfprodukte von den «AlpenPionieren», die sich – erfolgreich! – in den Kopf gesetzt haben, den Lebensmittelhanf wieder auf Schweizer Teller zu bringen. Der Besuch im Alpahirt-Stübli lohnt sich also auf jeden Fall!

Das Stübli hat je nach Jahreszeit anders geöffnet. Am besten schaut man die gerade aktuellen Öffnungszeiten auf der Homepage nach.

Infos zum Alpahirt

Alpahirt
in der Post des Dorfs
Blacktawuoscht 17
CH-7064 Tschiertschen
alpahirt.ch

© Text: Inge Jucker, Fotos: Heinz Jucker | TravelExperience.ch | 2018 | 2019 | 2021

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