Ein Traum in Weiss und Blau – so präsentiert sich das Engadin im Winter. Und: St. Moritz ist nicht nur für Jetsetter ein Highlight.
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Corviglia – im Land der Steinböcke geniessen wir vom Pitz Nair aus traumhafte Sicht in die verschneiten Berge.

Mit dem Kopf voran in den Cresta Run

Es ist klirrend kalt, der Atem bildet Nebelwolken, doch der Anblick der filmreifen Winterlandschaft macht den Frost fast vergessen. Drei Kleiderschichten und abschliessend die Winterjacke drübergezogen, halten während der Besichtigung des Cresta Runs schön warm. Seit 1884 schwingen sich hier mutige Männer auf ihre Stahlschlitten und düsen Kopf voran den 1214 Meter langen Natureiskanal hinunter. Für mich wäre das nichts – doch Frauen dürfen hier ohnehin nicht mitmachen. So bestimmen es die Regeln des St. Moritz Tobogganing Club aus dem Jahre 1929. Aber sonst darf sich jeder, der über 18 Jahre alt ist, in dieses Tempoabenteuer stürzen.

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Am Cresta Run steht das Clubhaus des Tobogganing Clubs – Zutritt haben natürlich nur Klubmitglieder.

Bob Bahn und Bergpanorama

Dafür darf ich auf dem Olympia Bob Run bei einer Taxifahrt den Eiskanal hinuntersausen. Das heisst: dürfte ich, wenn nicht gerade wegen bevorstehender Meisterschaften das Eis geschont wird und die Bahn gesperrt bleibt.

Macht nichts, das verdirbt einen St.-Moritz-Tag keinesfalls! Wie wäre es damit: Vom Piz Nair aus das volle Bergpanorama geniessen! Mit der Corviglia-Bahn ist der Gipfel schnell erreicht. Oben angelangt, muss ich erst einmal innehalten.

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Das Engadin ist ein traumhaftes Winterwonderland…

Ein Traum in Weiss und Blau! Und die Skifahrer und Snowboarder werden von Pulverschnee und herrlichen Pisten fast ohne Ende erwartet. Das Skigebiet Corviglia-Marguns-Piz Nair zählt zu den grössten der Schweiz.

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Im Corviglia-Skigebiet tummeln sich Skifahrer und Snowboarder.

Das Kulm Hotel

Viele Pistenkilometer später gibt es jedoch nichts Schöneres, als die Beine hochzulagern und dazu einen Drink zu geniessen oder sich im Spa die müden Muskeln massieren zu lassen. Beides habe ich im legendären Kulm Hotel gemacht, wo seit über 160 Jahren für das Wohl der Gäste gesorgt wird. Das Arvenholzbüro des Hotelbegründers Johannes Badrutt ist noch im Original erhalten.

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Das arvengetäferte historische Büro im Kulm Hotel sieht aus, als hätte Johannes Badrutt, der Begründer des Wintertourismus im Engadin, den Raum nur kurz verlassen.

Es hat kleine Fenster zur Strasse hinaus, und so konnte man gut sehen, wenn sich ein Gast dem Hotel näherte. Das heutige Büro befindet sich hinter der Rezeption, denn das alte Büro wäre für den heutigen Betrieb viel zu klein.

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Wer schlittschuhlaufen möchte, hat auf dem Eisfeld des Kulm Hotels dazu Gelegenheit.

Wer hat’s erfunden ?

Es ist wirklich ein sehr spezieller Ort, denn im Jahre 1864 «erfand» hier Johannes Badrutt den Wintertourismus: Er versprach seinen letzten Sommergästen, er würde alle Reisekosten übernehmen, falls sie von einem Aufenthalt im Kulm in der Zeit von Dezember bis Frühling nicht begeistert wären. Nun, seine ersten Wintergäste waren begeistert und die Geschichte nahm ihren Lauf.

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Romantischer geht kaum: Der Eingang ins legendäre Kulm Hotel. Da unser Foto nicht so schön geworden ist, hilft uns hier die Fotothek des Hotels aus. (© Kulm Hotel)

«Modern» war das Kulm ebenfalls frühzeitig: 1878 brannte in der Schweiz das erste elektrische Licht – im Speisesaal von Johannes Badrutts Kulm Hotel. Und auch heute findet man hier jeden zeitgemässen Komfort, eingebettet in die angenehme Atmosphäre der Gründerjahre. Ein gutes Feriengefühl!

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Irgendwie haben wir es verpasst, unser Zimmer zu fotografieren… Tsss… Aber unseres hat genau wie dieses ausgesehen. (© Kulm Hotel)

Infos zu St. Moritz

ANREISE
Am schönsten ist die Anreise natürlich mit der Rhätischen Bahn ab Chur. Wir sind aber mit dem Auto ins Engadin gefahren.

UNTERKUNFT
Hotel Kulm

St. Moritz
www.kulm.com
Das 5-Sterne-Haus bietet z. B. ein Need-for-Speed-Package an: 3 Nächte inkl. Frühstücksbüfett, zwei Mittagessen in der Sunny Bar, für die Herren drei Cresta-Fahrten, eine Gästebob-Fahrt im Bob Run und eine Kulm-Ritual-Massage. Preis: ab 2370 Franken.

WEITERE INFOS
www.stmoritz.ch

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