Eine Reise durch die Steiermark ist immer mit Kürbiskernöl – sogar am Dessert! – und anderen Köstlichkeiten verbunden.
Südsteiermark, Hartlieb, Kürbiskernöl
Eingang zur Ölmühle Hartlieb in Heimschuh in der Südsteiermark.

Auf unserer Weinreise machen wir auch in der Ölmühle Hartlieb Halt. Früher war sie ein Sägewerk, dann eine Getreidemühle und während zwei bis drei Monaten im Jahr diente sie als Ölmühle. Zunächst wurden nur Kürbis- und Rapsöl hergestellt, mittlerweile zählen auch Marillen-, Haselnuss- und viele andere Öle zu den Spezialitäten.

Während der Führung durchs Museum erfahren wir, wie vor 300 Jahren das Kürbiskernöl hergestellt wurde und wie die Produktion heute aussieht. Etwa 80 Prozent der hier gewonnenen Öle werden vor Ort direkt an die Konsumenten verkauft. Der kleine Rest geht an Wiederverkäufer. Sieben Mitarbeiter sind heute das ganze Jahr über damit beschäftigt, tonnenweise Kürbis- und Weinkerne zu verarbeiten.

Vom Armeleute- zum Delikatessenöl

Bekannt ist, dass Traubenkernöl bereits im 16./17. Jahrhundert hergestellt wurde. Wie das damals gemacht wurde, weiss man hingegen nicht. Heute werden die Kerne gereinigt, getrocknet und dann gemahlen und gepresst. Kürbiskernöl kennt man seit 300 Jahren, aber es galt lange Zeit als «Armeleuteöl». Zunächst wurde es als Schmieröl für die Gelenke verwendet, es wurden Salben und Pflaster hergestellt – nur zum Essen fand man es zu schade…

Südsteiermark, Hartlieb, Kürbiskernöl
Ein Museum erläutert die Ölherstellung von früher.

Der heute verwendete Steirische Ölkürbis ist eine eingetragene Sorte. Er wird nur hier angebaut, und seine Kerne sind schalenlos. Das erleichtert natürlich die Arbeit, denn früher, als normale Gartenkürbisse angebaut wurden, mussten alle Kerne zuerst geschält werden. Die Entstehung des Steirer Kürbisses war eine Laune der Natur, die dann über mehrere Anbaugenerationen weiter entwickelt wurde. Seine Aussenhaut ist übrigens weiss und erinnert in keiner Weise an Halloween.

Südsteiermark, Hartlieb, Kürbiskernöl
Inklusive Degustation des herrlichen Kernöls. Im Hintergrund Thomas Hartlieb, der Chef.

Wenn das Öl dunkel und unter 20 Grad gelagert wird, hält es 18 Monate, 3 bis 4 Monate, wenn es geöffnet ist. Doch in der Steiermark erreicht es dieses Alter kaum, denn es wird überall eingesetzt und gilt bei manchem Steirer gar als Grundnahrungsmittel. Spiegeleier werden darin gebraten – die sind dann schön grünlich –, in die Salatsauce gehört das «grüne Gold» sowieso und über Vanilleeis gegossen ergibt es mein Lieblingsdessert! Und wer auf die weisse Bluse kleckert, legt sie ein paar Stunden an die Sonne. Weg ist der Fleck. Ausprobiert habe ich es selber nicht, aber man hat mir das so oft erzählt, dass ich es glaube. Kürbiskernöl ist ohnehin viel zu schade zum Kleckern… ;-)

Südsteiermark, Eiscreme, Glace, Kürbiskernöl
Eiscreme mit Kürbiskernöl im Restaurant Schramm.

Himbeeren und Traubenkerne…

Wer Himbeeren mag, sollte auch einen Stopp auf dem Himbeerhof einplanen. Alles was hier wächst, wird verarbeitet: Wein, Obst, Himbeeren… viele Himbeeren, denn der Hof trägt seinen Namen nicht einfach so. Wir geniessen Himbeerwein, aber auch trockenen Muskateller, Isabella-Traubensaft, Brotstückchen mit Pesto, Quitte pikant, Gelee, Himbeersenf, Himbeermarmelade, Himbeer-Knabberkerne… Paradiesisch! Mit vollen Tüten ziehen wir weiter.

Südsteiermark, Himbeerhof
Himbeernudeln vom Himbeerhof.

Die nächste Spezialität wird nicht gegessen, sondern dient der Hautpflege: Wir besuchen die Produktionsstätte der Vinoble-Produkte. Der Hygiene wegen dürfen wir nur durch Glasscheiben zuschauen. Hier arbeiten viele Frauen aus der Umgebung, die Kinder hatten und wieder einer Tätigkeit nachgehen wollen. Die Produkte sind alle biologisch und zertifiziert, enthalten Lichtschutzfaktoren aus der Natur und ganz sicher keine Parabene… Dafür aber jede Menge Traubenkernöl und weitere Rohstoffe, welche die Kerne liefern. Wir erfahren viel über einzelne Bestandteile, aber ich kann mir keine dieser komplizierten Namen merken. Viel lieber lasse ich mich von der Begeisterung von Luise Köfer anstecken, die hinter den Vinoble-Produkten steckt.

Südsteiermark, Vinoble, Luise Köfer
Luise Köfer erklärt mit Begeisterung ihre Vinoble-Produkte.

Diese werden in ausgewählten Hotels in den Spas verwendet, beispielsweise im Hotel Post in Lermoos (siehe separaten Beitrag). Dass wir den Betrieb nicht ohne ein Vinoble-Produkt verlassen, versteht sich von selbst. Mir hat die Feuchtigkeitscreme am besten gefallen, aber das muss jeder für sich ausfindig machen. Am besten natürlich anlässlich einer Reise durch die Südsteiermark… ;-)

Südsteiermark, Vinoble
Sehen ja auch edel aus, diese Vinoble-Pflegeproduke…

Infos zur „leckeren“ Südsteiermark


ANREISE

Mit InterSky besteht sechsmal pro Woche eine direkte Flugverbindung von Zürich nach Graz (1 1/2 Stunden). In 9 1/2 Stunden (ab Zürich) ist Graz auch per Bahn erreichbar. 7 Stunden dauert die Autofahrt (ebenfalls ab Zürich gerechnet). Weiterreise mit einem Mietwagen oder Hotel-Shuttle.

VOR ORT
In den 14 Gemeinden der Tourismusregion Südsteirische Weinstrasse verkehrt das WeinMobil. Telefonisch lässt sich die gewünschte Fahrroute bestellen – von 10:00 bis 23:30 Uhr! Der Mindesttarif beträgt 9 Euro für 5 Kilometer. Nicht pro Person, sondern pro Fahrt. Im Kleinbus haben bis zu acht Personen Platz. Wenn man also nicht alleine fährt, kommt das recht günstig zu stehen.

BESTE REISEZEIT
In der Südsteiermark ist man eher von Frühling bis Herbst unterwegs ist, wenngleich auch der Winter seine Reize hat.

ÜBERNACHTEN
Siehe Beitrag: Wein und Sterne in der Südsteiermark

ADRESSEN
Hartlieb Ölmühle
8451 Heimschuh 107
www.hartlieb.at

Himbeerhof
Langegg 24
8463 Glanz
www.himbeerhof-renner.at

Vinoble
Cosmetics-Manufaktur
8441 Fresing
www.vinoble-cosmetics.at

ALLGEMEINE INFORMATIONEN
www.suedsteiermark.com
www.steiermark.com
www.austria.info

© Text & Fotos: Inge Jucker | TravelExperience.ch

Offenlegung: Diese Reportage wurde unterstützt durch Österreich Werbung Zürich, Südsteiermark Tourismus und InterSky.

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