Wer meint, den Winter in Sachen Skifahren noch nicht ganz ausgekostet zu haben, für den habe ich einen guten Tipp: Kühtai – klein, gemütlich, schneesicher.
Kühtail, Skigebiet
Ein herrlicher Blick Richtung Pirchkogel – und natürlich Kaiserwetter.

Spätestens seit den Weltcup-Skirennen ist der Name Kühtai in Tirol bekannter als auch schon. Skirennläufer Bode Miller trainierte hier bereits vor Jahren – in diesem Tal, das kaum jemand kannte. Ich überlege keine Sekunde, dem einladenden Ruf von Christian Graf zu Stolberg-Stolberg zu folgen und sein Jagdschloss sowie das umliegende Skigebiet zu besuchen. Doch alles der Reihe nach, jetzt ist das Skigebiet dran.

Schneesicher – auf 2020 Meter über Meer

Obwohl zum Zeitpunkt meiner Reise noch viele Schweizer Skigebiete unter Schneemangel leiden, sind in Kühtai alle Bahnen in Betrieb.

Kühtail, Skigebiet
Von der Bergstation der Kaiserbahn aus sieht man zu den Irzwänden hinüber.

Zumindest zeitweise. Denn manchmal stehen die Zeichen auf Sturm, weshalb die Gondeln sicherheitshalber eingefahren werden.

Kühtail, Skigebiet
Auf der gegenüberliegenden Talseite erhebt sich der Rosskopf.

Aber grundsätzlich ist Kühtai schneesicher und springt nicht nur für Weltcup-Rennen ein, sondern auch für Filmaufnahmen. Das war 1962 der Fall, als Cortina d’Ampezzo keinen Schnee hatte und die Filmcrew nach Kühtai umziehen musste. Der Film hiess «The Main Attraction» mit Pat Boone, Nancy Kwan und Mai Zettleringin in den Hauptrollen. Doch das ist eine andere Geschichte, die Gerd Krauskopf vortrefflich beschrieben hat. Jedenfalls sind seit jener Zeit immer mal wieder illustre Gäste auf Kühtais Pisten anzutreffen.

Pisten von superleicht bis schwarz

Zugegeben, der mit 2020 Metern höchstgelegene Wintersportort Österreichs ist optisch nicht eben einer der bilderbuchmässigsten. Er besteht aus einer Handvoll Einwohner, der Rest sind Hotels und Pensionen, mehrere Skivermietungen, Sportläden und ein Lebensmittelgeschäft. Aber das interessiert Skifahrer ja herzlich wenig. Die tummeln sich dank 11 Ski- und Sesselliften auf 41 Pistenkilometern, von superleicht für die Kleinen bis ganz schön schwarz. Toll auch die Schlittelbahn, die hier natürlich Rodelbahn heisst. Die 2,5 Kilometer Schussfahrt muss man sich allerdings verdienen: Bis zum Start beim Graf Ferdinand Haus stapft man etwa eine Stunde lang bergwärts. Nachts ist die Bahn beleuchtet.

Kühtail, Skigebiet
In bzw. vor der Kaiser Maximilian Hütte lässt sich prima ausspannen.

In österreichischen Skigebieten gehört eine gute Verpflegung zur Grundausstattung. Das ist auch in Kühtai nicht anders. Aber das typische, dröhnende Remmidemmi und die Aprèsski-Bars auf den Pisten, die sucht man hier vergeblich. Wir haben uns jedoch in der Bar des Iglu-Dorfes zu Musik und Lichtshow mit einem heissen Glühwein wieder aufgewärmt.

Kühtail, Skigebiet
Apéro oder Absacker gibt’s in der Iglu-Bar im Iglu-Village.

Lange Anmarschwege und Anstehen an den Bahnen sind hier – trotz besten Wetter- und guten Schneebedingungen – Fremdwörter. Doch an einem Samstag wie heute ist es dem Grafen im Jagdschloss schon fast zu überlaufen. Und wir finden: Die Verhältnisse sind so angenehm – da bleibt der Stress tatsächlich zu Hause.

Kühtail, Skigebiet
Kühtai sieht abends richtig romantisch aus – während auf den Pisten immer noch die Ratracs unterwegs sind.

Infos zu Kühtai

BESTE REISEZEIT
Die Wintersaison dauert von Dezember bis April.

UNTERKUNFT
Wer mit den Skiern vorm Haus starten und abends quasi in die Lobby fahren möchte, ist im Jagdschloss in Kühtai bestens aufgehoben.

Im Iglu-Village kann man nicht nur übernachten und feiern, hier werden auch Tandem-Paragleiten, Winter-Autoparcour und Schneeschuhwandern geboten.
www.iglu-village.at

PREISE
Die aktuelle Preisliste gibt es hier: Kühtai Winterpreise

MEHR INFOS
Kühtai: www.kuehtai.info
Tirol: www.tirol.at
© Text & Fotos: Heinz & Inge Jucker | TravelExperience.ch

Offenlegung: Unser Dank geht an Kühtai Tourismus und das Jagdschloss.

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