Die Kvarner Bucht lockt mit herrlichen Stränden, Belle-Époque-Villen und Gelassenheit. Genau die richtige Mischung für neugierige Feriengäste.
Kroatien, Kvarner, Opatija
Der Yachthaven von Opatija.

Die Aussicht von meinem Balkon im Hotel Miramar ist ganz einfach herrlich: Grün bis Dunkelblau das Meer, darüber strahlt ein wolkenloser Himmel und dazwischen schlängelt sich der Lungomare dem Ufer entlang, der von Villen und Palästen gesäumt ist. Willkommen in der Kvarner Bucht, an den Gestaden von Opatija, der Stadt mit der beeindruckenden kaiserlich-königlichen Atmosphäre und verhältnismässig wenigen Bausünden! Und wo gibt’s das noch: einen 12 Kilometer langen Fussweg direkt dem Ufer entlang?!

Kroatien, Kvarner, Opatija
Der Lungomare mit seinen Villen.

Der Lungomare, auch Franz-Josef-Promenade genannt, wurde 1889 vollendet und zieht sich von Volosko über Opatija bis nach Lovran und bietet da und dort kleine Badebuchten und Sandstrände. Hier ist eindeutig der Weg das Ziel.

Zeitzeugen in Opatija

Vor mehr als hundert Jahren war die «österreichische Riviera» eines der beliebtesten Reiseziele der Kaiserfamilie und ihrer wohlhabenden Anhänger. Ausgelöst durch den Ausbau des Industriehafens in Rijeka, die Eisenbahnverbindung zwischen Wien und der Hafenstadt sowie die elektrische Strassenbahn, welche Rijeka mit den Küstenorten bis Lovran verband, zog die Region gekrönte Häupter, Adelige und Künstler an. Des milden, mediterranen Klimas wegen, kamen sie vor allem im Winter an die Adria.

Kroatien, Kvarner, Opatija
Heiss verehrt, die Madonna del Mare.

Mit der Zeit entstanden neben privaten Villen auch Sanatorien, Seebäder und Hotels, von denen viele heute noch erhalten sind. So auch die Villa Neptun, 1867 erbaut, die heute – im Belle-Époque-Stil renoviert – den Mittelpunkt des Wellnesshotels Miramar bildet. Hier geniesst der Gast modernen Komfort und zuvorkommenden Service in k.-u.-k.-Atmosphäre. Da alle Angestellten deutsch sprechen, genauso wie meisten Bewohner der Kvarner Küste, hat man das Gefühl, man halte sich gar nicht in Kroatien auf.

Villen für Liebhaber

Als Wiege des Tourismus von Opatija wird die Villa Angiolina bezeichnet. Der Kaufmann Iginio Scarpa baute das Schmuckstück 1844, benannte es nach seiner verstorbenen Frau und lud sich prominente Gäste ein. Heute beherbergt das Haus das Stadtmuseum.

Kroatien, Kvarner, Opatija
Die Villa Angiolina in Opatija.

Eine Augenweide ist auch die Villa Astra, die Nicolo Guerra 1905 im Stil der venezianischen Blumengotik erbauen liess. Der heutige Besitzer, Vjekoslav Martinko, hat die Villa 1996 gekauft, weil er sich «von der Schönheit der Räume und der Lage direkt am Meer angezogen fühlte». Liebevoll hat er das Haus renoviert, und seit 2002 ist es ein Mini-Hotel mit sechs Zimmern und einem Restaurant. Diesen Frühling kommen sieben weitere Zimmer in der Nachbarvilla hinzu.

Damit man keinen dieser Zeitzeugen entlang der Flaniermeilen verpasst, lohnt es sich, die Broschüre «Lungomare» (gibt’s im Infozentrum in Opatija) auf den Spaziergang mitzunehmen.

Kroatien, Kvarner, Volosko
Ein Fischer in Volosko flickt seine Reuse.

Ausflug in die Berge

Wenn man sich die Kvarner Bucht von oben ansehen will, lohnt sich der Ausflug ins Dörfchen Mošcenice auf 173 Metern über Meer.

Kroatien, Kvarner, Mošcenice
Das Bergdörfchen Mošcenice…

Es bietet eine tolle Aussicht, zudem kann man hier einen ausgedehnten Bummel durch den romantischen mittelalterlichen Kern des 600-jährigen Ortes unternehmen. Sehenswert sind unter anderem der alte Brunnen und die Olivenpresse. Hinter dem Stadttor ist das Dorf autofrei, denn die Gassen sind zu eng und teilweise sehr steil.

Kroatien, Kvarner, Mošcenice
… ist hübsch verwinkelt.

Apropos Auto: Nirgends in Europa fährt man entspannter Auto, weil sich in Kroatien das Verkehrsaufkommen noch in Grenzen hält.

Infos zum Kvarner

ANREISE/WEITERREISE
Wer nicht die 7,5-stündige Autofahrt (reine Fahrzeit) unter die Räder nimmt, reist bequem mit Croatia Airlines ab Zürich (via Zagreb) nach Pula. Von dort mit dem Mietwagen bzw. Hotel-Taxi weiter nach Opatija. Per Auto in Kroatien unterwegs zu sein, ist absolut ideal. Ausser in den grossen Städten ist das Verkehrsaufkommen sehr gering, zudem sind die Kroaten angenehm gemütliche Autofahrer. Wohl nirgends fährt man entspannter Auto.

BESTE REISEZEIT
Von Mai bis Oktober herrschen in der Kvarner Bucht und in Istrien optimale Reisebedingungen. Die Wassertemperatur erreicht jedoch nur im Hochsommer mehr als 20 Grad. Es scheint eine Eigenart der Gegend zu sein, dass das Wasser eher kühl, dafür aber glasklar und sauber ist. Farblich erinnern einige Küstenstreifen an die Karibik.

UNTERKUNFT

Adria-Relax-Resort Miramar
Ive Kaline 11
51410 Opatija (Kvarner)
www.hotel-miramar.info

Villa Astra
V. Cara Emina 11
51415 Lovran (Kvarner)
www.hotelvillaastra.com

RESTAURANTS

Draga di Lovrana
Lovranska Draga 1
51415 Lovran (Kvarner)
www.dragadilovrana.hr

Ausserdem die Restaurants der Villa Astra und des Wellnesshotels Miramar sehr zu empfehlen.

ZUDEM SEHENSWERT

Rijeka:
Die Hafenstadt liegt östlich von Opatija und geht zurück auf die Steinzeit. Später war sie eine Seeräubersiedlung, die den Römern ein Dorn im Auge war und in der Folge erobert wurde. Ein römisches Tor, Reste der Stadtmauer und Ruinen der Therme sind heute noch sichtbar. Die weitere Stadtgeschichte ist so turbulent wie jene Kroatiens. Heute ist Rijeka die drittgrösste Stadt des Landes und lockt zum Bummeln und Shoppen. Am Korso, der Fussgängerzone, reiht sich ein Laden an den anderen. Nicht verpassen sollte man das Hafenviertel mit den prachtvollen Bauten aus dem 19. Jahrhundert sowie die beiden Eisen-Glas-Pavillons, die in ihrer Art an die Wiener Secession erinnern und die Frischmärkte der Stadt beherbergen.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Tourismusverband Kvarner
www.kvarner.hr/deu/tourismus

© Text & Fotos: Inge Jucker | TravelExperience.ch

Offenlegung: Diese Reportage wurde durch den Tourismusverband Kvarner unterstützt. Diese Reportage ist in ähnlicher Form im MigrosMagazin veröffentlicht worden.

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