Was die Faszination von Island im Winter ausmacht, worauf Selbstfahrer achten müssen und was in einer Woche gut erreichbar ist.
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Eines der Wahrzeichen Islands ist der äusserst regelmässige Geysir Strokkur.

Wir landen am Flughafen Keflavík, es ist späterer Nachmittag und – es regnet! Island macht im Moment auf Grün und seinem Namen gar keine Ehre. Wir schnappen unser Mietauto und fahren nach Reykjavík ins Icelandair Hotel Reykjavík Marina.

Reykjavík – erste Ansichten

Wir haben ein Zimmer mit Balkon, damit wir die Nordlichter besser sehen können, aber wenn Wolken am Himmel hängen, sieht man beim besten Willen keine Aurora Borealis… Über die Situation tröstet uns eine feine Fischsuppe hinweg, die im Restaurant Slippbarinn aufgetischt wird. Und am nächsten Tag wird die Welt sowieso wieder anders aussehen.

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Reykjavik ist nach einem Schneesturm gerade so am Erwachen. Die Skulptur Sunvoyager muss noch ein Weilchen auf Sonne warten…

Genau. Weiss sieht sie aus. Beim Aufwachen trauen wir unseren Augen nicht: Ein Schneesturm fegt über Islands Hauptstadt hinweg, die Fenster sind stellenweise zugeschneit und unsere Tagespläne werden erst einmal auf Eis gelegt. Unser Ziel wäre Hvalfjördur, ein Fjord nördlich von Reykjavík, doch die Strassenzustands-Webseite meldet mit leuchtend rot-gelbem Bommel: Strasse geschlossen! Naja, kein Wunder…

Also widmen wir uns erst einmal dem Frühstück und ein paar Reykjavík-Impressionen, denn Island ist dafür bekannt, dass zwei Stunden später alles wieder ganz anders ausschaut. Das wird noch zu unserem Leitspruch… Sicher ist: Ob wir zum «Walfjord» gelangen oder nicht, entscheiden einerseits das Wetter, andererseits der Strassenräumdienst.

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In der Nähe des Hafens entdecken wir diese Street Art. Grandios!

In Island ist es ein Muss, als Autofahrer vor dem Start den Strassenzustand zu kontrollieren. (Die entsprechende Website ist bei den Infos erwähnt.) Und tatsächlich, schon kurz nach dem Frühstück ist Entwarnung angesagt und die Fahrt um den Fjord kann trotz tiefhängender Wolken beginnen. Reykjavík verschwindet im Rückspiegel, der Blick nach vorne auf die verschneite Strasse gemahnt zur Vorsicht. Die Autos verfügen zwar über Spikes an den Pneus, doch wer sich auf Schnee nicht sicher fühlt, verzichtet besser auf einen Mietwagen. Viele Ausflüge lassen sich auch mit dem Bus realisieren.

Islandpferde am Hvalfjördur

Auf unserer etwa 60 Kilometer langen Umrundung des Hvalfjördur werden wir nicht enttäuscht. Die Landschaft wirkt mystisch ruhig, und wie der Name des Fjords verrät, halten sich hier gerne Wale auf. Wenn man zur richtigen Zeit hier ist…

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Wetter und Licht ändern am Hvaljördur im Halbstundentakt.

Unser Entdeckerglück beschränkt sich auf die sturmerprobten, struppigen, aber liebenswerten Islandpferde. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich jeder Isländer persönlich beleidigt fühlt, wenn der unwissende Tourist das Wort Pony in den Mund nimmt. Auch wenn sie eher an Ponys erinnern – es sind Islandpferde! Punkt.

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Tierisch freundliche Botschafter: die robusten Islandpferde.
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Aber auch die Landschaft rund um den Hvalfjördur ändert immer wieder.

Hinter jeder Kurve verändert sich die Landschaft und es eröffnet sich ein weiteres grandioses Bild! Sogar die Sonne schaut einmal zwischen den Wolkentürmen hindurch, die ab und zu ein paar Schneeflocken absondern. Vor lauter Fotostopps kommen wir kaum vorwärts…

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Noch eine Fjordimpression…

Schon wieder allgemeine Richtung Reykjavík fahrend, wird der Himmel plötzlich sehr dunkelgrau. Wie eine Walze kommt ein Schneesturm heranbraust und unser Adrenalinspiegel steigt. Kommen wir da heil raus?

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Wir tauchen in den nächsten Schneesturm ein…

Der Wind fegt die Schneeflocken in höllischem Tempo durch die Luft. Knapp erkennen wir ein paar Islandpferde, die völlig unbeeindruckt mit gesenktem Kopf auf ihrer Koppel stehen. Ha! Deren Gemüt und Widerstandskraft sollte man haben! Das Schneetreiben dicht über der Strasse sorgt dafür, dass die Fahrbahn mit der Umgebung optisch verschmilz. Jetzt ist das Fahren echt anstrengend. Aber wir gehen es langsam an, und nach zwanzig Minuten sieht die Welt schon wieder anders aus. Einmal mehr.

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Wir nehmen den Golden Circle unter die Räder – und sind nicht allein.

Golden Circle – immer eine Option

Für den nächsten Tag haben wir uns den Golden Circle vorgenommen, eine Rundstrecke mit vielen Sehenswürdigkeiten. Sie ist ein sicherer Wert, denn viele Ausflugsbusse sind auf dieser Route unterwegs, was bedeutet: Der Strassendienst ist fleissiger als andernorts. Auch wenn wir wissen, dass wir unser Vergnügen mit vielen Touristen teilen müssen, lohnt sich die Rundfahrt. Denn wo kann man schon mit einem Fuss auf der eurasischen und mit dem anderen auf der nordamerikanischen Kontinentalplatte stehen?

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Irgendwie mystisch, diese Landschaft…

Unter dem Einkaufzentrum in Hveragerdi, von einer Glasplatte im Fussboden abgedeckt, verläuft die Bruchstelle der Silfra-Spalte, der wir später noch einmal begegnen werden. Wir glauben, dass diese Bruchstelle schon ein wenig ein Touristengag ist, aber die Info-Ecke, die auch ein Zimmer nach einem Erdbeben zeigt, ist dennoch ganz interessant.

Im gesamten Ort und in der Umgebung dampft es aus dem Erdreich. Die privaten Häuser wie auch die riesigen Gewächshäuser werden mit natürlicher Erdwärme beheizt. Irgendwie sehr beeindruckend…

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Der Weg nordwärts ist von prächtiger Landschaft gesäumt.

Gullfoss und Strokkur – absolut sehenswert!

Während im Sommer die Steilhänge des Kratersees Kerid schön bunt sind, wirken sie schneebedeckt natürlich wenig beeindruckend. Wir bleiben deshalb nur kurz, zumal der Wasserfall Gullfoss mehr Fotozeit beanspruchen wird.

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Der Gulfoss (Foss bedeutet Wasserfall) beeindruckt wegen seiner riesigen Wassermassen.
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Bei genauerem Hinsehen sind Teile des Gulfoss gefroren.

Er ist nicht hoch, doch die Wassermassen, die hier ohrenbetäubend talwärts tosen, sind ganz einfach spektakulär. Ebenso der Strokkur, der Geysir, der schön regelmässig etwa alle zehn Minuten fauchend seine Fontäne in die kalte Winterluft schiesst. Zwischen den Ausbrüchen haben wir Zeit, uns die blubbernde und dampfende Umgebung anzuschauen. Und das erst noch bei Sonnenschein!

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Höhepunkt in Sachen Pünktlichkeit, Touristenauflauf und Sonnenschein: der Geysir Strokkur.

Thingvellir: Parlament und Park

Bevor wir wieder nach Reykjavík zurückfahren, stoppen wir beim Thingvellir. Der historische Ort ist für Isländer wichtig; denn vom 10. bis ins 18. Jahrhundert hinein tagte hier alljährlich während zweier Wochen im Juni das «Althing» (Parlament).

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Man merkt’s, es geht gegen Abend hin. Thingvellir leuchtet mystisch blau.

Thingvellir ist aber auch ein Nationalpark, der zum UNESCO-Naturwelterbe zählt. Er wird von besagter Silfra-Spalte durchzogen, die durch das Auseinanderdriften der beiden Kontinentalplatten entstanden ist und jedes Jahr etwa sieben Millimeter breiter wird. Island wird also unweigerlich grösser. Und die Wege entlang der Silfra-Spalte müssen immer mal wieder anders geführt werden.

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Und dann müssen wir erneut wegen Islandpferden anhalten ;-)

Unser Weg führt uns nach einer weiteren Nacht in Reykjavík an die Südküste Islands. Diese Reise beschreiben wir in einem separaten Beitrag.

Infos zu Island im Winter

Alle Infos zu dieser Island-Reise sind hier zu finden.

© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz Jucker | TravelExperience.ch

Offenlegung: Diese Reise wurde unterstützt von Icelandair (Flug & Hotel in Reykjavík) sowie Hotelplan (Mietwagen, Hotel in Vík & Cottage).

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