Tschiertschen – Hochgenuss im Alpina Resort

Ein romantisches Hotel mit ausgezeichneter Küche, guten Weinen und Wellness – genau das Richtige für ein Kuschelweekend.
Schweiz, Graubünden, Tschiertschen, Alpina Mountain Resort & Spa

Hoch über dem Dorf Tschiertschen thront das helle Gebäude des Alpina Mountain Resort & Spa.

Publiziert am 11. November 2016

«Wohin fahrt ihr?! Tschir-was?!» Dies war verbreitet die Reaktion, als wir erzählten, dass wir ein paar Tage in Tschiertschen verbringen würden. Nein, es liegt nicht in Tschetschenien und auch nicht in Kirgistan, sondern ganz einfach in der Schweiz. In Graubünden, in der Talschaft Schanfigg, um genau zu sein: links der Plessur, des Flusses, der in der Nähe von Arosa entspringt und via Chur in den Alpenrhein mündet.

Südöstlich von Chur beginnt die Strasse, sich mit Kurven und Spitzkehren ins Tal hinein- und hinaufzuwinden. Wir kommen in Passugg vorbei, wo das bekannte Mineralwasser abgefüllt wird und das Schulhotel der Swiss School of Tourism and Hosipitality ob der Strasse thront. Kurvenreich geht es weiter, und auch in Praders kleben die Häuser förmlich am Hang. Wir fragen uns, ob man hier oben überhaupt genügend platten Boden findet, um ein Hotel mit 27 Zimmern und Suiten, mit zwei Restaurants und einem Spa darauf zu platzieren. In Tschiertschen – so stellen wir fest – musste man sogar für den kleinen Friedhof um die Kirche herum das Land mit einer Mauer stützen. Hier liegen übrigens Komponist und Schwyzerörgelispieler Peter Zinsli und sein Sohn begraben. Der Platz vor der Kirche und dem Alpenhirt (siehe separaten Beitrag) scheint uns die grösste flache Stelle des urchigen, gemütlichen Ortes zu sein. Doch wir haben das Ziel noch nicht erreicht!

Schweiz, Graubünden, Tschiertschen

Das kleine Bergdorf Tschiertschen schmiegt sich an den Hang des Schanfigg.

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Im Zentrum von Tschiertschen steht die Kirche mit dem kleinen Friedhof, auf dem das Grab des Schwyzerörgelispielers Peter Zinsli zu finden ist.

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Viele Wegweiser in der Wanderregion rund um Tschiertschen.

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In der letzten Kehre zeigt sich der Blick auf das Alpina Mountain Resort & Spa.

Wir folgen den Wegweisern «The Alpina Resort» auf der gerade mal autobreiten Strasse durchs Dorf weiter bergwärts. Die steilen Spitzkehren meistert unser Auto problemlos, aber wir fragen uns schon, wie abenteuerlich diese Anreise wohl bei Schnee aussehen mag? Noch eine Kurve – und das beinahe höchstgelegene Haus von Tschiertschen schiebt sich ins Blickfeld, bzw. sein runder Anbau im Untergeschoss. Hier befindet sich die Rezeption, vor der sich die Vorfahrt ausbreitet. Darüber sehen wir zunächst eine Glasveranda und das grau-weisse Haus mit den Holzbalkonen im alpinen Stil. Wir sind neugierig auf das im Dezember 2015 wieder eröffnete Alpina Mountain Resort & Spa.

HISTORISCHES GUT INS HEUTE GERETTET

Nach dem herzlichen Empfang von Gastgeber Michael Gehring steuern wir unsere Suite im dritten und obersten Stock an. Für den Architekten muss das Dachgeschoss mit seinen alten Balken eine Herausforderung gewesen sein... Das Doppelbett passt mit viel Glück und wenig seitlichem Spielraum gerade so zwischen Hauswand und Gebälk. Eine kleine Sitzgruppe und ein Doppelbettsofa sowie ein moderner Holzkubus, der Schrank, Dusche, WC und Lavabo enthält machen den Rest der Einrichtung aus. Dass man so weit oben vom Balkon aus eine tolle Aussicht hat, versteht sich von selbst. Wir schauen auf Tschiertschen und die kleine Kirche hinab, rechts geht der Blick zum Weisshorn hinauf, geradeaus ins Schanfigg hinein.

In der Hotelbroschüre schreibt alt Bundesrat Joseph Deiss löblich über den aus Malaysia stammenden Investor Teo Ah Khing. Ihm ist es zu verdanken, dass das Alpina innert 20 Monaten zu neuem Leben erweckt wurde. Man sagt von ihm, er sei ein einfacher Mann mit grossen Visionen. Das mit dem einfachen Mann, mögen wir nicht so recht glauben, denn er ist Architekt und ein Selfmade-Milliardär, der mit Vorliebe in Pferderennen investiert. Daher rührt der diskrete, aber immer wieder im Haus anzutreffende Hinweis auf den China Horse Club. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Sehr gemütlich ist unsere Suite unter dem Dach des Alpina Mountain Resort & Spa.

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Den Glanz der 20er-Jahre entdecken wir im Gourmet-Restaurant «Belle Epoque» des Alpina.

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Absacker vor dem prasselnden Kaminfeuer – so kann ein Tag im Alpina wunderbar zu Ende gehen...

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Tafeln mit Aussicht ins Schanfigg im Panorama-Restaurant des Alpina.

ALPINES WINE & DINE

Das ursprüngliche Haus geht auf das Jahr 1897 zurück und wurde letztes Jahr teilweise getreu des damaligen Jungendstils, aber auch modern und zeitgemäss renoviert sowie unter Minergie-Standard ausgebaut. Den Stil der goldenen 20er-Jahre, treffen wir im grossen Essraum des Gourmet-Restaurants Belle Epoque an, riesige Spiegel, glänzende Kronleuchter, Stuckdecke und – bodenständiges Wandgetäfer, wie es sich für ein altes, alpines Gebäude gehört. Vieles dieser Einrichtung ist noch original. Auch in der (gut bestücken) Bar mit dem behaglichen Kaminfeuer werden wir an vergangene Zeiten erinnert. Im Panoramarestaurant in der verglasten Veranda haben wir eher das Gefühl, in einem modernen Anbau zu speisen. Doch schon um 1920 gab es diesen langgezogenen Raum, der als Vestibül diente. Wir geniessen hier das reichhaltige Frühstück – das Müesli ist sensationell! –, aber auch Mittag- und Abendessen.

Neu ist hingegen der kleine Weinkeller im Sousol. In diesem gemütlichen Raum geniessen wir eine aussergewöhnliche Blindverkostung: Wein und Schokolade. Zunächst hilft uns Sommelier Richard Hofner auf die Sprünge, dann überrascht er uns immer wieder. Bei den Weinen erkennen wir zunächst, ob es sich um Rot- oder Weisswein handelt. Aber als der Wein in schwarzen Gläsern gereicht wird, sind wir bass erstaunt, wie abhängig wir von der Optik sind. Wir kosten also den Wein und suchen dann die passende Schokolade aus. Das ist gar nicht so einfach, aber wir entwickeln rasch eine Strategie – und das erste Wow-Erlebnis lässt nicht lange auf sich warten. Eine tolle Weinverkostung, die wir sofort ein weiteres Mal buchen würden.

Aus unerklärlichen Gründen sind wir dem Chef de Cuisine Antonio Messina nie persönlich begegnet – oder haben wir ihn wegen seiner ruhigen Art einfach übersehen? Was er jedoch in der Küche zaubert, hat uns sehr gefallen. Der «beste Koch der Lombardei 2009» und ehemalige TV-Koch von RAI uno und Canale 5 ist seit Januar 2016 im Alpina und wir erfahren über Dritte, dass er kocht, was er liebt. Wie schön, dass wir seine mit 15 Gault-Millau-Punkten benotete Liebe teilen: asiatische Gerichte, aber vor allem die traditionelle alpine Küche mit mediterranem Touch. Unterstützung bekommt Messina von seinem Souchef, dem Slow-Food-Ambassador Lukas Pfaff. Also ganz ehrlich: Eine so abwechslungsreiche und mit Finesse angereicherte Küche hätten wir «am Ende der Welt» nicht erwartet.

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Der kleine Weinkeller des Hotels ist gut bestückt – man lasse sich überraschen...

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Sommelier Richard Hofner führt uns durch das Verkostungsthema Wein und Schokolade. Staunen und Lachen sind hier garantiert.

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Nur ein kleines Beispiel der vielen Köstlichkeiten aus der Küche: Gnocchi mit Spinat und Baumnüssen an einer feinen Käsesauce.

KLEIN, ABER FEIN: DER SHAN SPA

Asien und Alpen treffen sich übrigens nicht nur in der Küche, sondern auch im Shan Spa. Neben klassischen Massagen mit und ohne Aromaöl steht insbesondere die Thaimassage für den asiatischen Teil; für den alpinen sorgen Behandlungen mit Alpienne-Produkten. Wir dürfen zwei Massagen von den Händen der Thailänderin Somruitai geniessen und entscheiden uns für eine klassische Thaimassage und Lomi Lomi Nui. Somruitai hat wunderbare Hände, die jede Verspannung zielsicher finden. Wir fühlen uns danach herrlich entspannt. Doch im Wellness-Bereich steht uns noch mehr Entspannendes zur Verfügung: ein Dampfbad, eine finnische, eine Bio- und eine Infrarot-Sauna, Kneippbecken sowie im Freien ein Whirlpool mit Sprudelliegen. Was wir noch nie zuvor erlebt haben, ist der Via-Mala-Gewitterpfad: Eine Erlebnisdusche von ganz schön neblig und kühl bis wohlig warm – begleitet von Vogelgezwitscher, aber auch Blitz und Donnergrollen. Witzig gemacht!

So ein Tag im Alpina ist also sehr abwechslungsreich, dabei waren wir nicht einmal mountain-biken oder wandern. Skifahren lag Mangels Schnee auch nicht drin. Dennoch sind wir zufrieden ins bequeme Bett gesunken, begleitet vom feinen Duft des Arvenholzes, das für einen guten Schlaf sorgen soll. Und am nächsten Morgen dürfen wir – noch im Pyjama – einen feinen Nespresso-Kaffee zum Wachwerden geniessen... Herrlich!

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Das Frühstücksbüfett strotz vor gesunden und leckeren Zutaten...

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Unser Frühstücks-Favorit: Das Müesli nach Art des Hauses.

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Nach sportlichen Aktivitäten oder auch einfach so: Ab in die Wellness zum Kneippen...

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... oder in die Freiluft-Sprudelliege!

FAZIT: Wir kommen gerne wieder ins Romantikhotel Alpina Mountain Resort & Spa, denn wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Den Gastgebern und den Mitarbeitern winden wir hier gerne ein Kränzchen – es hat alles gestimmt! Und dass auch noch die aussergewöhnliche Weinverkostung geklappt hat, zeigt echtes Interesse am Gast. Dankeschön für alles!

Mit dem Umbau ist wirklich für ausgezeichneten Komfort gesorgt worden, der in einem historischen Hotel keineswegs selbstverständlich ist. Wäre alles perfekt, würde etwas nicht stimmen, oder? In diesem Sinne stellt uns der Wandschrank vor ein Fragezeichen: Wie können vier Leute – unsere Suite bietet theoretisch vier Schlafplätze – ihre Kleider in diesem schmalen Schrank mit acht Kleiderbügeln und einigen Tablaren unterbringen? Von Skianzügen, Handschuhen und Kappen etc. gar nicht zu reden... Also da müssen Suiten-Gäste schon etwas einfallsreich sein – oder am besten wirklich nur zu zweit übernachten.



INFOS ZUM THE ALPINA MOUNTAIN RESORT & SPA

Romantik Hotel The Alpina Mountain Resort & Spa
CH-7064 Tschiertschen
www.the-alpina.com


© Text: Inge Jucker, Fotos: Heinz Jucker | Travel-Experience.ch

Offenlegung: Wir waren für zwei Nächte mit Vollpension, Weindegustation und Massagen vom Alpina Mountain Resort & Spa eingeladen.


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