Madeira: Tea-Time und Türenkunst in Funchal

Funchal eignet sich prima für einen Citytrip: Kultur, Shopping und Genuss gibt es zur Genüge. Und das milde Klima von Madeira steigert das Vergnügen...

Auf dem Platz vor dem Golden Gate Grand Café (auch eine Empfehlung) spielt und tanzt eine einheime Folkloregruppe auf.

Publiziert am 27. September 2013

 

Afternoon-Tea im Reid’s Palace, dem berühmtesten Hotel Madeiras – das ist im Prinzip ein Muss für jeden Besucher. Die Häppchen an sich sind schon ein Genuss, doch der Blick über die gut gefüllte Etagère hinaus auf die Hauptstadt Funchal setzt das Sahnehäubchen auf. Auch die Atmosphäre ist aussergewöhnlich. Und wer auf der Pirsch nach berühmten Gästen des historischen Hauses ist, wird nicht enttäuscht: Kaiserin Elisabeth «Sissi» von Österreich, Sir Winston Churchill und George Bernard Shaw, der hier das Tango-Tanzen lernte.

Von der berühmten Terrasse aus, die auch Auswärtigen offen steht, sieht man auf den Hafen hinunter. Da wollen wir hin, denn von Schiffen geht immer eine gewisse Faszination aus. So auch in Funchal. An einigen Wochentagen liegen grosse Kreuzfahrtschiffe vor Anker, die Fähre, welche Madeira mit der Badeinsel Porto Santo verbindet, fährt täglich in den Hafen und an guten Tagen wuselt es nur so von kleinen Motor- und Segelbooten. Es gibt also immer etwas zu schauen. Und wer vom Hafen genug hat, macht man sich auf, Funchal zu Fuss zu erobern.

Madeira-Wein und manuelinischer Stil
Der Promenade entlang und bei der Festung São-Lourenço links abgebogen, erreicht man die Avenida Arriaga. Hier sind zwei Sehenswürdigkeiten nur wenige Schritte voneinander entfernt: Die Madeira Wine Company (Führung und Degustation) und die Kathedrale Sé, eines der wenigen Bauwerke im manuelinischen Stil, das auf Madeira erhalten geblieben ist. Weiter geht es durch Gässchen mit Läden oder man spaziert zur Avenida do Mar hinunter – immer Richtung Osten bis zur Praça da Autonomia. Hier steht ein eigenwilliges Denkmal und gleich etwas oberhalb ist der Mercado dos Lavradores, der Bauernmarkt, zu finden. Nur schon seiner Farbenpracht wegen, lohnt sich der Besuch.

Zwischen Markt und Meer zweigt die Rua de Santa Maria ab, eine kleine Gasse mit Restaurants, Bars und Läden. Das Besondere an dieser Gasse sind seit April 2011 die Türen. So manche wurde im Rahmen des Projektes «Arte de portas abertas», Kunst der offenen Türen oder besser: auf offenen Türen. Das Projekt wurde von Künstlern und Hausbesitzern gerne aufgegriffen. Es ist spektakuläre, sehenswerte Kunst auf Türen entstanden. Deshalb sieht man immer häufiger Touristen mit Kamera ausgerüstet auf «Türenpirsch»...

Die berühmte Terrasse des Reid's Palace...

... die süsse Etage auf der Afternoon-Tea-Etagère.

Blick vom Reid's auf das nächtliche Funchal mit grossen Kreuzfahrtschiffen im Hafen.

Im Hafen ist immer etwas los - hier kurz vor dem Start zur Transat, der Atlantiküberquerung der Einhandsegler.

Frische Fische gibt es in den Hafenbeizen.

Türenkunst an der Rua de Santa Maria - es kommen jedes Jahr neue Kunstwerke hinzu...



INFOS ZU FUNCHAL


ANREISE
Ab Zürich nonstop mit Swiss und AirBerlin; mit TAP muss in Lissabon umgestiegen werden.

BESTE REISEZEIT
Madeira eine Ganzjahresdestination, nur Januar bis März ist es ein wenig kühler.

ÜBERNACHTEN
Reid’s Palace, Estrada Monumental 139, Funchal, www.reidspalace.com: Im legendären 5-Sterne-Hotel wird man bestens umsorgt – Service vom Feinsten! Der Spa ist ebenfalls eine Empfehlung wert, genauso das Ristorante Villa Cipriani, das auch Auswärtigen offen steht. Reservieren!

Quinta Jardins do Lago, Rue Dr João Lemos Gomes 29, Funchal, www.jardins-lago.com: Das in Funchal etwas erhöht gelegene 5-Sterne-Haus ist landestypisch und sehr idyllisch. Das Haupthaus ist eine Quinta aus dem 18. Jh., im angebauten neuen Flügel befinden sich die Zimmer und Suiten. Die subtropische Gartenanlage samt Pool, Whirlpool, Sauna, Bistro und Galapagos-Schildkröte «Colombo» laden zum Faulenzen und Geniessen ein. Auch die Küche des eleganten Restaurants «Al Fresco» ist ausgezeichnet! Ein Teil der Gemüse und Kräuter stammt aus dem eigenen Garten.

ESSEN
Immer unterhaltsam sind die Restaurants an der Marina, selbst wenn die Kellner bei der Kundengewinnung etwas aufdringlich sind. Der Fisch ist immer frisch.

INFOS
www.visitmadeira.pt


Diese Reportage ist im September 2013 in ähnlicher Form in «artundreise» erschienen. Sie wurde unterstützt von Orient-Express (www.orient-express.com) und Olimar (www.olimar.ch).

 

Autorin und © Fotos: Inge Jucker, Travel-Experience.ch


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