Davos: Der Seehof ist aussen wie innen ein Bijou

Zwei Jahre lang wurde renoviert – der Spa und die Sgraffito-Fassade machten den Abschluss. Jetzt ist das Hotel Seehof bündnerischer und stilvoller denn je.
Hotel Seehof Davos, Kaminzimmer

Der älteste Raum im Hotel Seehof, Davos, ist das Kaminzimmer.

Publiziert am 13. August 2014

Im alten Kaminzimmer kommt wohlig Gemütlichkeit auf. Die Gewölbedecke und der Kamin vermitteln Geborgenheit und Wärme. Für Raucher ist das Kaminzimmer der letzte Rückzugsort, für historisch Interessierte der älteste Raum des Hotels. Ab 1289 war er Teil eines mittelalterlichen Wohnturmes, der später zu einem Bauernhaus umgewandelt wurde.

Nach mehreren Besitzerwechseln und Ausbauten, gelangte das «Haus am See im Dörfli» in die Hand von Georg Stiffler. Der Davoser Landamman änderte die Nutzung des Hauses und legte 1869 mit der Eröffnung des Kurbetriebes mit 30 Zimmern den Grundstein des heutigen Hotels. Dieses hat erneut viele Besitzer kommen und gehen sehen, bis 2011 die Familie Götz, Eigentümerin der Hotel Seehof AG, das Haus übernimmt und es als 4-Sterne-Superior-Hotel führt.

BÜNDNERISCHES SORGT FÜR GEBORGENHEIT

Rund 15 Millionen Franken steckt die Familie in die Renovation, die auch ein wenig «zurück zu den Wurzeln» bedeutet. Gut sichtbar: Die neue Sgraffito-Fassade, die dem Haus noch mehr bündnerisches Flair verleiht. Im Innern wird viel einheimisches Arvenholz verbaut, das für optische Wärme und guten Duft sorgt. An vielen Orten halten übergrosse Bilder von der Landschaft rund um Davos Einzug. Im Wellness-Bereich «BellaVita» ist ebenfalls Arvenholz ein steter Begleiter und bei den Massage- und Kosmetikbehandlungen gelangen Produkte mit lokalen Zutaten zur Anwendung. Ausspannen fällt hier in der Tat sehr leicht.

Hotel Seehof Davos, Aussenansicht

Richtig bündnerisch präsentiert sich die neue Sgraffito-Fassade des Seehofs.

Hotel Seehof Davos, Pool

Der Pool mit «Weitblick» im neuen Wellnessbereich «BellaVita».

 

KULINARIK WIRD IM SEEHOF GROSS GESCHRIEBEN

Nicht ohne weiteres sichtbar sind die Erneuerungen hinter den Kulissen. Beispielsweise wurde der Küchenbereich komplett erneuert, der unter der Leitung von Küchenchef Martin Bieri steht. Er pflegt, wie er selber sagt, eine «ehrliche Küche» und sorgt für das Wohl der Gäste in den Restaurants Chesa und Panorama sowie in seinem «Bieri’s Spezialitäten Stübli» (Montag und Dienstag Ruhetage). Hier werden jeweils Vier-Gang-Menüs angeboten, die ausgewählte einheimische Spezialitäten, aber auch internationale Komponenten enthalten. Ich habe im Stübli ausgezeichnet und durchaus auf Gourmetniveau getafelt – auch wenn Bieri (noch) nicht von den bekannten Gourmetführern geadelt wurde.

Hotel Seehof Davos, Bieri's Spezialitäten Stübli

In «Bieri's Spezialitäten Stübli» tafelt man auf hohem Niveau.

Hotel Seehof Davos, Speisen

Wenn der Gaumen neuieriger ist, als das Hirn denkt, passieren solche Aufnahmen ;-) Aber es hat gemundet!

Im Winter schwingt dann wieder Gourmetkoch Armin Amrein im Stübli das Zepter. Er war einst im Coop-Mittwochstudio der TV-Koch und erlangt einige Jahre und viele Kücheneinsätze später den Status eines Sterne- bzw. Haubenkochs: 1 Michelin-Stern und 17 Gault-Millau-Punkte hat sich der gebürtige Luzerner erarbeitet. Er hat übrigens schon als Privatkoch und Mundschenk für das englische Königshaus gewirkt sowie die weltbesten Tennisspieler und allerlei Berühmtheiten bekocht. Von den Sportlern wurde er zum besten Koch der Tennis-Welt gewählt!

NÄCHTIGEN WIE DIE SEEHOF-PROMINENZ

Amreins Küche konnte ich nicht erleben, weil ich im Sommer nach Davos gefahren bin. Doch nach dem köstlichen Abendessen in Bieris Stübli bin ich dennoch zufrieden und müde ins Bett in meinem Turmzimmer gefallen. Es erstrahlt, wie auch die anderen Turmzimmer, in neuem Arvengewand. Die Holzarbeiten sind detailreich und die alpenländische Einrichtung, bei der an alles gedacht wurde, erweist sich als praktisch und sehr angenehm. Hier hält man es gut und gerne länger aus... Kein Wunder, dass sich Jahr für Jahr WEF-Teilnehmer wie auch allerlei Prominenz für den Seehof als Basis entscheiden. Angela Merkel und Bill Gates wurden hier schon gesichtet, aber auch Lionel Richie, Richard Gere und viele mehr. Interessierte können sich die «Gästegalerie» in der Lobby angucken...

Hotel Seehof Davos, Turmzimmer

Viel Arvenholz im Turmzimmer sorgt für eine gesunde und angenehme Atmosphäre.

Hotel Seehof Davos, Suite

Gemütlich ist's auch in den Suiten im alten Gebäudeteil.

Sollte man vom Zimmer genug haben – beispielsweise an einem Schlechtwettertag –, kann man es sich auch in der neuen Lounge gemütlich machen. Das Kaminfeuer hinter Glas wirkt an kalten Tagen besonders anziehend. Hier tauschen sich auch die Wandervögel untereinander aus, die an den eigens vom Seehof organisierten Wanderwochen teilnehmen. Die meisten sind mit Musik kombiniert, von Volksmusik über Jazz und Klassik bis zu Country. (Auf der Homepage habe ich leider keinen Jahresplan gefunden – am besten ruft man an und erkundigt sich nach den Daten.)

Auch wenn mir der Sinn nicht gerade nach Wandern stand, habe ich mich aufgemacht, den Anfang des Skulpturenwegs in Frauenkirch (bei Davos) anzuschauen. Ich bin dann allerdings beim Initiator und Gestalter des Weges, beim Holzbildhauer Andreas Hofer hängen geblieben... Ein überaus spannender Mensch... Eines seiner Kunstwerke ist direkt vor dem Hotel Seehof zu sehen. Doch davon erzähle ich später.

Davos, Seehof, Andreas Hofer

Holzskulpturen des Davoser Bildhauers Andreas Hofer stehen am und im See vor dem Hotel Seehof.

INFOS


Hotel Seehof
Promenade 159
7260 Davos Dorf
Tel. +41 81 417 06 66
www.seehofdavos.ch

Ausserdem:
www.davos.ch, wo auch Infos zu dem jährlich neu bestückten Skulpturenweg zu finden sind.


Superpraktisch ist übrigens die DavosKlostersCard. Sie wird vom Hotel ausgestellt, ist persönlich (somit nicht übertragbar) und sorgt für ganz viele Vorteile vom Ankunfts- bis zum Abreisetag. Im Sommer sind alle Bergbahnen gratis, ebenso herrscht freie Fahrt auf dem VBD-Ortsnetz (ganz wenige Strecken ausgenommen) und mit der Rhätischen Bahn auf der Strecke Kosters Dorf – Davos – Filisur (2. Kl.). Ausserdem gibt es viele Vergünstigungen.

© Text und Fotos: Inge Jucker | Travel-Experience.ch


Diese Reportage entstand aufgrund der Einladung des Hotels Seehof Davos.


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