Neapel sehen und sterben...

Bevor die romantische Amalfi-Küste erreicht ist, landet man mitten im Verkehrsgewusel von Neapel. Eine Ausnahmestadt mit tollen Sehenswürdigkeiten.

Pasta bis zum Abwinken...

Publiziert am 23. August 2013

 

Neapel sehen und sterben – so krass muss es nicht sein. Wer diese Worte zum ersten Mal sagte, ist unklar. Sonnenklar ist jedoch, dass die Stadt ein einziger Ausnahmezustand ist. Sie ist weltweit bekannt als die Stadt der Diebe und Schmuggler – letztere traten sogar einmal in einen Streik – und wird dennoch heiss geliebt. Die Neapolitaner betrachten diese «unehrbaren Berufe» sowieso eher als Kunst. Touristen sei deshalb geraten, insbesondere der Diebeskunst nicht Vorschub zu leisten, also keinen Schmuck zu tragen und wichtige Papiere und Geld möglichst körpernah mitzuführen.

Die Stadt der Pizzabäcker ist Neapel aber auch, wenngleich man darüber streiten mag, ob die Pizza aus China stammt, «Ping tse» genannt, oder in römischer Zeit als Opferspeise entstand. Wie auch immer: In Neapel gehört der Genuss einer «Margherita» oder einer «Marinara» unbedingt dazu. Genauso wie Pasta – egal in welcher Form. Denn von Neapel aus traten die Nudeln ihren Siegeszug um die ganze Welt an.

Das «zweite Neapel»
Kulinarisch bestens versorgt lässt sich also Neapel erobern, sowohl über als auch unterirdisch. Während über der Erde Paläste und Kirchen zum Besuch einladen, «O sole mio» vom Himmel strahlt, der Vesuv majestätisch die Stadt überwacht, ist es im «zweiten Neapel», dem unterirdischen, eng und dunkel – aber im Sommer auch angenehm kühl. Selbstverständlich wissen die ortskundigen Führer die eine oder andere Legende zu erzählen, haarsträubende, gruselige oder solche zum Schmunzeln. Beispielsweise jene des Kobolds «Munaciello» (Mönchlein), der sich einen Spass daraus macht, wichtige Gegenstände wie Schlüssel und Brillen zu verstecken…

Etwa 10 000 Höhlen sind durch den Abbau des gelben Tuffs – ein poröses Vulkangestein – entstanden. Mit einer einfachen Säge zurecht geformt, lieferte der Boden – ohne Transport- und Materialkosten – die leichten Bausteine für die darüber stehenden Häuser. Dass der Vesuv eines Tages die Stadt zerstören könnte wie im Jahre 79 n. Chr. Pompei, daran will hier niemand denken, denn nur schon die Idee, die Heimat verlassen zu müssen, ist jedem Neapolitaner ein Graus. Lieber mit den Beben leben.

Pompeii muss man einfach gesehen haben!

Pompeii: Wunderschöne Mosaiken und

die Reste der Menschen, die den Vulkanausbruch nicht überlebt haben.

Auslagen in der Nudelfabrik Afeltra. Hier hat's auch ein Restaurant.

Wie man bei Afeltra früher Nudeln herstellte.

 

INFOS ZU NEAPEL UND AMALFIKÜSTE


ANREISE
Mit dem eigenen Wagen, mit dem Zug oder mit AirBerlin.

BESTE REISEZEIT
April bis Juni sowie September und Oktober. Die Sommermonate können sehr heiss sein.

ADRESSEN
Ausgrabungen Pompei
Täglich offen von April bis Okt.: 8.30 bis 19.30 Uhr; von Nov. bis März: 8.30 bis 17 Uhr (Einlass bis 15.30 Uhr). Geschlossen: 1. Jan., 1. Mai und 25. Dez. www.pompeiisites.org

Maccaroneria Afeltra, Via Roma 8/10, Gragnano, Tel. +39/081/873 60 80, www.eataly.it: Im Restaurant werden ausser Nudeln auch Spezialitäten der Region aufgetischt. Gute Mitbringsel gibt es im Laden.

Mamma Agata, Piazza S. Cosma 9, Ravello, Tel. +39/089/85 70 19, www.mammaagata.com: Die Kochschule ist auch ein Restaurant, aber nur auf Voranmeldung. Feiern Sie doch Ihren Geburtstag oder den Hochzeitstag in der Pergola mit grandiosem Meerblick!

ALLG. INFOS
Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsamt ENIT, www.enit.ch

Neapel auf einen Blick: www.portanapoli.de

 

Diese Reise ermöglichte Orient-Express Hotels, Trains & Cruises, www.orient-express.com

 

Autorin und © Fotos: Inge Jucker, Travel-Experience.ch


Nach oben

NEWSLETTER-ABO

Abonnieren Sie unseren Newsletter und verpassen Sie keine Reisereportage mehr.


>>> Zum Newsletter-Abo