Lalique – schwelgen in Formen und Duft

Ein Ausflug in die Welt der Düfte und des Glasdesigns, auf die Insel Jersey, nach Zürich und schliesslich auch ins Elsass, wo das Lalique-Museum zu finden ist.
Lalique, Frauenfiguren aus Glas

In der Lalique-Boutique in Zürich ist eine Ansammlung wunderschöner Frauenfiguren aus Glas zu finden.

Publiziert am 12. März 2015

Woran denken Sie, wenn Sie Lalique lesen? An Jugendstil, Art Deco, Glas, Vasen, Schmuck oder eine Kirche? Ich habe auf der Kanalinsel Jersey vor vielen Jahren meine erste Bekanntschaft mit Lalique gemacht, und zwar in der Glass Church. Der offizielle Name der Kirche lautet St. Mathews, aber Glaskirche finde ich auch sehr passend. Sie sollte 1932 renoviert werden und Mäzenin Lady Florence Trent nahm sich der Sache an. Unterstützt wurde sie vom Art-Deco-Architekten Grayson und dem Pariser Glasdesigner René Lalique. Letzterer gestaltete die Säulen, das Kreuz, den Altar und das Taufbecken aus Glas. Ich war tief beeindruckt. Wie auch vom Rest der Insel, die definitiv eine Reise wert ist (siehe Jersey-Reportage).

Anlässlich der Vorstellung des neuen Bentley-Duftes hatte ich es wieder mit Lalique zu tun, denn der edle Herrenduft ist in einen Flakon aus dem Hause Lalique verpackt (s. Beitrag Bentley). René Lalique ist 1945 als bekannter Künstler und Unternehmer gestorben, doch seine Glasdesign-Firma gibt es heute noch. Auch seine Villa im Elsass existiert noch, aber dazu komme ich später.

Lalique, Chapelle de la Congregation

In der Chapelle de la Congrégation Notre-Dame de Fidélité in Douvres-la-Delivrande (F) sind einzelne Elemente von René Lalique gestaltet worden. Foto: Musée Lalique/Christophe Urbain

Lalique, René

Ein altes Foto von René Lalique, der 1945 als berühmter Künstler und Unternehmer gestorben ist. Foto: Lalique SA

 

LIVING LALIQUE: PRICKELND UND WÜRZIG

Mir scheint, Lalique hat bei mir mit all seinen Facetten irgendwie Fuss gefasst... Kürzlich wurde erneut ein Duft vorgestellt, der im Lalique-Kleid daherkommt. Diesmal heisst er «Living Lalique» und ist für Damen gedacht, die selbstbewusst durchs Leben gehen, sich in New York, Paris und Rom gleichermassen wohlfühlen. Im Zürcher Lalique-Shop stellt der Parfumeur seine Duftkomposition gleich selber vor. Natürlich will ich von Richard Ibanez wissen, welches denn seine ersten Gedanken waren, als er den Auftrag bekommen hat: «Ich habe sofort an Art Deco gedacht und an wertvolle Ingredienzen. Es sollte aber kein altmodischer Duft werden, sondern ein moderner, prickelnder, würziger.» Mit natürlichen Rohmaterialien wie Vanille, Tonkabohne und Irisbutter, aber auch Gewürzen und Hölzern hat er das geschafft. Am besten, man erschnuppert den Duft selber...

Lalique, Kristallflakon, Extrait de Parfum

Der sehr kostbare Kristallflakon mit vergoldeten Schwalben und Lilien enthält das Extrait de Parfum Living Lalique. Davon gibt es nur 12 Stück.

Lalique, Glasflakon, Eau de Parfum

Nicht limitiert, aber auch schön (und erschwinglich): der runde Glasflakon mit Eau de Parfum Living Lalique drin.

 

MARKENZEICHEN: SCHWALBEN AUF GLAS

Eine Augenweide sind natürlich die Flakons. Besonders edel und ebenso teuer ist die Gold-Edition. Die Schwalben, Laliques Markenzeichen, sowie die stilisierten Irisblüten sind vergoldet und der Inhalt ein Extrait de Parfum. Davon gibt es nur zwölf Stück. Kostenpunkt: 14500 Franken. Im formgleichen Kristallflakon, aber ohne Echtgoldverzierung befindet sich ebenfalls Extrait de . (1500 Franken). Das Eau de Parfum leuchtet golden aus einem runden Glasflakon, der die Form des «Carnette fleur»-Modells aufweist, einem Flakon, der 1911 von René Lalique entworfen wurde. Auf dem Deckel sind wiederum die Schwalben zu finden. Living Lalique 50 ml gibt es für 118 Franken, 100 ml für 175 Franken.

Wer sich im Lalique-Shop in Zürich vorsichtig (!) umdreht, entdeckt eine Kostbarkeit nach der anderen – nicht nur aus Glas. Beispielsweise Kerzen in Glasgefässe gegossen duften sensationell. Und wenn die Kerze aufgebraucht ist, bleibt eine edle Lalique-Vase «übrig». Man kann aber auch eine edle Wohnungseinrichung erstehen...

Lalique, Boutique, Wohnaccessoires

Lalique bedeutet nicht nur Glas, sondern auch Wohnaccessoires und Möbel. So gesehen in der Lalique Boutique in Zürich.

Lalique, Vase

Diese zauberhafte Lalique-Vase wird mit einer Kerze drin zum leuchtenden Schmuckstück.

 

DAS LALIQUE-MUSEUM IM ELSASS

Ich konnte mich kaum sattsehen und habe beschlossen, demnächst das Lalique-Museum in Wingen-sur-Moder im Elsass zu besuchen. In diesem Dorf mit dem seltsamen Namen hat sich René Lalique 1921 mit seiner Glasfabrik niedergelassen. Das Museum, das 2011 eröffnete, stellt mehr als 650 Stücke aus: Schmuck, Zeichnungen, Parfümflakons, Gegenstände aus der Tafelkultur, Kronleuchter, Kühlerverschlüsse und Vasen... Der Besucher kann auch über grossformatige Fotos in die vergangene Atmosphäre eintauchen. So betritt er zum Beispiel die Weltausstellung im Jahr 1900, um dort René Laliques Stand zu bewundern. Das alles und noch einiges mehr habe ich über das Museum gelesen. Sobald ich dort war, gibt's dann die Reportage dazu. Und zu René Laliques Villa in Wingen-sur-Moder, die derzeit in ein exklusives Hotel umgewandelt wird. Das Thema Lalique bleibt spannend...

Lalique Museum Wingen-sur-Moder

Eine Luftaufnahme des Lalique Museums in Wingen-sur-Moder im Elsass.

INFOS ZU LALIQUE


Der Duft ist beispielsweise im 2013 eröffneten Lalique-Shop in Zürich erhältlich:
Lalique Boutique
Talstrasse 27, CH-8001 Zürich
Telefon: +41 44 212 02 22
www.lalique.com

Musée Lalique
40 Rue du Hochberg
F-67290 Wingen-sur-Moder
Tel. +33 3 888 908 14
www.musee-lalique.com

 


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