Hergiswil – das Seehotel Pilatus für Gipfelfreaks

Direkt am Vierwaldstättersee gelegen und umgeben von aussichtsreichen Bergen, ist das 4-Sterne-Seehotel Pilatus eine gute Empfehlung.
Hergiswil, Seehotel Pilatus, Garten, Seeterrasse

Ein Ausschnitt der Aussicht von unserem Balkon: auf den Garten, die Seeterrasse und natürlich den Vierwaldstättersee.

Publiziert am 10. August 2018 – von Inge wegen des frisch geschnittenen Videos nochmals aktualisiert

Auf der berühmten Touristikermesse ITB in Berlin haben sich unsere Wege zum ersten Mal gekreuzt: Während wir auf einen Termin am Österreich-Stand warteten, hat uns Hotelier Jürg Fuchs angesprochen, um sein Hotel und sein sommerliches Gipfelprogramm «Big Five» vorzustellen. Er musste uns nicht lange überreden, nach Hergiswil in die Innerschweiz zu reisen, wenngleich es dann doch ein Weilchen gedauert hat, bis wir losgefahren sind.

Hergiswil, Seehotel Pilatus, wellness

Im linken Gebäudeteil ist einerseits unser Zimmer 235 untergebracht, aber auch das Hallenbad und Wellness Aqva Romana.

Hergiswil, Seehotel Pilatus, aussen

Der alte Teil des Hotels mit dem Anbau, in dem früher ein Kino war und heute Seminarräume und Zimmer angesiedelt sind.

Hergiswil, Seehotel Pilatus,

Es gibt viele gemütliche Sitzgelegenheiten im Hotel und im Garten. Hier ein Teil der Bar – mit einem unübersehbaren «Big five»-Hinweis.

Das Vier-Sterne-Hotel in Hergiswil wirkt von der Strasse her etwas uneinheitlich, was auch wieder seine sympathische Seite hat. Denn einheitlich langweilig ist hier wirklich kaum etwas. Und wir merken schnell: Das Hotel hat eine geniale Lage direkt an den Gestaden des Vierwaldstättersees! Auch Hergiswil selber ist ein idealer Ausgangsort, um die Berggipfel der Innerschweiz zu erobern.

GLASBALKONE SORGEN FÜR WEITE

Von unserem Zimmer 235 aus geniessen wir eine herrliche Aussicht auf den See sowie auf die Seeterrasse und den Garten des Hotels. Die gläserne Balkonbrüstung öffnet den Blick, so dass wir schon vom Bett aus auf den See und in die Berge sehen. So macht Aufwachen Spass! Gänzlich wach wird man beim Schwimmen im See (der war uns aber zu kalt) oder bei ein paar Längen im hauseigenen Schwimmbad. Whirlpool, Kneippbad, Finnische und Bio-Sauna runden das Wellness-Angebot im Aqva Romana ab, das auch an einem Schlechtwettertag für Abwechslung sorgt. Hier trifft man übrigens auch auf einheimische Badegäste, denn im Zuge der Aus- und Umbauten war es eine Auflage der Gemeinde, dass das Schwimmbad öffentlich zu sein hat.

Das Hotel ist seit 1911 im Besitz der Familie Fuchs. Johann Ludwig Fuchs-Winistörfer, der Grossvater des heutigen Besitzers, kaufte das Haus als kleine Pension Pilatus. Es gab keine Heizung und nur Etagenbäder. Mit den beiden Weltkriegen und der Wirtschaftskrise gab es wenig Grund für Erweiterungen. Aber in den 50er- und 60er-Jahren, als die Wirtschaft anzieht, kann Jean-Louis Fuchs-Arnet, Vater von Jürg Fuchs, das Haus mit zwei Anbauten vergrössern. Weil es damals in Hergiswil keine Räume für Versammlungen gibt, wird ein grosser Saal im Hotel integriert, der bis 1994 als Kino in Betrieb ist. Bereits 1969 wird das Hallenbad gebaut und ein britisches Reisebüro bucht gleich alle Zimmer. Das geht einige Jahre lang so. Ein Segen für das Haus.


Dieses Video zeigt unsere Ausflüge im Rahmen des hoteleigenen Programms «Big Five», nämlich auf Titlis, Pilatus, Rigi und Stanserhorn. Nur mit dem Hammetschwandlift hat es nicht geklappt...

Hergiswil, Seehotel Pilatus, Zimmer 235

So sieht es in unserem Zimmer 235 aus – samt Aussicht.

Hergiswil, Seehotel Pilatus, Zimmer, Wintergarten

Und das ist der angebaute «Wintergarten» – ebenfalls mit etwas Seesicht.

Hergiswil, Seehotel Pilatus, Hallenbad, Aqva Romana

Das Hallenbad im Aqva Romana.

Hergiswil, Seehotel Pilatus, Aqva Romana

Ein kleiner Palmengarten ziert die Fläche for dem Aqva Romana mit Seeanstoss.

IDEENREICHTUM IST IMMER GEFRAGT

1975 übernehmen die Gebrüder Hans und Jürg Fuchs das Hotel und bauen weiter um und passen die Räumlichkeiten den gestiegenen Ansprüchen an. Bei den Zimmergrössen wird's langsam schwierig, weil mittlerweile auch Klimaanlagen zum Standard gehören. Deshalb entschliesst sich Jürg Fuchs, eine Art Wintergarten anzufügen und die Klimaanlagen in der rückwärtigen Wand zu verstauen. Eigentlich ist der Hotelier hinter den Kulissen immer am Tüfteln und Austauschen, denn das Haus ist gross und alt – obwohl es gar nicht so wirkt. Aber so hält er das Hotel für Tochter Carina Fuchs in Schuss, die bereits als Direktionsassistentin im Pilatus arbeitet.

Womit wir wieder in der Gegenwart und bei unserem Aufenthalt sind. Das Frühstück, dass wir wahlweise auch auf der Terrasse geniessen können, lässt keine Wünsche offen. Das Büfett ist gut bestückt und alles schön angeschrieben. Die knusprigen Brote verleiten immer dazu, etwas mehr zu essen... So starten wir aber gut gestärkt in unsere Tagesausflüge, die sich an das hoteleigene Programm «Big Five» anlehnen (s. u.). Nach der Rückkehr gibt es dann erst einmal ein Apéro im Garten oder auf der Seeterrasse. Diese wurde übrigens vom Schweizer Fernsehen 1963 im Film «Eine Reise durch die Schweiz mit Vico Torriani» (und Jörg Schneider) in der Einstiegsszene verewigt. Nach dem Apéro dann das stets schmackhafte Vier-Gang-Menü, für das man wirklich grossen Hunger mitbringen muss, damit man alles verputzen kann. ;-)

Hergiswil, Seehotel Pilatus, Detail

Kleine Details da und dort, aber unaufdringlich. Chichi gibt's hier nicht.

Hergiswil, Seehotel Pilatus, Restaurant

Im Restaurant haben wir diesen hübschen Platz mit Seesicht fürs Frühstück und Abendessen zugeteilt bekommen.

Hergiswil, Seehotel Pilatus, Fruehstuecksbuefett

Ein kleiner Ausschnitt des Frühstücksbüfetts...

Alles in allem haben wir die Tage im Seehotel Pilatus sehr genossen, genauso wie unsere Ausflüge, über die wir (mit Ausnahme der Glasi – s. u.) später berichten. Das Hotel ist sehr gut geführt, die Damen an der Rezeption immer für eine Auskunft oder ein Schwätzchen zu haben, alle Angestellten sind freundlich und hilfsbereit – und last but not least: die Betten sind gut.


INFOS

Seehotel Pilatus

Seestrasse 34
CH-6052 Hergiswil
www.pilatushotel.ch

Big Five
Das hoteleigene Programm «Big Five» für Bergbahn-Freunde ist an ausgewählten Daten als Gesamtpaket buchbar, will heissen: Je nach gewählter Dauer sind die entsprechende Anzahl Übernachtungen mit Halbpension, alle Bergbahn-, Bahn- und Schiffstickets und eine genaue Beschreibung der Routen inbegriffen.

Steam Dream
Für Freunde von dampfbetriebenen Bahnen und Schiffen hat Hoteldirektor Fuchs ebenfalls ein exklusives Programm zusammengestellt.

White Pass
Dass es rund um den Vierwaldstättersee auch im Winter spannende Bahnabenteuer zu erleben gibt, lässt sich mit dem hoteleigenen Angebot White Pass nachvollziehen.


ÜBRIGENS: EIN MUSS IN HERGISWIL

Abschliessen ein Tipp, der gleich um die Ecke liegt: die Glasi Hergiswil. Wenn Petrus mal nicht richtig in die Gänge kommen will, ist sie ein beliebtes Alternativprogramm. Wer aber auch nur Ansatzweise Freude an Glas hat, für den ist die seit 201 Jahren produzierende Glashütte Wetter hin oder her ein Muss! Hier geht es nicht nur um die Geschichte der Glasmanufaktur, auch eine Ausstellung zum Anfassen, ein Glaslabyrinth, eine Märchenausstellung und nicht zuletzt die Glasbläser sorgen für spannende Unterhaltung. Sogar selber eine Glaskugel blasen wird hier ermöglicht! Und das passende Souvenir findet man ganz sicher im 1.-Wahl-Laden oder im Glasi-Outlet (2. Wahl).

So klingt übrigens eine Glasharmonika – das Bild dazu ist weiter unten zu finden.

© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz Jucker | Travel-Experience.ch

Offenlegung: Wir waren vom Seehotel Pilatus zu einer 3-Tage-Version der «Big five» eingeladen.


Hergiswil, Glasi, Manufaktur, Glasblaeser

In diesem Teil der Glasi Hergiswil entstehen die Kunstwerke in «heisser» Handarbeit.

Hergiswil, Glasi, fluessiges Glas

Fliessendes Glas wird mit einer «Schere» portioniert. Da braucht es gutes Augenmass.

Hergiswil, Glasi, Ausstellung, Glasharmonika

Faszinierend: Für eine solche Glasharmonika haben sowohl Bach als auch Mozart Stücke geschrieben. Auf diesem Instrument zu spielen ist wohl gar nicht so einfach...


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