Heidiland – Themen- und Genusswandern

Für einmal nicht am Walensee vorbeigesaust, dafür Halt gemacht und auf Schusters Rappen die Gegend erkundet. Das hat mehr Spass gemacht als erwartet!
Walensee, Quinten

Quinten am Walensee. Das Dorf ist nur zu Fuss oder mit dem Schiff erreichbar.

Publiziert am 20. Oktober 2014

Wer mit Kindern im «Heidi»-fähigen Alter unterwegs ist, für den ist der Geissenweg natürlich ein Muss. Aber bitte, lassen Sie den Kinderwagen zu Hause. Einige Wegabschnitte sind wirklich nicht befahrbar. In etwa anderthalb Stunden geht es rund um den Chapfenberg, Start ist bei der Flykirche. Zehn Posten, die sich ums Thema Geissen und auch um Johanna Spyris «Heidi» drehen, sind auf dem 2,5 km langen Weg verteilt. Echte Geissen sind hier ebenfalls anzutreffen. Auch wenn es sich nicht um Bärli und Schwänli, die Lieblingsgeissen von Heidi handelt, fragt man sich manchmal, wer mehr Freude am anderen hat – die Geissen an den Kindern oder die Kinder an den Geissen. Auf gar keinen Fall darf man aber die Bratwurst vergessen, denn an der Feuerstelle lässt sich prima picknicken.

AUF DER STRASSENLOSEN SONNENSEITE

Ich gebe es zu, ich habe nicht den ganzen Geissenweg gemacht, denn ich wollte den Weg Richtung Quinten unter die Füsse nehmen, immer schön auf der Sonnenseite des Walensees. In etwa einer Stunde geht es gemütlich dem Ufer entlang, zweimal sogar durch Tunnels hindurch, nach Betlis. Von den wenigen verstreut liegenden Häusern ist eines auf jeden Fall einen Halt wert: der Landgasthof Paradiesli. Hausgemachte Spezialitäten, vieles aus dem eigenen Garten, und dazu eine herrliche Aussicht auf den Walensee lassen hier gerne länger verweilen. Man könnte sogar übernachten, hätte man reserviert …

Walensee, Weesen

In Weesen steht mit Kindern das Enten- und Schwänefüttern hoch im Kurs.

Nach Betlis geht der Weg, anfangs mit Blick auf die Seerenbachfälle, gemächlich ansteigend bis über den Steinbruch, danach aber sehr steil abwärts. Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind unabdingbar. Mir hat es am passenden Schuhwerk gefehlt, aber ich wollte unbedingt nach Quinten. Also habe ich ab Betlis einfach das Schiff genommen.

VERFÜHRERISCHES KLEINES PARADIES

Quinten ist nur zu Fuss oder mit dem Schiff erreichbar, was den Ort sehr besonders macht – auch für die Bewohner. Zudem hat Quinten ein Mikroklima, das Wein, Feigen und Kiwis üppig gedeihen lässt. Das Dorf selber hat man jedoch in recht kurzer Zeit erobert, denn so herzig es ist, so klein ist es auch. Im alten Schulhaus befinden sich heute die Post und ein Geschenkladen. Und weiter oben im Dorf ist Margrit Bärlochers «Kellerlädeli» zu finden, wo Genussmenschen die Augen übergehen: Honig, Konfitüren, Pfefferminzöl, Feigensenf, Bärlauchsenf, Geisswürste, Feigenschnaps und Quintener Wein… Pure Verführung!

Walensee, Geissenweg

Etwas ausserhalb von Weesen startet der Geissenweg, der für Kinder ein Highlight ist.

Walensee; Geiss

Natürlich trifft man auch auf die Originale, die für den Weg der Geissen Pate standen.

Mit dem Schiff fahre ich schliesslich zurück nach Weesen, weil dort mein Auto steht. Wer mit den ÖVs angereist ist, kann auch quer über den See nach Murg oder seeaufwärts nach Walenstadt fahren. Die Region Heidiland hat ja noch weitere Orte zum Staunen sowie Kraft- und Kultorte zu bieten – und natürlich jede Menge Wanderungen, von ganz einfach bis ganz schön anstrengend.

Wie wär’s mit einer Wanderungen ab Flumserberg – und auf dem «Züribänkli» rasten? Es ist ein Platz, um Ballast abzuwerfen und mit sich und der Welt ins Reine zu kommen. Oder eine Wanderung im Pizol-Gebiet, zum Kraftplatz unterhalb der Alp Schwarzbüel. Es ist einer dieser Plätze, die es einem leicht machen, die Seele fliegen zu lassen… 

Walensee, Serenbachfälle

Man wandert unterhalb der spektakulären Serenbachfälle vorbei, aber vom Schiff aus sieht man sie auch gut.

Walensee, Quinten, Wegweiser

In Quinten ist erst mal Rast angesagt. Wer noch wandern mag, kann sich am Bootsteg orientieren.

INFOS ZUM WALENSEE UND HEIDILAND


ANREISE
Mit dem PW oder der SBB nach Weesen, Murg oder Walenstadt.

VOR ORT
Die Walensee-Schiffe helfen dabei, Wanderungen abzukürzen oder andere Streckenabschnitte zu gehen und von A nach B zu gelangen. www.walenseeschiff.ch

RESTAURANTS
Landgasthof-Hotel Paradiesli (Di Ruhetag), Betlis, Tel. 055 611 12 21, www.paradiesli-betlis.ch: In der Küche stehen Saisonales und alles, was der Paradiesli-Biogarten liefert, im Zentrum.
Seehus, Quinten, Tel. 081 738 16 64, www.seehusquinten.ch: Ausgezeichnete Fischküche, Tagesmenüs und Kleinigkeiten.

ADRESSEN
Heidis Geissenweg und andere Themenpfade sowie Wanderrouten sind unter www.heidiland.com ausführlich beschrieben.

Kraft- und Kultorte: Im Heidiland gibt es viele Orte des Staunens sowie Kraft-, Heil- und Kultplätze. Infos und einen Flyer gibt’s bei Heidiland-Info

BUCHTIPP
Genusswanderern ist «Gemütliches Wandern in Graubünden» zu empfehlen (ISBN 978-3-7298-1172-0, ca. 20 Franken). Alle Routen sind sehr genau beschrieben.

ALLGEMEINE INFOS
Heidiland Tourismus
Hauptsitz Bad Ragaz
Tel. 081 720 08 20
www.heidiland.com

© Text & Fotos: Inge Jucker | Travel-Experience.ch, der Schweizer Reiseblog


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