Hannover – fast wie ein Weihnachtsdorf

Geradezu berauschend sind die Lichter, die Kulisse mit den Fachwerkhäusern, ein Wald mitten in der Stadt sowie Kartoffelpuffer und Glühwein.
Hannover, Altstadt, Weihnachtsmarkt

Die Fassaden der Alststadt von Hannover passen zur Atmosphäre des Weihnachtsmarktes.

Publiziert am 18. November 2014

Zum Weihnachtsmarkt nach Hannover?! Ja warum denn eigentlich nicht? Gut, zuerst dachte ich auch, dass eine aufstrebende Messestadt und Weihnachtsmarkt irgendwie nicht zusammenpassen. Aber das stimmt ganz und gar nicht. Hannover kann es mit jeder anderen deutschen Weihnachtsmarktstadt locker aufnehmen.

Wer am Hauptbahnhof ankommt, kann gar nicht anders, als schon mal durch den ersten kleinen Weihnachtsmarkt zu spazieren. Auf dem Ernst August Platz bieten eine Handvoll Standbetreiber vor allem Essbares an. Dann geht es ein Stück die Bahnhofstrasse entlang bis zum Kröpcke. Der ist ein Platz, aber auch ein Restaurant und vor allem ein Treffpunkt für die Hannoveraner. Mitten auf dem Kröpcke steht eine riesige Weihnachtspyramide und somit ist klar: es ist nicht mehr weit bis zum eigentlichen Herz des Weihnachtsmarktes. Das befindet sich nämlich rund um die Marktkirche, das Historische Museum, den Ballhof und den Holzmarkt.

Hannover, Kröpke, Weihnachspyramide

Am Kröpke erstrahlt die Weihnachtspyramide.

 

VOM MITTELALTER ZU DEN FINNEN

Die rund 170 Stände profitieren von der Kulisse der historischen Fachwerkhäuser, die einem vorgaukeln, man befinde sich in einem echten Weihnachtsdorf. Die feingliedrige Fassade des alten Rathauses und jene der Marktkirche steuern ihr übriges zur Stimmung bei. Rund um das Historische Museum hat der Markt einen mittelalterlichen Charakter und zeigt das frühere Leben auf.

Wie die Finnen nach Hannover gekommen sind, entzieht sich meiner Kenntnis; jedenfalls gibt es ein finnisches Weihnachtsdorf mit einem echten Lappenzelt. Natürlich werden Spezialitäten aus Finnland angeboten und vor Ort Lachsseiten geräuchert. Zu den typischen einheimischen Leckereien zählen Glühwein und Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Vorsicht bei der Kartoffelspeise: die Portionen sind riesig! Und wer sie gleich beim Stand verputzt, riecht nachher garantiert nach Küche. Aber lecker sind die Kartoffelpuffer schon...

Hannover, Mittelaltermarkt

Passende Stimmung am Mittelaltermarkt.

Hannover, Wunschbrunnen

Der goldene Ring des Wunschbrunnens muss gedreht werden, damit Wünsche in Erfüllung gehen.

 

EIN WUNSCHWALD MIT BRUNNEN

Unerwartet findet man sich plötzlich mitten in der Altstadt zwischen Tannenbäumen wieder. Es riecht herrlich nach Wald, und je weiter man sich hineingetraut, desto ruhiger wird es und desto mehr nimmt man neben dem Tannengeruch auch den Duft von Glühwein wahr. Der wird in der Waldhütte ausgeschenkt. Der Wald, aus 50 frisch geschlagenen Tannen aufgebaut, zählt nicht zu den Traditionen, sondern ist erst 2013 als neues Highlight entstanden. Und weil er auf dem Holzmarkt beim Wunschbrunnen (eigentlich Oskar-Winter-Brunnen) steht, wird er Wunschbrunnenwald genannt.

Aber wieso Wunschbrunnen? Ganz einfach: An diesem Brunnen befindet sich ein goldener Ring. Wer ihn dreht und sich dabei heimlich etwas wünscht, dessen Wunsch soll in Erfüllung gehen. So die Sage. Man kann es ja mal ausprobieren... Ich habe mir gewünscht, wieder einmal nach Hannover zu reisen. Ups! Jetzt ist mein Wunsch nicht mehr geheim. Nun ja, vielleicht erfüllt er sich ja trotzdem...

Hannover, Neues Rathaus

Spitzenarchitektur im Neuen Rathaus.

Hannover, Café Audrey

Eine ganz andere Welt: Das Café Audrey.

Hannover, Herrenhäuser Gärten, Niki de Saint-Phalle

In den Herrenhäuser Gärten befindet sich die von Niki de Saint-Phalle gestaltete Grotte.

 

INFOS ZUM WEIHNACHTLICHEN HANNOVER

 

ANREISE
Ab Zürich mit dem Zug direkt und ohne Umsteigen in 6:17 Std. nach Hannover oder mit Swiss in 1:15 Stunden Flug.


UNTERKUNFT
Grand Hotel Mussmann,
Ernst August Platz 7, 30159 Hannover, www.grandhotel.de: Ein aussergewöhnliches Hotel: Die Zimmer haben keine Nummern sondern tragen einen Namen nach einem Garten von Hannover und der näheren Umgebung. Witzigerweise habe ich im «Parterre» geschlafen – und das im 5. Stock. Mein Garten hing auch an der Decke über dem Bett, so dass ich beim Einschlafen eine grüne Begleitung hatte. Das Hotel liegt gegenüber dem Hauptbahnhof und die Altstadt ist in wenigen Minuten zu Fuss erreicht. Prima geeignet für einen Aufenthalt während der Adventszeit.

RESTAURANTS
6 Sinne,
Sky Bar & Restaurant, Heiligerstrasse 15, 30159 Hannover, www.6sinne-hannover.de: Über den Dächern Hannovers geniesst man einen Drink, Snack oder ein feines Dinner. So oder so hat man tolle Aussicht. Die Bar wurde von Designer Philipp Starck ausgestattet und wer mag, kann einen Blick in die offene Küche werfen. Hier werden alle italienischen und regionalen Speisen frisch zubereitet.

Audrey, Café, Bar, Lounge, Friedrichswall 10, 30159 Hannover, www.cafe-audrey.de: Ein witziges Café, das eine einzige Ode an Audrey Hepburn ist. Es befindet sich mitten in der modernen Architektur der Nord/LB. Idealer Zwischenstopp für Spaziergänger, die sich das Neue Rathaus anschauen wollen.

SEHENSWÜRDIGKEITEN
Neues Rathaus:
Es sieht gar nicht neu aus, ist aber neuer als das alte und auf jeden Fall einen Besuch wert. Der wilhelminische Prachtbau, den man gerne als Schloss bezeichnen möchte, ist das Wahrzeichen und wohl eines der beliebtesten Fotosujets der Stadt. Im Innern ist ein Relief der Stadt zu finden.

Der Rote Faden: Wer auf eigene Faust Hannover entdecken möchte, hält sich am besten an den roten Faden – auf dem Asphalt eingezeichnet und im Büchlein «Der Rote Faden» eingehend beschrieben (gibt’s bei Hannover Tourismus). So kann man der eleganten «Luise» begegnen, dem Spartanerstein, dem Vater des guten Bieres oder dem Bauch von Hannover. Lassen Sie sich inspirieren und überraschen!

Herrenhauser Gärten: Herrenhausen ist ein Stadtbezirk von Hannover und vor allem wegen seiner riesigen Gärten bekannt. Ihre Grösse nimmt man am besten auf Luftaufnahmen war – oder bei einem ausgedehnten Spaziergang. Dazu ist der Sommer allerdings besser geeignet. Im Winter ist aber die von Niki de Saint Phalle gestaltete Grotte beim Schloss sehenswert. Ihre drei ursprünglich mit Muscheln, Kristallen, Glas und Mineralien geschmückten Räume dienten als Ort der Verzauberung und als kühle Rückzugsmöglichkeit bei Hitze. Doch die Grotte geriet in Vergessenheit bis sie zur Weltausstellung 2000 aus dem Dornröschenschlaf geweckt und von der Künstlerin neu gestaltet wurde. Niki de Saint Phalle war Ehrenbürgerin von Hannover. Das Museum Schloss Herrenhausen öffnete seine Pforten erst 2013. Die Ausstellung «Schlösser und Gärten in Herrenhausen – Vom Barock zur Moderne» zeigt die Vielfalt der Schloss- und Gartenwelt. Sie ist eine der schönsten Europas und beeindruckt durch barocke Ornamente und prächtige Wasserspiele. Im Winter muss man mit dem Museum Vorlieb nehmen – und dann den nächsten Besuch im Sommer einplanen.

WEIHNACHTSMÄRKTE – ÖFFNUNGSSZEITEN
Altstadt – rund im Marktkirche und Historisches Museum Hannover, Ballhof, Holzmarkt: 26.11. – 22.12.2014, 11–21 Uhr
Hauptbahnhof: 26.11. – 28.12.2014, 11–21 Uhr (24.12. nur bis 16 Uhr, 25.12. geschlossen)
Lister Meile: 26.11. – 22.12.2014, 11–21 Uhr
In der Umgebung finden weitere Weihnachtsmärkte statt. Hannover Tourismus kennt die Details.

ALLGEMEINE INFOS
www.hannover.de

© Text & Fotos: Inge Jucker | Travel-Experience.ch, der Schweizer Reiseblog

Diese Reportage wurde durch Hannover Tourismus und www.railtour.ch unterstützt.


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