Gstaad-Saanen – im «Huus» zu Haus

Der Aufenthalt im Huus Hotel ist nicht nur dank dem Charme der Gastgeber und von Haushund Charly ein durchaus stimmungsvolles Erlebnis.
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Dass das Huus Hotel eine riesige Kombination von mehreren Chalets ist, sieht man von der Vorfahrt her nicht auf den ersten Blick.

Publiziert am 28. September 2017

Ich habe den Satz von Hoteliers und Marketingleuten schon hundertmal gehört: Das Hotel soll wie ein Zuhause, allenfalls ein zweites Zuhause sein. Wirklich? In den Ferien will ich nicht zu Hause sein, denn ich verreise ja, um einen Tapetenwechsel zu erleben. Also irgendwie passt das so nicht für mich. Aber im Huus Hotel deutet alles darauf hin, dass man sich wie zu Hause fühlen kann und soll. Und weil eben doch alles anders ist als zu Hause, fühle ich mich wohl.

EIN RIESIGES WOHNZIMMER

Beim Betreten des Hotels – man landet eigentlich direkt im Herz des Hauses – kann ich mich noch nicht so recht entscheiden: Ist es jetzt zu dunkel hier oder liegt es daran, dass ich von draussen reingekommen bin? Mit der Zeit gewöhne ich mich daran, und der Lobby- und Loungebereich wird doch zum gemütlichen Wohnzimmer, offiziell Livingroom genannt. Da gehört auch die tolle Bar dazu, die je nach Sichtweise an Berge erinnert oder an eine Skyline. Sehr gelungenes Design! Aber ich muss gestehen: So schön die Bar, so teuer die Preise.

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Vom Garten her betrachtet erkennt man die Gliederung der Häuser.

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Zu einem Wohnzimmer in den Bergen gehören ein Kaminfeuer, Kunst und Bücher...

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... aber auch eine Bar. Und die hier kann sich wahrlich sehen lassen!

Ebenfalls gleich beim Eingang befindet sich die Abenteuerecke, wenn ich das mal so despektierlich sagen darf. Hier wird über alle Freizeitangebote informiert und die nötige Ausrüstung abgegeben; denn im Huus-Aufenthalt sind die Freizeitaktivitäten inbegriffen. Für Gross und Klein, im Winter wie im Sommer, vom Skilaufen, Snowbiken und Schlitteln bis zum Wandern, Klettern und Raften – ganz nach dem Motto «collect moments not things» (sammle Momente, nicht Dinge).

SCHÖNES IST GEBLIEBEN, ANDERES HAT GEÄNDERT

Die Rezeption liegt etwas zurückversetzt und erinnert in ihrem Design an die Bergwelt, ohne kitschig zu sein. Im Bereich der Seminarräume ist jedoch alles wie früher, nur die Namen der Räume wurden geändert. Die hübschen Kuhbilder auf Holz, Herzlöcher in Schranktüren und ganz viel gemütliches Holz sind erhalten geblieben. Mehr oder weniger gleich geblieben ist auch die Wellness-Oase auf 1500 Quadratmetern.

Die Restaurants sind noch am gleichen Ort, sehen heute aber völlig anders aus. Im A-la-carte-Restaurant La Vue gleich hinter der Bar werden die Gäste von einem engagierten Team in offener Küche bekocht. Chefkoch Giuseppe Colella sorgt hier für Abwechslung auf dem Teller. Wir haben zweimal im La Vue getafelt und die Speisen waren frisch und sorgfältig zubereitet, dass es eine Wonne war. Das zweite, das Huus-Restaurant, bietet Büfett-Abendessen und ein üppiges, auswahlreiches Frühstücksbüfett für alle Gäste an.

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Auf den ersten Blick ist erkennbar, was in der Abenteuerecke so alles angeboten wird.

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Zurückhaltend, aber nicht unwichtig: die Rezeption.

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Mein absolutes Lieblingsbild auf Holz hängt im Seminarbereich des Huus Hotels.

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Hier kann man eintauchen und sich tragen lassen.

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Und in der Sauna lässt sich zu schöner Aussicht prima schwitzen.

ZIMMER MIT KUSCHEL-ATMOSPHÄRE

Nun aber zum Zimmer, auf das ich besonders neugierig bin. Als erstes fallen mir die dunklen Farbtöne auf (ich liebe eigentlich helle Räume), aber das Design und das Gesamtbild vermögen dann doch zu gefallen. Die Glaskugellampe in ihrer Kontrastfarbe tut gut. Es gibt genügend Ablageflächen und mein Lieblingsplatz ist rasch erkoren: Die Eckbank mit dem runden Tisch. Obwohl sich die metallene Tischplatte stets sehr kühl anfühlt, kann ich dort auf angenehmer Höhe schreiben, lesen oder auch fernsehen.

Das Badezimmer überrascht mit Durchblick, der zwar Tageslicht hinein bringt, aber für meinen Geschmack ist es halt auch etwas zu dunkel gehalten. Man mag ins Feld führen, dass das farblich bedeckte Ambiente für Gemütlichkeit und Kuscheligkeit sorgt – das stimmt natürlich. Ausserdem ist alles Geschmackssache. Genauso wie das Bett. Ein Hästensbett Schweizer Herkunft, teuer und angeblich sehr bequem. Leider war mein Rücken anderer Ansicht. Heinz fand das Bett aber angenehm und hat prima geschlafen.

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Je nach Platzierung geniesst man im A-la-carte-Restaurant La Vue – nomen est omen – eine herrlliche Aussicht auf Saanen.

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Da hat die Küche alles absolut richtig gemacht: Kalbfleisch im Kartoffel-Gemüsebeet.

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Unser gemütliches Zimmer 209, das wir an einem verregneten Nachmittag ausgiebig genutzt haben.

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Unseer Bad mit Ausblick und etwas Tageslicht.

UMBAU- UND ANDERE GESCHICHTEN

Das Huus wurde von April bis November 2016 umgebaut und im Dezember wieder eröffnet (zuvor gehörte es zu den Steigenberger Hotels). Günter Weilguni, CEO und von der Wirtschaftszeitung Bilanz zum «Hotelunternehmer 2017» erkoren, ist zurück in Saanen – ebenso Mirka Czybik, General Manager. Das freut viele Stammgäste, die sich wie in alten Zeiten wähnen – wäre inzwischen nicht alles etwas anders geworden. Die beiden Gastgeber haben dem Huus nicht nur ihre Philosophie angedeihen lassen, sondern auch Seele eingehaucht. Okay, Huus-Hund Charly mischt da schon auch ein wenig mit ;-)

Weil Mirka Czybik von früher her die Schwachstellen des Hauses kannte, wurden diese beim Umbau ausgemerzt. Dazu zählt die grosse Wendeltreppe, die direkt in die Lobby führte (auch für Gäste im Bademantel, die nur in die Wellness wollten). Die Treppe ist weg und fehlt überhaupt nicht. Auch die Abläufe in einem Kettenhotel wie Steigenberger waren anders definiert, nämlich sehr eingegrenzt. Da hat keiner über seinen Bereich hinaus gedacht.

Die Hausherrin hat das grundlegend geändert. Viele Arbeiten werden gemeinsam erledigt. Der Rezeptionist weiss, wie eine Kaffeemaschine betätigt wird und ein Service-Angestellter hilft auch mal beim Koffertragen. Alle sind in Hemd, Weste und Jeans mit Gürtel gekleidet – auch die Chefs. Denn ein Chef soll sich nicht über die Kleidung definieren. Im Restaurant können und machen denn auch alle alles, vom Verkaufen, Auftragen bis zum Abräumen.

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Der Garten, den wir von unserem Zimmer aus sehen, ist noch jung, lädt aber dennoch zum Flanieren ein.

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Günter Weilguni ist der überaus sympathische CEO des Huus Hotels und Hotelunternehmer des Jahres 2017. Kein Wunder...

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Das fröhliche Charme-Duo: General Manager Mirka Czybik mit Huus-Hund Charly. Er hat sogar seine eigene Visitenkarte und führt auf Frauchens Kommando hin kleine Kunststücke auf. Gegenüber anderen Hunden ist er sehr freundlich gesinnt.

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Ein Ausflugstipp, der einfach sein muss: der Lauenensee. Man findet dort auch eine Tafel mit dem Text des berühmten Liedes «Lounenesee» von der Mundartband Span. Und wenn man mal mit Summen angefangen hat, hört man kaum mehr auf.

Natürlich wollen wir wissen, wie denn das Huss gestartet ist. Mirka Czybik erzählt, dass sie schon einige schlaflose Nächte hatte... Kurz vor Eröffnung sogar zwei hintereinander, denn es glich noch alles einer Baustelle. Beispielsweise mussten die Betten noch verteilt werden – und da half die ganze Belegschaft inklusive Chef mit, weil das Haus schon am 2. Dezember bis auf ein einziges Zimmer ausverkauft war!

Man ist fulminant in die Weihnachts- und Silvestertage gestartet – und es ist einfach so weiter gegangen! Von null auf hundert und dazu zu einer Zeit, als die Strukturen und Abläufe noch nicht gänzlich fixiert waren... Aber es hat funktioniert. Inzwischen sind die Teams eingespielt und das Huss-Konzept hat sich etabliert. Als Gast fühlt man sich jedenfalls gut aufgehoben, freundlich umsorgt und sehr wohl. Und bis zum nächsten Mal ist dann auch der neue Garten, der zum Spazieren einlädt, völlig «eingewachsen».


INFOS ZUM HUUS HOTEL GSTAAD-SAANEN


Huus Hotel
Schönriedstr. 74
CH-3792 Saanen
www.huusgstaad.com

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© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz Jucker | Travel-Experience.ch

Offenlegung: Wir waren für zwei Nächte im Huus Hotel eingeladen. Vielen Dank!


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