Davos: Goldenes Ei im Bergwald

Ein Jahr InterContinental Davos – das war dem Hotel eine grosse Geburtstagstorte wert und mir einen Kurztrip in ein aussergewöhnliches Haus.
InterContinental Davos,

Das Luxushotel InterContinental –das «goldene Ei» von Davos.

Publiziert am 30. Dezember 2014

Über Architektur und Kunst kann man bekanntlich nicht streiten. Aber geteilter Meinung sein. Die einen finden das goldene Ei komplett daneben, passt nicht in die Berglandschaft. Die anderen sagen, Davos sei ja architektonisch sowieso keine Schönheit, die Flachdächer passen ebenfalls nicht in die Berglandschaft, da sei das Gebäude am Waldrand ja geradezu ein Highlight. Und für die Dritten passt das Hotelgebäude bestens zu Davos – das sich ja auch Architekturstadt nennt – selbst wenn das Ei entgegen der Davoser Vorschriften kein Flachdach hat.

Und was halte ich nun davon? Ich fotografiere aus der Ferne und bin etwas hin- und hergerissen... Ich weiss nicht so recht... Also schauen wir uns das Ganze doch mal von innen an. Vielleicht hilft das bei der Meinungsfindung.

InterContinental Davos, Lobby

Gemütlichkeit in der Lobby...

InterContinental Davos, Entrée

und Lichtkunst «Wave Chandelier» im Eingangsbereich.

 

WOHLFÜHLZIMMER MIT AUSSICHT AUF DAVOS

Das Gepäck wird uns bereits vor dem Hoteleingang abgenommen – wir sehen es erst im Zimmer wieder. An der Rezeption erleben wir einen professionellen und freundlichen Empfang. Mit einem mir bislang noch nicht bekannten Lift-Bedienungssystem ging’s in die 8. Etage: Zimmerkarte aussen am Lift vor den Sensor halten, warten bis der genannte Lift eintrifft, einsteigen und warten, bis sich die Türe im richtigen Stockwerk öffnet. Faszinierend... Und als wir die Alpine Executive King Suite betreten, machen wir dann ganz grosse Augen! Wow! Hier ist alles ganz nach unserem Geschmack. Holzboden und nur ganz wenig Teppich, ruhige Farben mit passenden Akzenten, edle Materialien, ein sehr grosses Raumangebot, eine Kaffeemaschine (es gibt nichts Schöneres, als morgens im Pyjama einen Kaffee zu trinken) und auf der Terrasse könnte man glatt Federball spielen, läge da kein Schnee... Die Aussicht ist natürlich auch grandios!

Nach dieser angenehmen Überraschung schliessen wir uns der Hausführung an, die am Geburtstag im Rahmen der offenen Tür angeboten wird. Die Deluxe King-, Deluxe Twin- und Club Continental-Zimmer sind alle 37 Quadratmeter gross und enthalten die gleiche Art der Möblierung wie unsere Suite. Alpine Executive King ist mit 60 Quadratmetern schon ganz schön gross. Auf 91 Quadratmeter kommt die Alpine Suite und die Presidential Suite hat dann mit 160 Quadratmetern definitiv Ausmasse einer sehr grossen Wohnung erreicht. Wir können sie leider nicht besichtigen, da sie belegt ist.

InterContinental Davos, Suite

Alpine Executive Suite – herrlich geräumig und angenehm möbliert.

InterContinental Davos, Bad

Das Badezimmer mit freistehender Wanne sowie separatem WC und Dusche.

InterContinental Davos, Kuchen

Der Geburtstagskuchen hat für viele neugierige Besucher und die Gäste gereicht.

Wer bis hier hin durchgehalten hat, wird nun mit einem Stück Geburtstagskuchen, Kaffee und Wein belohnt. Die für Besichtigungsgäste einsehbaren Bereiche von Fitness und Spa sind beschränkt, aber wir testen natürlich am nächsten Tag ausgiebig. Dabei stellen wir fest, dass der Wellness- nicht richtig vom Poolbereich getrennt ist. Je nach Quietschfaktor bei den Kindern im Pool, wird’s in den Saunen ziemlich laut.

IM ALPINE SPA ZUR MASSAGE

Aber bei meiner Spa-Behandlung gab’s dann nichts zu meckern. Eine Tiefenbindegewebsmassage hatte ich noch nie und ich stellte mir vor, dass sie wohl keine Wohlfühlmassage sei. Richtig. Naja, also die Massage war in der Tat keine Erholung, denn sie zwickte da und dort ziemlich heftig. Aber das Gefühl danach fand ich toll. Da hatte sich der eine oder andere Knoten in der Tiefe der Oberschenkel tatsächlich in Luft aufgelöst.

Welch ein Hochgefühl! Allerdings wusste ich damals noch nicht, wie sich die Nachwehen dieser Massage anfühlen. Wie blaue Flecken, die man nicht sieht. Dennoch: Ich würde mich sofort wieder den kräftigen Händen «meiner» liebenswürdigen Masseurin anvertrauen. Natürlich werden auch viele andere Behandlungen angeboten, die eindeutig Wohlfühlcharakter haben. Aber «tiefgehende Schönheit» muss eben ein wenig leiden... ;-)

InterContinental Davos, Wellness

Getrennt: der Innen- und Aussenpool.

InterContinental Davos, Matsu

Im Restaurant Matsu wird Japanisches aufgetischt.

InterContinental Davos, Capricorn

Die offene Küche des Restaurants Capricorn. Hier gibt es Frühstück und Abendessen.

Nicht gelitten habe ich hingegen beim Abendessen im hoteleigenen japanischen Restaurant Matsu. Marinierten, nur kurz angebratenen Thunfisch gibt’s bei mir sonst nur während Malediven-Ferien. Das Matsu-Küchen-Team bekommt von uns aber 100 Punkte! Ebenso die Servicemitarbeiter.

Den Abend beschliessen wir im Studio Grigio, Bar und Restaurant im obersten Stock, von wo man tagsüber herrliche Sicht in die Berge hat und abends das Glitzern der Lichter von Davos sehen kann. Noch schöner ist es nur bei Vollmond, wenn die Berglandschaft in fahles Licht getaucht ist.

Wer keine Lust auf japanisches Essen hat, kann übrigens auch im Capricorn mit seiner alpinen Küche essen. Eine Spezialität ist die offen einsehbare Küche. Somit ist das Restaurant auch fürs Frühstück geeignet, denn Eier & Co. kann man hier direkt beim Koch bestellen.

LOB FÜRS INTERCONTI DAVOS

Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt, alle waren freundlich und hilfsbereit. Die Einrichtung der Zimmer und der öffentlichen Räume haben mir sehr gut gefallen – genauso die allerorten zu entdeckenden Kunstwerke von Florian Borkenhagen, Simon Wassermann und Peter Riek, die quasi Davos ins Haus holen. Ganz bezaubernd finde ich «Wave Chandelier», die Lichtinstallation von Moritz Waldenmeyer, die im Eingangsbereich hängt. Sie erinnert – je nach Sichtweise – an Schnee, oder an Tautropfen, an Berge und Täler, an Wellen... Sie wirkt poetisch und durch ihre Grösse sehr opulent, aber wegen der Kleinteiligkeit dennoch luftig verspielt. Sehr schön.

Um auf die Eingangs erwähnte Zwiespältigkeit zurückzukommen: Mir gefällt das Innenleben und auch die Aussenansicht des Hauses, die Architektur und die kunstvollen Details. Aber der Standort... ich weiss nicht so recht... Da mag ich mich keiner Meinung anschliessen. Deshalb akzeptiere ich einfach, dass es dort steht, wo es jetzt ist und seinen Gästen die Annehmlichkeiten der Destination Davos bietet – im Sommer wie im Winter.


INFOS


InterContinental Davos
Baslerstr. 9, CH-7260 Davos Dorf
Tel. Frontdesk +41 81 414 04 00
Buchungen +41 0800 838 028
www.intercontinental.com


PS:
Das muss ich jetzt doch noch loswerden: Es geht überhaupt nicht, dass man in einem Luxushotel dieser Preisklasse für W-LAN bezahlen muss!!! Das InterContinental Davos verlangt fünf Franken pro Tag. Hiermit überreiche ich einen Kaktus! Und sobald man mir mitteilt, W-LAN sei in diesem Haus nun kostenfrei, lösche ich dieses PS herzlich gerne. :-)

Und wenn am Frühstücksbüfett dann auch noch die Fruchtsäfte und Konfitüren angeschrieben sind, lösche ich diese Zeilen ebenfalls aus meiner Meckerecke.


© Text: Inge Jucker | Fotos: Heinz & Inge Jucker, Travel-Experience.ch, der Schweizer Reiseblog


Diese Reportage erfolgte auf Einladung des Hotels InterContinental Davos.

 


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