Ftan: Feuer und Flamme fürs Paradies

Wenn im Hotel Paradies in Ftan eine Küchenparty gefeiert wird, darf man sich im 7. Gourmet-Himmel fühlen. Bald lässt sich Martin Göschel in die Töpfe gucken.

Apéro in der Küche von Gourmetkoch Martin Göschel.

Publiziert am 21. August 2013

 

Der Grund meines Aufenthaltes im Hotel Paradies in Ftan war die Eröffnung der möglicherweise höchstgelegenen Kochschule der Alpen: Das «Chasa da Fö» auf 2200 Metern über Meer gelegen. Am holzbefeuerten Herd aus dem Jahre 1910 wird unter der kundigen Anleitung von Martin Göschel gekocht – auf Anmeldung natürlich, wie sich das für einen Kochkurs gehört. Normalerweise ist Martin Göschel jedoch in der Küche im Hotel Paradies anzutreffen, wo er ab und an eine Küchenparty gibt.

Im Paradies gibt es mehr als einen Logenplatz,
denn die Aussicht ins Unterengadin kann man schon beim Frühstück im «La Cucagna» geniessen, im Gourmetrestaurant «L’Autezza» ebenfalls, auch auf der herrlichen Terrasse und in meiner Suite «Primula» auch vom Bett aus. Das Lischana-Massiv ziert die Aussicht aller frisch renovierten 23 Zimmer und Suiten. Nur die Einrichtung variiert. Klare Linien, edle Materialien, warme Farben – und was besonders auffällt: die Natur des Engadins wird ins Haus geholt.

Wer eine Schwäche für Details hat, ist im Paradies aufs Beste beschäftigt. Kein Näh-Set in Karton verpackt, sondern ein gepolstertes Stoffherz, an dem alles Notwendige befestigt ist. Kein «Bitte-nicht-stören»-Schild aus Plastik, sondern ein roter Filzbommel mit Lederband und einem Ausrufezeichen drauf... und so weiter... Direktorin Meike Bambach beweist nicht nur in Sachen Innendekoration einen äusserst guten Geschmack und Sinn für Kunst. Ein gelungenes Konzept vom Eingang bis unser die Dächer des verwinkelten Gebäudes durchzuziehen liegt ihr genauso wie der herzliche und unkomplizierte Umgang mit den Gästen.

 

Originell: die Menükarte, persönlich und in Form eines Fächers.

Die Vorspeise sieht wie ein Gemälde aus.

Mit diesem herrlichen Frühstücksbüffet beginnt der Tag perfekt.

Martin Göschel sorgt für höchste kulinarische Genüsse.

Lounge und Bar mit Aussicht in die Berge.

In der Suite 55 lässt es sich vorzüglich wohnen und geniessen. (© Hotel Paradies)

Ein Hoch auf die Chefin und ihr Team, aber auch auf den Küchenchef Martin Göschel, der ebenfalls die Natur des Unterengadins ins Haus bzw. auf die Teller holt. Der deutsche Sternekoch scheint sich nach dem Stadtleben in Frankfurt (Tigerpalast) in den Alpen pudelwohl zu fühlen und sprüht nur so vor Ideen. Und dies auf hohem Niveau: 1 Michelin-Stern und 18 ault-Millau-Punkte!

«Party» in der Küche
Beim Apéro, den wir in der Küche einnehmen, fängt das Staunen an: In riesigen Tannzapfen stecken Gersten-Cracker, Steinkartoffeln und Birkencreme werden auf einem Stück Rinde präsentiert und der Wildkräuter-Slush knallt in Pink – und schmeckt. Wie alles andere auch. Im Restuarant L’Autezza geht der Genuss weiter. Und weil Göschel immer wieder mit anderen Köstlichkeiten überrascht, bekommt jeder Gast eine von Meike Bambach handgeschriebene «Menükarte» in Form eines Fächers. Hier stimmt einfach alles: die weiteren sieben Gänge sowie die Präsentation, die Ahs und Ohs auslöst. Mit der Pinzette sind kleinste Blüten auf Geleewürfel platziert worden... es ist Kunst, die da auf dem Teller serviert wird.

Ein Hinweis noch auf den Hotel-Shop. Er befindet sich in und rund um einen alten Schrank. Was Sie hier garantiert nicht finden, sind die üblichen Kitschsouvenirs, die zu Hause irgendwo verstauben. Vieles, was man im Haus an kunstvollen, dekorativen Stücken oder praktischen Dingen entdeckt, ist in diesem Schrank-Shop zu finden. Von Filztaschen über Schürzen und bunte Glaskunst bis zu den Töpfchen, die Göschels Gewürzspezialitäten enthalten. Meine Glasuntersetzer aus Filz mit silbernem Steinbock drauf erinnern mich fast täglich an die herrliche Zeit im Paradies in Ftan...



Infos zum Hotel Paradies, Ftan

ANREISE
Von Landquart Richtung Davos, durch den Vereina (Autoverlad) ins Endgadin. Oder (landschaftlich schöner) von Chur via Lenzerheide, über den Julierpass und das ganze Engadin hinunter bis Ftan.

ADRESSE
Hotel Paradies
7551 Ftan
Tel. +41 81 861 08 08
eMail: info@paradieshotel.ch
www.paradieshotel.ch

AUSFLUGSTIPPS
Im Sommer:
- Wanderung auf die Alp Laret, wo sich auch das Chasa da Fö befindet.
- Besuch des Schweizer Nationalparks.
- Der Höhenweg «Via Engiadina».
- Die Festung Schloss Tarasp.
- Mittelalterliche Dörfer wie Ardez und Guarda mit ihren typischen
  Sgraffito-Fassadenmalereien.

Im Winter:
Skifahren, Snowboarden, Schlitteln, Langlaufen, Hüttenzauber...
Der Transfer zum Lift ist vom Hotel organisiert.

 

Autorin: Inge Jucker | © Fotos: Inge Jucker, Travel-Experience.ch und Hotel Paradies, Ftan

 

Diese Reportage ermöglichte das Hotel Paradies, Ftan


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