Zürich: Auf ein cooles Winter-Weekend

Von November bis März sind Städte ein Graus? Nicht unbedingt. Hier acht Tipps für ein Weekend in der Stadt an der Limmat. Zürich für jede Wetterlage.
Zürich

Der Schnee fehlt hier zwar noch, aber Zürich hat eh schon manchen schneearmen Winter erlebt.

Publiziert am 18. November 2014

 

Für Tierfreunde:
Zoo mit neuer Elefanten-Anlage

Seit diesem Sommer ist das neue Elefanten-Haus samt Umschwung fertig und bewohnt. Es hat nicht lange gedauert, bis sich die Elefanten im neuen Kaeng Krachan Elefantenpark eingelebt hatten. Kein Wunder, denn in dieser Anlage entsteht kaum ein Gefühl von Eingesperrt sein. Der Stall sieht viel mehr wie die überdachte Fortsetzung der Aussengehege aus. Inklusive Pool! Etwas schwieriger war die Umstellung für die TierpflegerInnen, denn jetzt findet die Pflege im geschützten Kontakt statt, also ohne direkten Kontakt, wie das bislang im Zürcher Zoo üblich war.

Der Elefantenpark hat mich bei meinem letzten Besuch echt beeindruckt, von der Architektur mal gar nicht zu reden. Das Dach ist einfach wunderschön. Der Pool macht nicht nur den Elefanten Spass, sondern auch den Besuchern, die durch eine Scheibe den Elefanten beim Baden zusehen können. Aber für mich gibt es keinen Zoobesuch ohne Spaziergang durch die Masoala-Halle. Wenn draussen der Wind pfeift, ist es in der Nachbildung eines Stücks des Masoala-Regenwaldes auf Madagaskar umso schöner. Da hält man es dann gut auch länger aus. www.zoo.ch

NACHTRAG: Die Pinguinparade ist ebenfalls ein Highlight. Der Spaziergang der Königspinguine durch den Zoo findet jeweils von 13:30 vis 14:00 Uhr statt – wenn es kälter als 10 Grad ist!
Hier gibt es einerseits ein Filmchen zum Pinggi-Spaziergang und zudem einen Link, unter dem man erfährt, ob die Parade stattfindet oder nicht: www.zoo.ch/xml_1/internet/de/application/d1993/d1994/d2677/f2360.cfm

Zürich, Zoo, Elefantenpark

Eine Augenweide: Der neue Elefantenpark Kaeng Krachan im Zürcher Zoo.

Zürich, Prime Tower,

Das höchste Gebäude der Schweiz: Der Prime Tower und fast zuoberst das Clouds.

 

Für Schwindelfreie:
Cüpli im Clouds

Mit 126 Metern und 36 Stockwerken ist der Prime Tower in Zürich das höchste Gebäude der Schweiz. Es ist also schon ein Muss, diesen Turm zu besichtigen bzw. die Aussicht von dort zu geniessen. Öffentlich zugänglich ist der 35. Stock, wo sich Restaurant, Bistro und Bar befinden. Im Restaurant ist es oft schwierig, einen Tisch zu ergattern, da muss man schon weit voraus reservieren. Aber ein Cüpli (für die Leser aus DE und AT: das ist ein Glas Sekt) kann man sich auch in der Bar oder im Bistro angedeihen lassen. Die Aussicht auf die Stadt, und bei gutem Wetter bis in die Alpen, gibt es auf jeden Fall gratis dazu. www.clouds.ch

Für Hobbymatrosen:
Ab auf den See

Im Winter stehen die Zürichsee-Schiffe nicht still, wie man vielleicht vermuten würde. Einzig die beiden Dampfschiffe «Stadt Zürich» und «Stadt Rapperswil» sind im Winter nicht in Betrieb. Die anderen Schiffe sind auf der kleinen (1,5 Std.) und auf der grossen (4 Std.) Rundfahrt täglich unterwegs. Und wenn in der Stadt der Verkehr stockt, das Weihnachtsgeschäft brummt und man vom Gewusel die Nase voll hat, dann gibt es wirklich nichts schöneres als eine Schifffahrt. Gut, wenn’s neblig ist, lohnt sich der Ausflug nicht, aber ansonsten kann man auch bei schlechtem Wetter eine zauberhafte Stimmung erleben. www.zsg.ch /de/

Für Neugierige:
Altstadt- und andere Führungen

Ich empfehle es immer wieder: Wer zum ersten Mal eine Stadt besucht, der sollte die Kosten für eine Stadtführung nicht scheuen. So kann man sich nicht nur Übersicht verschaffen, sondern man erfährt auch viel Spannendes über das Leben, die Geschichte etc. In Zürich gibt es natürlich die klassische Altstadtführung durch unzählige Gassen und Gässchen, zu berühmten Häusern und schönen Aussichtspunkten wie dem Lindenhof.

Mitte November bis Anfang Januar darf man natürlich die Beleuchtung der Bahnhofstrasse nicht verpassen: Lucy in the sky with diamonds. Selbstverständlich gibt es auch in Zürich eine Nachtwächtertour. Doch was junge Gäste bestimmt interessiert, ist die Pub Crawl Tour, während der man das Zürcher Nachtleben entdeckt, inklusive Drinks in den verschiedenen Lokalen. Für eine Kleingruppe empfiehlt sich «Käsefondue – ein kulinarischer Winterabend». Wie man zu einer Rikscha- oder eTuktuk-Tour kommt und Details zu all den anderen Touren gibt es hier: www.zuerich.com

Für Marktfreaks:
Zürcher Weihnachtsmärkte

Sehr zu meinem Leidwesen kann ich den Weihnachtsmarkt im Zürcher Hauptbahnhof nicht empfehlen. Dort ist es immer kalt und die Atmosphäre nicht im mindesten heimelig. Einziger Lichtblick ist die Swarovski-Tanne. Aber dann zieht man besser weiter ins Niederdorf, ins «Dörfli», wie der Zürcher sagt. Dort findet der älteste Zürich Weihnachtsmarkt statt. Hier stimmt die Atmosphäre!

Ganz persönlich hoffe ich auf den Münsterhof. Der Platz wird in den nächsten Jahren umgebaut und autofrei. Die Kulissen der Altstadthäuser wären wahrlich die passende Kulisse für einen Adventsmarkt. Vielleicht wird mein Wunsch erhört...?

Der Weihnachtsmarkt Europaallee ist der jüngste und findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt. 40 dekorierte Stände, eine Fondue-Hütte und eine Pyramiden-Bar lockten letztes Jahr auch viele Einheimische an, die sich nach Arbeitsschluss noch auf einen Glühwein getroffen haben. Infos zum weihnachtlichen Zürich gibt’s hier: www.zuerich.com

Zürich, Bahnhofstrassse, Beleuchtung, Lucy

Blick vom Hauptbahnhof aus in die weihnachtlich beleuchtete Zürcher Bahnhofstrasse.

Zürich, See, Hotel Schweizerhof, Pot-au-Feu

So sieht feines Pot-au-Feu im Restaurant La Soupière im Hotel Schweizerhof aus.

Für «moderne Traditionalisten»:
Pot-au-Feu im Schweizerhof

Nur im Winter und nur am Freitagmittag (11:30–14:00 Uhr) wird im Restaurant La Soupière des ehrwürdigen Hotel Schweizerhof ein herzhaftes Pot-au-Feu serviert. Natürlich nicht irgendeines. Die beiden Variationen heissen «à la mode de la campagne» oder «à la mode de la ville» – und beide sind neu interpretiert von Küchenchef Martin Fencz, der mit 13 GaultMillau-Punkten ausgezeichnet ist. Das Pot-au-Feu ist leicht, sehr schmackhaft und je nach (selbst gewähltem) Anteil frischen Meerrettichs auch schön scharf.

Zum Dessert darf man sich dann vom Dessertwagen etwas aussuchen, oder sich ein Stück des bestimmt einen Meter langen Apfelstrudels abschneiden lassen. Und wer unschlüssig ist, lässt sich von Helmut Stadlober, Maître d’Hôtel, beraten. Der ehemalige Chef Pâtissier kennt sich aus, nicht nur mit Süssigkeiten aus. Nach zehn Jahren im Hotel Schweizerhof weiss er auch genau, was seine Stammkundschaft mag. Und wer neu ist, lässt sich vom Charme des Vorarlbergers gerne umgarnen. Das nenne ich: Tafeln mit Stil und Tradition. Ach ja... Und übernachten kann man hier natürlich auch. www.hotelschweizerhof.com

Für süsse Mäuse:
Honold-Schoggi-Tram

Leider nur im Oktober/November und dann erst noch nur während zehn Tagen ist das Schoggi-Tram von Honold unterwegs. Jawohl: in Zürich heisst es DAS Tram bzw. «s Tram» und nicht DIE Tram. Wieder so eine Schweizer Eigenart... ;-) Erstmals war das Schoggi-Tram zum 100. Geburtstag von Honold unterwegs. Dann eine Weile nicht, und seit vorletztem Jahr fährt es wieder. Wegen der grossen Beliebtheit wurde letztes Jahr die Anzahl Fahrtage erhöht. Und dieses Jahr hat man die Route verlängert, weil die Fahrzeit zu kurz war für den Genuss der heissen Schokolade, des «Pain de Gênes» (Mandelkuchen, eine klassische Honold Spezialität) und einer Auswahl von Weihnachtspralinen. Jetzt passt es prima! Und wer Glück hat bekommt die feinen Pralinen von Honold-Besitzerin Cristina de Perregaux persönlich gereicht. www.honold.ch

Das historische Tram, das für Honold fährt, muss jetzt aber auch noch kurz erwähnt werden. Von 1931 bis 1966 war es im regulären Einsatz und wurde Elefant genannt. Dies weil seine Bauweise auf Kraft ausgerichtet war. Der Elefant konnte auf Bergstrecken mit bis zu 75 Promille Steigung Dreiwagenzüge von 50 Tonnen mit 25 km/h ziehen und wurde auch zum Abschleppen defekter Trams benutzt. Heute fährt der Elefant fürs Trammuseum auf der Museumslinie 21 sowie für Mieter wie Honold und viele andere. Auf Zürichs Schienen verkehren übrigens auch das Fondue-Tram, das Apéro-Tram, das Sushi-Tram und im Dezember das Märli-Tram. www.stadt-zuerich.ch

Zürich, Schoggitram, Honold

Das Schoggi-Tram von Honold wartet am Bellevue auf Naschkatzen.

Zürich, Hotel Sheraton, Zürich-West

Das Sheraton Hotel in Zürich West hat erst im Januar 2014 eröffnet. Ist noch alles schön neu.

 

Für Schlafmützen:
Sheraton Zürich Hotel in Zürich-West

Die Zimmer sind in warmen Farben eingerichtet, aller Komfort ist vorhanden und dazu eine tolle Aussicht auf die Stadt. Das noch neue Hotel liegt in Zürich-West, also in jenem Viertel der Stadt, das sich aus einer Industriezone zu einem Wohn- und Arbeitsquartier entwickelt hat. Multikulturell, jung und dynamisch – wie man so schön sagt – trifft hier voll zu. Wer lieber in der Altstadt den Tag ausklingen lässt, hat das Tram direkt vor dem Haus. Die Nummer 4 fährt zum Central, wo das Niederdorf beginnt. Bequemer geht es ja gar nicht. www.sheratonzurichhotel.com



Mit diesem Beitrag nehme ich bzw. der Travel-Experience.ch Reiseblog an der Blogparade «Die besten Tipps für Städtetrips» des Jo Igele Reiseblogs teil.


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