Dresden: Ausflug Radebeul & Moritzburg

Wo Karl May und Winnetou gefeiert werden, eine alte Bimmelbahn dampft und die bezaubernde Moritzburg samt Schlösschen zu den Attraktionen zählen.
Dresden, Moritzburg,

Durch und durch imposant: Die Moritzburg im gleichnamigen Ort in der Nähe von Dresden.

Publiziert am 16. März 2015

Die Wein-, Villen- und Gartenstadt Radebeul macht bei unserer Ankunft nicht gerade einen freundlichen Eindruck. Das liegt aber nicht an der Stadt, sondern am Wetter. Eigentlich hat Radebeul das mildeste Klima im Elbtal... Aber nicht ärgern, es kann nur noch besser werden! (Diese Ausflugstipps hängen übrigens mit meiner Dresden-Reportage zusammen.)

Hätten wir jetzt richtig viel Zeit oder wären im Mai in Radebeul, dann hätten wir ausgiebig das Karl-Mai-Museum besucht. Meine Helden der Kindheit – Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi & Co. – werden in der Ausstellung gezeigt, die in Karl Mays ehemaligem Wohnhaus «Villa Shatterhand» untergebracht ist. Aber auch Karl Mays aufregender Lebensweg ist ein Thema. Ja, und wären wir im Mai in Radebeul gewesen, hätten wir natürlich die Karl-May-Festtage besucht. Sie finden 2015 zum 24. Mal statt (16./17. Mai). An diesen zwei Tagen gehört die Stadt ganz den Cowboys und Indianern. Sogar die Schmalspurbahn wird integriert und ist als «Santa Fe Express» zwischen Radebeul Ost und Lössnitzgrund unterwegs...

Dresden, Moritzburg, Radebeul, Loessnitzgrundbahn

Unsere Fahrt mit der Lössnitzgrundbahn beginnt in Radebeul Ost.

Dresden, Moritzburg, Radebeul, Loessnitzgrundbahn

Die Reise geht durchs Gärten- und Villenviertel von Radebeul. Endstation ist in Radeburg.

 

MIT VOLLDAMPF DURCH RADEBEUL

Auch wenn die Lössnitzgrundbahn heute ohne Western-Gehabe unterwegs ist, lassen wir uns dieses dampfende Vergnügen nicht entgehen. Im Bahnhof Radebeul Ost wartet schon die historische Zugkomposition auf die aufgeregte Gästeschar. Die Lok setzt sich gemächlich in Bewegung und schnaubt schon kurze Zeit später mitten durchs Villenviertel von Radebeul. Auf einem 210 Meter langen Damm quert die Bahn den Dippelsdorfer Teich und fährt durch Waldgebiete, Felder, Wiesen und an Pferdekoppeln vorbei. Mich fasziniert die Nähe zu den Gärten und Häusern und wie grün die ganze Strecke bis nach Radeburg ist. Wir erreichen allerdings schon an der Haltestelle Moritzburg unser Ziel.

Die prächtige Moritzburg sieht bei Sonnenschein natürlich viel schöner aus, aber imposant ist sie dennoch. Kurfürst Moritz baute hier um 1541 sein erstes Jagdhaus. Der Grundriss war quadratisch, begrenzt von vier Ecktürmen und Wehrmauern. Ein Modell ist im Schloss zu besichtigen. Nach dem Tod von Moritz wurde Bruder August Kurfürst und veränderte das Barockschloss. Um die Zeit der An-, Aus- und Umbauten kurz zu machen: 1730 hat es die heutige Form samt Schlossteich erlangt.

Dresden, Moritzburg, Teichhaeuser

Gleich neben der Moritzburg befinden sich die Teichhäuser, welche an Feriengäste vermietet werden.

Dresden, Moritzburg, Fasanenschloesschen

Ein Miniatürchen ist das Fasanenschlösschen, das ebenfalls zur Moritzburg gehört.

 

WOHNEN AM SCHLOSSTEICH

In den kleinen Pavillons, die direkt am Ufer erbaut wurden, kann man heute übernachten. Nach einer umfangreichen Modernisierung stehen in fünf der insgesamt acht Teichhäuser von April bis Oktober exklusive Ferienwohnungen zur Verfügung. Sie sind sehr begehrt und sollten mindesten acht Monate im Voraus gebucht werden. Aber: Wie romantisch muss das sein, wenn die letzten Tagesbesucher das Museum verlassen...

Zur Moritzburg gehört auch das Fasanenschlösschen, das sich Kurfürst Friedrich August III in den Jahren 1769 bis 1782 hat bauen lassen. Es diente als romantischer Rückzugsort. In der Nähe des Rokokoschlösschens findet man am Ufer einen Leuchtturm und eine Mole, die man hier nicht erwarten würde. Früher dienten sie einzig der Unterhaltung und heute sind sie hübsche Fotomotive. Vorausgesetzt, das Wetter... Aber das wissen Sie ja schon.

Dresden, Leuchtturm

Ganz in der Nähe des Fasanenschlösschens ist sind die Mole und der Leuchtturm zu finden.

Dresden, Altkötzschenbroda

Hier macht Bummeln Spass: Altkötzschenbroda. Der alte Dorfkern gehört zu Radebeul.

 

IDYLLISCH UND BUNT – ALTKÖTZSCHENBRODA

Auf dem Rückweg, der wiederum durch Radebeul führt, machen wir in Altkötzschenbroda Halt. Nicht nur, weil der Name so kompliziert klingt, sondern weil der schönste Dorfkern von Radebeul so gemütlich ist, dass man hier gerne spazieren und «lädele» geht oder auf ein Bierchen einkehrt. Und weil sich hier die Friedenskirche befindet, die man unbedingt anschauen muss.

Am 27. August 1645 wurde hier der Waffenstillstand von Kötzschenbroda zwischen dem sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. und dem schwedischen General Lennart Torstensson beschlossenen, womit für Sachsen der Dreissigjährige Krieg beendet wurde. In einem Nebenraum ist ein Holztisch zu sehen, an dem vermutlich der Waffenstillstand schriftlich besiegelt wurde.

Dresden, Altkötzschenbroda

Eine witzige Spielerei einer kreativen Ladenbesitzerin...

Dresden, Altkötzschenbroda, Friedenskirche

Die Friedenskirche in Altkötzschenbroda.

INFOS ZU RADEBEUL & MORITZBURG


Karl May Museum
Karl-May-Strasse 5, D-01445 Radebeul
www.karl-may-museum.de

Lössnitzgrundbahn
Fahrplan und Tarife
www.loessnitzgrundbahn.de/fahrplan-tarif/

Schloss Moritzburg
D-01468 Moritzburg
www.schloss-moritzburg.de
Hier lohnt es sich, eine Schlossführung zu unternehmen.

Altkötzschenbroda
www.altkoetzschenbroda.de/home.php

Mein Dankeschön geht an Hotelplan, welcher die Reise organisiert hat.


© Text & Fotos: Inge Jucker | Travel-Experience.ch


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