Badenweiler: im Park der Sinne

Im Park zwischen dem Oberen und dem Mittleren Kirchweg geht es in Badenweiler äusserst sinnvoll zu: Auf den Spuren von mehr als fünf Sinnen.
Badenweiler, Park der Sinne, Dr. Hans-Juergen Scheurle

Dr. Hans-Jürgen Scheurle, der den Park der Sinne entwickelt hat, erklärt und führt mich durch sein Werk.

Publiziert am 01. Juni 2015

Mit Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken und Riechen sind wir mit den Sinnen noch längst nicht am Ende. Der Arzt Dr. Hans-Jürgen Scheurle hat sich eingehend damit auseinandergesetzt und in Badenweiler den Park der Sinne entwickelt, den er mir persönlich zeigt und erklärt. Als Arzt weiss Dr. Scheurle, wie wichtig die Sinne sind, um gesund und in Balance zu sein. Nur wer seine Sinne aktiv nutzt, lebt in der Wirklichkeit. Ohne seine Sinne zu nutzen, würde man sich wohl nur etwas vorstellen, in einer Gedankenwelt leben... Weil die Beschäftigung mit den Sinnen auch heilsam sein kann, ist der Park der Sinne auf jeden Fall eine lohnenswerte Erfahrung. Sie werden baff sein, was Sie plötzlich spüren, wovon Sie nichts wussten. Manchmal wird Ihre Wahrnehmung aber auch nur hinters Licht geführt – nämlich dort, wo es eben um Sinnestäuschungen geht. Lassen Sie sich auf das Abenteuer ein!

Badenweiler, Park der Sinne, Spirale

Sehen – und sich täuschen lassen liegen nahe beisammen.

WO SEHEN UND HÖREN BEWUSST WERDEN

Der Park ist in vier Sinnesachsen gegliedert: Die Seh-Achse, die Gleichgewicht- und Tastachse, die Resonanz- und Hörachse und die Ich-Achse. Wo es um Sehen und Sinnestäuschung geht, kennt man sich schon ein wenig aus. Wer hat nicht schon die Bilder mit den Linien gesehen, die mal gerade, mal krumm wirken und doch alle gerade sind... Aber die Beispiele, die Dr. Scheurle hier zeigt, sind etwas komplexer – beispielsweise bei der Station «Doppelhelix», wo sich beim Betrachten Sehsinn und Bewegungssinn verbinden.

Badenweiler, Park der Sinne, Scheibe

Ist jetzt da ein Kegel oder nicht?

Badenweiler, Park der Sinne, Summstein

Wer mit dem Kopf im Stein summt und dabei die Stimmlage immer wieder verändert, merkt, dass bei einer gewissen Tonhöhe die Stimme durch Resonanz verstärkt wird.

Hören hat nicht nur mit den Ohren zu tun, sondern auch mit der Bereitschaft, zuzuhören. Insofern ein sehr sozialer Sinn, der erst im Miteinander so richtig wirkt. Hören hat auch mit Resonanz zu tun und die kann wiederum mit dem Bewegungssinn verbunden sein, wie beispielsweise die Station Partnerschaukel zeigt. Wie Sprechen und Hören durch die Luft verbunden werden, ist an der Station Parabol erlebbar. Wer in den einen der beiden Parabolschirme hinein spricht, wird am anderen Parabolschirm von einem Hörenden wahrgenommen. Es entsteht Nähe auf Distanz.

Badenweiler, Park der Sinne, Partnerschaukel

Auch die Partnerschaukel hat mit Resonanz zu tun: Nur wenn die Partner aufeinander «hören», schwingen sie hoch hinaus.

IN BALANCE MIT SICH UND DER WELT

Auf der Gleichgewichts- und Tast-Achse hat mir die grosse Balancierscheibe viel Spass gemacht. Zu Dritt haben wir versucht, auf der Scheibe zu gehen und in Balance zu kommen – da hängt jeder vom anderen bzw. von seinen Bewegungen ab. Machen Sie sich auf viel Gelächter gefasst. Beim Barfusspfad ist man hingegen auf seine eigene Empfindung reduziert – erst recht, wenn man den Pfad mit geschlossenen Augen geht.

Die Ich-Achse beschäftigt sich mit Selbsterfahrung und der eigenen Individualität, aber auch der Wahrnehmung der Individualität anderer. Für dieses Erlebnis sorgt beispielsweise der Streifenspiegel, in dem Teile des eigenen Gesichts fehlen, die von einem gegenüberstehenden Menschen ersetzt werden. Wer ist jetzt wer? Ein verblüffendes Erlebnis ist das Gehen im Labyrinth. Es sieht irgendwie nach nichts aus, doch man geht den Weg ins Innere und wieder hinaus und stellt verblüfft fest, dass sich etwas geändert hat. Wer Glück hat und alleine im Labyrinth unterwegs sein kann, wird den Gang geradezu meditativ erleben. Schliesslich gehören auch Leben und Tod zum Dasein und der Sinneswelt. Diese letzte Station lädt angesichts eines abgestorbenen und eines jungen Baumes ein, sich mit ambivalenten Empfindungen zu beschäftigen.

Badenweiler, Park der Sinne, Leben und Tod

Leben und Tod, veranschaulicht durch einen jungen, lebenden und einen abgestorbenen Baum, bewirken verschiedene Empfindungen, denen man hier z.B. in einer Meditation nachspüren kann.

Mag sein, dass Sie, wenn Sie den Park der Sinne besuchen, vieles ganz anders empfinden. Und das ist richtig so, denn jeder hat seine eigene Wahrnehmung. Zudem spielen auch äussere Einflüsse eine Rolle. Wie ist das Wetter? Ist man allein, zu zweit oder als Gruppe unterwegs? Hat man die Musse oder Konzentrationsfähigkeit, in sich hinein zu spüren? Wie auch immer, seien Sie offen für Überraschungen!

INFO ZUM PARK DER SINNE


Park der Sinne
Der Eingang mit Info-Pavillon befindet sich am Oberen Kirchweg, linkerhand kurz nach dem Hotel Anna, in nördlicher Richtung. Wer mit dem Auto anreist, parkiert am besten auf dem Parkplatz Ost und nimmt den ausgeschilderten Fussweg über die Brücke.

Der Park ist immer geöffnet, der Eintritt (ohne Führung) ist frei.

Führungen:
Samstags um 16:00 Uhr von Mitte April bis Ende Oktober
Anmeldung: bis 11:30 Uhr des Vortages in der Tourist-Info (Adresse s. unten)
Teilnahmegebühr: 5 Euro
Treffpunkt: am Info-Pavillon beim Eingang des Parks

Tourist-Information Badenweiler
Schlossplatz 2, D-79410 Badenweiler
Tel. +49 7632 799 300, www.badenweiler.de


© Text & Fotos: Inge Jucker | Travel-Experience.ch

Wir bedanken uns bei der Badenweiler Thermen und Touristik GmbH und bei Dr. Hans-Jürgen Scheurle.


Nach oben

NEWSLETTER-ABO

Abonnieren Sie unseren Newsletter und verpassen Sie keine Reisereportage mehr.


>>> Zum Newsletter-Abo