Dresden, das ist Semperoper, Frauenkirche und Neues Grünes Gewölbe, aber auch Gemütlichkeit am Elbufer und Kreativität in der Neustadt.
Dresden, Semperoper
Eines der Wahrzeichen von Dresden ist die berühmte Semperoper mit ihrem stets hochkarätigen Programm.

Kaum in Dresden angekommen, stürze ich mich schon ins quirlige Altstadtleben, wo die meisten Touristen unterwegs sind und wo auch die Sehenswürdigkeiten bequem in Gehdistanz erreichbar sind.

Symbolträchtige Frauenkirche

Die Frauenkirche, die bei meinem letzten Besuch knapp vor der Vollendung stand, ist jetzt fertig. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche zerstört und lange blieb die Ruine als Mahnmal stehen. Man wollte sie zwar gleich nach dem Krieg wieder aufbauen, doch das Geld fehlte an allen Ecken und Enden.

Dresden, Frauenkirche
Symbolträchtig ist die Dresdner Frauenkirche. Seit zehn Jahren ist sie wieder geöffnet.

Erst mit internationaler Spendenhilfe gelang das Kunststück, das auch rein technisch eine Herausforderung war. Mit modernster Computertechnik musst erst ein dreidimensionales Grundmodell erstellt werden. Der barocke Baustil mit seinen vielen geschwungenen Flächen machte alles etwas schwierig.

Aber das Werk wurde vollbracht – in der tausendjährigen Geschichte der Frauenkirche konnte ein schönes Kapitel abgeschlossen werden. Das war vor zehn Jahren, weshalb 2015 das Jubiläum mit Anlässen, Messen und Konzerten gefeiert wird. Und nun stehe ich beeindruckt zuerst vor, dann in der Frauenkirche. Beim Anblick der Kuppel kann es einem direkt schwindlig werden…

Die Schätze im Neuen Grünen Gewölbe

Nicht minder schwindelerregend ist es im Residenzschloss, genauer: im Neuen Grünen Gewölbe. Gold und Edelsteine funkeln um die Wette und Preziosen, Kostbarkeiten, Alltagsgegenstände aus Gold, Silber und anderen edlen Materialien buhlen um Aufmerksamkeit des Betrachters. Die geballte Ladung Juweliers- und Goldschmiedekunst ist eine Augenweide. August der Starke liess dieses barocke Kunstwerk als Zeichen von Macht und Reichtum in den Jahren 1723 bis 1730 realisieren. Er machte es schon damals einer ausgewählten Öffentlichkeit zugänglich – sonst hätte ja niemand die Grösse seiner Macht und seines Reichtums sehen können.

Dresden, Grünes Gewölbe, Hofstaat zu Dehli
Hofstaat zu Dehli nennt sich dieses Kunstwerk – im Neuen Grünen Gewölbe zu sehen –, das höchstes Juwelier- und Goldschmiedekönnen in sich vereint.

Am 13. Februar 1945 wurde auch das Residenzschloss ein Opfer des Zweiten Weltkriegs und während des Bombardements fast vollständig zerstört. Viele Kunstgegenstände konnten in Sicherheit gebracht werden, doch die Trophäenkommission der Roten Arme verfrachtete den Schatz in die UdSSR. 1958 gelangte er wieder nach Dresden, doch erst 2001 wurde die Rekonstruktion der historischen Räume in Angriff genommen. Seit 2004 ist mit 3000 Objekten eine der berühmtesten Schatzkammern Europas wieder zu bewundern.

Dresden, Pferdekutsche
Ein besonderes Vergnügen ist die Pferdekutschenfahrt durch Dresden – ausser, man leidet unter Pferdeallergie…

2015 wird die Semperoper gefeiert. Es handelt sich um die dritte, denn das erste Königliche Hoftheater von Gottfried Semper entstand in den Jahren 1838 bis 1841. 1869 wird es durch einen Brand zerstört und durch ein Provisorium, «die Bretterbude», ersetzt. Ein zweites Königliches Hoftheater wird von 1871 bis 1878 unter der Bauaufsicht von Sempers Sohn Manfred errichtet.

Die Bomben, die am 13. Februar 1945 auf Dresden fallen, zerstören das Gebäude. Erst 1977 legt man den Grundstein und beginnt mit dem originalgetreuen Wiederaufbau. 1985 kann die «dritte» Semperoper feierlich eingeweiht werden. Die Eröffnungsvorstellung zeigt «Der Freischütz» von Carl Maria von Weber. Wie vor 30 Jahren wird ab 1. Mai 2015 zur Freude der Opernfans wieder «Der Freischütz» zu erleben sein, diesmal in einer Neuinszenierung von Axel Köhler.

Dresden, Augustusbrücke
Blick auf die Augustusbrücke und die Neustadt.

Witziges in Dresdens Neustadt

So! Genug der Historie. Am gegenüberliegenden Elbufer lockt ein Stadtteil mit einer gut sichtbar lebendigen, alternativen Szene. In der Neustadt sind auch zahlreiche internationale Restaurants, Cocktail- und Szenebars sowie gemütlichen Künstlerkneipen zu finden. Ein besuchenswerter Hingucker ist der Kunsthof. Er besteht aus mehren Höfen, die kunstvoll dekoriert sind. So ist der Hof der Tiere das Zuhause von Giraffe, Affen und Kranich. Und gut aufgepasst: am Brunnen haben sich so manche kleine Tiere versteckt… Im geschützten Hof kann man zur Kunst auch einen Kaffee geniessen.

Dresden, Kunsthof, Hof der Elemente, Hof der Tiere
Der Hof der Elemente (l.) und der Hof der Tiere befinden sich in der Neustadt. Sie sind beliebte Fotomotive.

Der Hof der Elemente ist auch bei Regenwetter einen Besuch wert. Die Künstler liessen sich von der bizarren Architektur der Fallrohre in St. Petersburg inspirieren. Man stelle sich das Schauspiel bei Regen vor… Es gibt übrigens auch noch die Höfe der Fabelwesen, der Metamorphosen und des Lichts.

Rustikaler Pulverturm

Wieder zurück in der Altstadt könnte ich jetzt noch das Verkehrsmuseum Dresden besuchen, das am 21. Mai 2015 mit «Vorfahrt» eine neue Dauerausstellung eröffnet. Auch das Coselpalais ist ein Juwel, was Porzellan, Kaffeespezialitäten und Konditoreikunst anbelangt. Aber ich will jetzt den Pulverturm sehen. Hier werden nämlich gleich zwei Dinge befriedigt: meine Neugierde und mein Hunger. Im Gewölberestaurant geht es urchig zu und her, mittelalterlich halt, denn der Turm geht auf das Jahr 1565 zurück.

Dresden, Gewölberestaurant Pulverturm
Urchig geht’s im Gewölberestaurant Pulverturm zu und das Essen ist so richtig währschaft.

Feudal, was da die Mägde und Grenadiere perfekt gewandet auftischen, vom Brot aus der Heeresbäckerei über die «Marschration» bis zum Spanferkel, das überm Feuer schmort. Ein wahrlich geselliger Abend, der mit dem berühmten Dresdner Trichtertrinken sein Ende findet. Das giftgrüne Elixier mit Namen «Coselträne», das in den Zinntrichtern gereicht wird, soll der Legende nach an die Leiden der Gräfin von Cosel erinnern, welche 49 lange Jahre auf der nahe gelegenen Burg Stolpen in Haft war. Egal, der Pfefferminzschnaps geht ruck-zuck weg. Aber kein Wunder, wenn man den Trichter nirgends abstellen kann…

Infos zu Dresden

ANREISE
Mit SWISS kommt man ab Zürich direkt nach Dresden.

BESTE REISEZEIT
Dresden ist das ganze Jahr über eine spannende Destination. Im Sommer locken Ausflüge in die Umgebung, im Winter ist natürlich der Striezelmarkt vor Weihnachten ein Publikumsmagnet.

UNTERKUNFT
Swissôtel Dresden Am Schloss
Schlossstr. 16
D-01067 Dresden
Tel. +49 351 501 200
www.swissotel.com/dresden
Das Hotel hat für Stadteroberer eine prima Lage. Mehr über das Hotel mit Schweizer Tradition gibt es in einem separaten Beitrag zu lesen.

RESTAURANTS
Wohnstube, Restaurant im Swissôtel
Adresse s. oben.
Hier wird moderne Schweizer Küche mit sächsischen Elementen geboten. Wie bei Swissôtel so üblich, kennt man die Lieferanten bestens und sie werden auch in der Speisekarte vorgestellt.

Moritz, Restaurant im Hotel Suitess
An der Frauenkirche 13
D-01067 Dresden
www.moritz-dresden.de
Das Restaurant mit Dachterrasse befindet sich in der 5. Etage. Einerseits sieht man hier die Frauenkirche aus einer anderen Perspektive, andererseits kommt man in den Genuss einer einfallsreichen Küche. Wie wär’s mit Zanderfilet aus dem Peenestrom mit Schwarzwurzelgemüse und Garnelen-Bergamotten-Cannelloni? Und zum Dessert gibt’s dann ein Malzbiermousse mit Amaranth Schokoladentafeln an Red Bull Eis und Salicorna-Kresse.

Gewölberestaurant Pulverturm
An der Frauenkirche 12
D-01067 Dresden
Tel. +49 351 26 26 00
www.pulverturm-dresden.de
Früher ging es hier eher explosiv zu und her, heute wird bodenständige Gastfreundschaft gepflegt. Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1565 und hat eine lebhafte Geschichte hinter sich. Gewölbe wie «Russische Stube» oder «Türkisches Gewölbe» nehmen Bezug auf Ereignisse der sächsischen Geschichte. Zum ganzen Spektakel gehören auch Gaukler und Musikanten. Unbedingt reservieren!

Coselpalais, Grand Café & Restaurant
An der Frauenkirche 12
D-01067 Dresden
Tel. +49 351 498 98 13
www.coselpalais-dresden.de
Im originalgetreu wieder aufgebauten Coselpalais geniesst nicht nur das Essen einen imposanten Auftritt, auch der Barockbau selber und die Einrichtung sind einen Augenschein wert. Im Restaurant werden Dresdner Spezialitäten, aber auch internationale Gerichte angeboten. Traditionell sind Kaffee und Kuchen. Torten, Sahneschnitten & Co. werden in der Hausbäckerei hergestellt.

WEITERE ADRESSEN IN DRESDEN
Verkehrsmuseum Dresden
Augustusstrasse 1
DE-01067 Dresden
www.verkehrsmuseum-dresden.de

Frauenkirche
www.frauenkirche-dresden.de

FÜHRUNGEN
Es können viele verschiedene Touren bei Dresden Tourismus gebucht werden. Am besten erkundigt man sich vor Ort.

AUSFLÜGE
Radebeul & Moritzburg sowie Meissen & Weingut Wackerbarth – siehe Links zuunterst.

BUCHTIPP
Dresden – Sächsische Schweiz von Angela Stuhrberg, Verlag Marco Polo (ISBN 978-3-8297-2444-9)
Der Reiseführer enthält gutes Kartenmaterial, auch eine herausnehmbare Faltkarte, und über die App ist man auch vor Ort aktuell und gut unterwegs.

MEHR DESTINATIONSINFOS
Dresden Information an der Frauenkirche
Neumarkt 2
DE-01067 Dresden
www.dresden.de/tourismus

© Text & Fotos: Inge Jucker | TravelExperience.ch

Offenlegung: Mein Dankeschön geht an Hotelplan, welcher die Reise organisiert hat.

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