Das ehemalige InterContinental Davos heisst jetzt AlpenGold Hotel Davos. Am Haus an sich hat sich ja nicht allzu viel verändert, deshalb kann unser Beitrag bestimmt noch die eine oder andere Inspiration liefern.
InterContinental Davos,
Das AlpenGold Hotel – das «goldene Ei» in Davos.

Nachtrag: Das Hotel ist seit 2020 nicht mehr unter Vertrag mit InterContinental und wird neu von Michel Reybier Hospitality unter dem Namen AlpenGold Hotel Davos betrieben. Unsere Erlebnisse stammen aus der Zeit, als das Goldene Ei noch InterContinental Davos hiess. Gut möglich, dass sich in der Einrichtung das eine oder andere verändert hat… Wir wagen es trotzdem, diesen Beitrag – in angepasster Version – stehen zu lassen.

Über Architektur und Kunst kann man bekanntlich nicht streiten. Aber geteilter Meinung sein. Die einen finden das goldene Ei komplett daneben, passt nicht in die Berglandschaft. Die anderen sagen, Davos sei ja architektonisch sowieso keine Schönheit, die Flachdächer passen ebenfalls nicht in die Berglandschaft, da sei das Gebäude am Waldrand ja geradezu ein Highlight. Und für die Dritten passt das Hotelgebäude bestens zu Davos (das sich ja auch Architekturstadt nennt), selbst wenn das Ei entgegen der Davoser Vorschriften kein Flachdach hat.

Und was halte ich nun davon? Ich fotografiere aus der Ferne und bin etwas hin- und hergerissen… Ich weiss nicht so recht… Also schauen wir uns das Ganze doch mal von innen an. Vielleicht hilft das bei der Meinungsfindung.

Der erste Eindruck

InterContinental Davos, Entrée
und Lichtkunst «Wave Chandelier» im Eingangsbereich.

Das Gepäck wird uns bereits vor dem Hoteleingang abgenommen – wir sehen es erst im Zimmer wieder. An der Rezeption erleben wir einen professionellen und freundlichen Empfang. Mit dem praktischen Lift-Bedienungssystem ging’s in die 8. Etage: Zimmerkarte aussen am Lift vor den Sensor halten, warten bis der genannte Lift eintrifft, einsteigen und warten, bis sich die Türe im richtigen Stockwerk öffnet. Faszinierend…

InterContinental Davos, Lobby
Gemütlichkeit in der Lobby…

Wohlfühlzimmer mit Aussicht auf Davos

Als wir die Alpine Executive Suite betreten, machen wir grosse Augen! Wow! Hier ist alles ganz nach unserem Geschmack. Holzboden und nur ganz wenig Teppich, ruhige Farben mit passenden Akzenten, edle Materialien, ein sehr grosses Raumangebot, eine Kaffeemaschine (es gibt nichts Schöneres, als morgens im Pyjama einen Kaffee zu trinken) und auf der Terrasse könnte man glatt Federball spielen, läge da kein Schnee… Die Aussicht ist natürlich auch grandios!

InterContinental Davos, Suite
Alpine Suite – herrlich geräumig und angenehm möbliert.

Nach dieser angenehmen Überraschung schliessen wir uns der Hausführung an, die am Geburtstag im Rahmen der offenen Tür angeboten wird. Die übrigen Zimmer (ausser Alpine und Präsidenten Suite) sind 37 Quadratmeter gross und enthalten die gleiche Art der Möblierung wie unsere Suite.

InterContinental Davos, Bad
Das Badezimmer mit freistehender Wanne sowie separatem WC und Dusche.

Die Alpine Suite ist mit 60 Quadratmetern schon ganz schön gross. Auf 91 Quadratmeter kommt die Alpine Suite und die Präsidenten Suite hat dann mit 160 Quadratmetern definitiv Ausmasse einer sehr grossen Wohnung erreicht. Wir können sie leider nicht besichtigen, da sie belegt ist.

InterContinental Davos, Kuchen
Der Geburtstagskuchen hat für viele neugierige Besucher und die Gäste gereicht.

Wer bis hier hin durchgehalten hat, wird nun mit einem Stück Geburtstagskuchen, Kaffee und Wein belohnt. Die für Besichtigungsgäste einsehbaren Bereiche von Fitness und Spa sind beschränkt, aber wir testen natürlich am nächsten Tag ausgiebig. Dabei stellen wir fest, dass der Wellness- nicht richtig vom Poolbereich getrennt ist. Je nach Quietschfaktor bei den Kindern im Pool, wird’s in den Saunen ziemlich laut.

Im Alpine Spa zur Massage

Aber bei meiner Spa-Behandlung gab’s dann nichts zu meckern. Eine Tiefenbindegewebsmassage hatte ich noch nie und ich stellte mir vor, dass sie wohl keine Wohlfühlmassage sei. Richtig. Naja, also die Massage war in der Tat keine Erholung, denn sie zwickte da und dort ziemlich heftig. Aber das Gefühl danach fand ich toll. Da hatte sich der eine oder andere Knoten in der Tiefe der Oberschenkel tatsächlich in Luft aufgelöst.

InterContinental Davos, Wellness
Getrennt: der Innen- und Aussenpool.

Welch ein Hochgefühl! Allerdings wusste ich damals noch nicht, wie sich die Nachwehen dieser Massage anfühlen. Wie blaue Flecken, die man nicht sieht. Dennoch: Ich würde mich sofort wieder den kräftigen Händen «meiner» liebenswürdigen Masseurin anvertrauen. Natürlich werden auch viele andere Behandlungen angeboten, die eindeutig Wohlfühlcharakter haben. Aber «tiefgehende Schönheit» muss eben ein wenig leiden… ;-)

Die Restaurants

Nicht gelitten habe ich hingegen beim Abendessen im hoteleigenen japanischen Restaurant Matsu (Nachtrag: gibt es heute nicht mehr). Marinierten, nur kurz angebratenen Thunfisch gibt’s bei mir sonst nur während Malediven-Ferien. Das Matsu-Küchen-Team bekommt von uns aber 100 Punkte! Ebenso die Servicemitarbeiter.

InterContinental Davos, Matsu
Im Restaurant Matsu wird Japanisches aufgetischt.

Den Abend beschliessen wir im Studio Grigio, Bar und Restaurant im obersten Stock, von wo man tagsüber herrliche Sicht in die Berge hat und abends das Glitzern der Lichter von Davos sehen kann. Noch schöner ist es nur bei Vollmond, wenn die Berglandschaft in fahles Licht getaucht ist.

InterContinental Davos, Capricorn
Die offene Küche des Restaurants Capricorn. Hier gibt es Frühstück und Abendessen.

Wer Lust auf alpine Küche hat, wird im Restaurant Capricorn aufs richtige Menü stossen. Eine Spezialität ist die offen einsehbare Küche. Somit ist das Restaurant auch fürs Frühstück geeignet, denn Eier & Co. kann man hier direkt beim Koch bestellen.

Fazit

Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt, alle waren freundlich und hilfsbereit. Die Einrichtung der Zimmer und der öffentlichen Räume haben mir sehr gut gefallen – genauso die allerorten zu entdeckenden Kunstwerke von Florian Borkenhagen, Simon Wassermann und Peter Riek, die quasi Davos ins Haus holen.

Ganz bezaubernd finde ich «Wave Chandelier», die Lichtinstallation von Moritz Waldenmeyer, die im Eingangsbereich hängt. Sie erinnert – je nach Sichtweise – an Schnee, oder an Tautropfen, an Berge und Täler, an Wellen… Sie wirkt poetisch und durch ihre Grösse sehr opulent, aber wegen der Kleinteiligkeit dennoch luftig verspielt. Sehr schön.

Um auf die Eingangs erwähnte Zwiespältigkeit zurückzukommen: Mir gefällt das Innenleben und auch die Aussenansicht des Hauses, die Architektur und die kunstvollen Details. Aber der Standort… ich weiss nicht so recht… Da mag ich mich keiner Meinung anschliessen. Deshalb akzeptiere ich einfach, dass es dort steht, wo es jetzt ist und seinen Gästen die Annehmlichkeiten der Destination Davos bietet – im Sommer wie im Winter.

Infos zum AlpenGold Hotel Davos

AlpenGold Hotel Davos
Baslerstr. 9, CH-7260 Davos Dorf
Tel. Frontdesk +41 81 414 04 00
alpengoldhotel.com

Wir hoffen, dass wir die Gelegenheit bekommen, das Hotel unter neuer Aegide demnächst besuchen zu können. Solange bleibt dieser Beitrag online, weil wir annehmen, dass sich nicht sooo viel verändert hat…

© Text: Inge Jucker; Fotos: Heinz & Inge Jucker | TravelExperience.ch | 2014 | 2021

Offenlegung: Diese Reportage erfolgte auf Einladung des damaligen Hotels InterContinental Davos.