Neue Vorschriften in der Antarktis sorgen Seit 2011 für ein lachendes und ein weinendes Auge: Weniger Kreuzfahrer zugunsten des besser geschützten Ökosystems.
Antarktis: Der Kontinent der Pinguine 2
Zügelpinguine

Auch wenn wir die Spur von «Happy Feet», dem verirrten und wieder ausgesetzten Kaiserpinguin, nicht mehr verfolgen können, so hat er doch die Antarktis prominent ins Bewusstsein der Menschen zurückgerufen. Auf dem kältesten Kontinent der Erde wurde der Rekord von minus 89 Grad Celsius registriert und die Eiskappe misst etwa 29 Millionen Kubikkilometer, was beinahe 90 Prozent des gesamten Eises der Erde und 60 bis 70 Prozent des Süsswassers entspricht. Das grösste Reservoir der Welt gilt es also zu schützen.

Kreuzfahrt – meist die einzige Reiseart zu den Pinguinen

Die schönste und für den Normalreisenden einzige Art, die Antarktis «zu erobern», ist eine Kreuzfahrt. In der Saison 2009/2010 waren es insgesamt 36 881 Schiffsreisende, davon 1018 Schweizer, welche den Kontinent der Pinguine angesteuert haben. 2010/2011 waren es noch 19 445 Schiffsreisende, davon 475 Schweizer. Denn seit August 2011 sind keine Megaliner mehr in der Antarktis anzutreffen. Die IAATO (International Association of Antarctica Tour Operators) hat die Vorschrift eingeführt, wonach südlich des 60. Breitengrades keine mit Schweröl betriebenen Schiffe unterwegs sein dürfen. Es ist nicht einmal erlaubt, Schweröl in den Tanks nur mitzuführen. Für viele Schiffe – für die grossen sowieso – ist das von der IAATO erlaubte Marine-Dieselöl viel zu teuer.

Kleine Schiffe – mehr Zeit an Land

Das alles hat zur Folge, dass viel weniger Kreuzfahrer in die Antarktis reisen. Viele der verbliebenen Antarktis-Schiffe fahren mit weniger als 200 Gästen. Da eine weitere IAATO-Regel festlegt, dass sich gleichzeitig nur 100 Menschen an Land befinden dürfen, werden mit 200 Passagieren die Landgänge doppelt geführt. Das ermöglicht eine angenehme Organisation und Verweildauer. Mit weniger als 100 Passagieren ist die Reise optimal, doch das hat seinen Preis.

Für einmal ist man sich in Sachen Umweltschutz einig wie sonst nirgends. Und man kann es kaum glauben: Endlich wurde eine Vorsorgemassnahme umgesetzt, bevor etwas Schlimmes passiert ist! Mit den Auswirkungen sind offensichtlich auch die Veranstalter der Kreuzfahrten gewillt zu leben. Mehr denn je ist eine Antarktis-Kreuzfahrt eine an Faszination nicht zu überbietende Reise, die man einmal im Leben gemacht haben möchte. Selbst wenn man darauf sparen muss: Die Begegnung mit freilebenden Pinguinen und die Natur sind es auf alle Fälle wert!

Infos zur Antarktis

ANREISE: Viele Kreuzfahrten starten in Buenos Aires oder Ushuaia. In der Pauschalreise sind die entsprechenden Flüge inbegriffen.

BESTE REISEZEIT: Von Dezember bis März ist Sommer in der Antarktis und das Klima angenehm.

SCHIFFE: Alles über die Schiffe, die Routen, Anzahl Passagiere usw. erfahren Sie in Ihrem Reisebüro, das auch die Spezialisten für Polarkreuzfahrten kennt.

© Text & Fotos: Inge Jucker | TravelExperience.ch

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