Toskana & Umbrien per Cabrio – Teil 2

Der Genuss auf vier Rädern und oben ohne geht weiter – durch die Toskana bis nach Umbrien.
Italien, Toskana, blühender Mohn

Immer wieder geniessen wir den Anblick von Getreidefeldern mit blühendem Mohn.

Publiziert am 05. Juli 2016

Wir haben schon sooo viel erlebt und das angenehme Gefühl befällt uns, wir seien schon mindestens eine Woche lang unterwegs. Was wir bisher gesehen haben ist unter diesem Link zu finden. Ansonsten geht es jetzt weiter, nicht mit Dolcefarniente, aber genussreich.

TAG 3 – MONTE VIBIANO VECCHIO, CASTELLO MONTICELLI, TEATRO PICCOLO

Ein herrlicher Morgen begrüsst uns, die Sonne lacht, aber es ist ziemlich kalt, für Umbrien sehr ungewohnt kalt! Doch das schmälert das Erlebnis auf dem Weingut Monte Vibiano Vecchio überhaupt nicht. Es ist weltweit das erste mit «Greenhouse Emission Zero» zertifizierte Weingut. Mit Solar-Energie wird der gesamte Eigenbedarf an Strom gedeckt, die Traktoren fahren mit Biodiesel, für die Mitarbeiter gibt es eBikes, es kommt ausschliesslich organischer Dünger zum Einsatz... Und so erstaunt es nicht, dass wir mit Elektrowägelchen à la Golfcarts in die Weinberge düsen. Ein grosses Vergnügen für die Fahrer – wer auf der rückwärtigen Bank sitzt muss aufpassen, dass er nicht abgeworfen wird, wenn es über Stock und Stein geht. Aber Spass macht's auf jeden Fall.

Italien, Toskana, Monte Vibiano Vecchio, Wein, Oliven, elektro Caddy

Auf dem Weingut Monte Vibiano Vecchio fahren wir mit Elektrowägelchen durch den Weinberg und die Olivenplantage.

Italien, Toskana, Monte Vibiano Vecchio, Maria Camilla Fasola, Wein, Olivenöl

Maria Camilla Fasola präsentiert uns nicht nur ihren Wein, sondern auch das feine Olivenöl.

Zum Aufwärmen geht es in den Weinkeller, wo es tatsächlich wärmer ist, als draussen! Nach dieser Besichtigung (Stahltanks wie so vielerorts) ist das Hauptvergnügen angesagt: Weindegustation. Maria Camilla Fasola, die Tochter des Gutsbesitzers, macht uns nicht nur den Wein schmackhaft, sondern auch das Olivenöl, das sie als «flüssiges Gold» bezeichnet. Und in etwa so wird es auch behandelt! Mehr als 12 000 Olivenbäume liefern Früchte für die erste Kaltpressung. Dieses Öl wird ungefiltert abgefüllt, und zwar in 10-ml-Fläschchen. In einer Box kann man 108 solcher Fläschchen tiefgefroren erstehen. Zu Hause wandert die Schachtel wieder in den Tiefkühler, womit die Qualität bei der Abfüllung erhalten bleibt. Bei Bedarf holt man sich ein Fläschchen, wartet bis es aufgetaut ist und geniesst das flüssige Gold. Es schmeckt derart gut, dass wir uns – auch der Gesundheit wegen – in diese Unkosten gestürzt haben.

Ziemlich verblüfft, dass wir Olivenöl statt Wein gekauft haben, reisen wir weiter zum Castello Monticello zwischen Perugia und dem Lago Trasimeno. Die alten Mauern könnten eine über tausendjährige Geschichte erzählen – Besitzerin Ellen Krauser fasst sie für uns zusammen und nimmt uns auf eine Tour durchs Kastell mit. Wir sind von den Fresken in der kleinen Cappella di San Paolo beeindruckt. Und die Ferien-Räumlichkeiten im Castello begeistern uns! Da lässt es sich gut Ferien machen, schön ursprünglich und mit viel Fantasie kann man in vergangene Zeiten eintauchen.

Italien, Umbrien, Castello Monticelli

Das mittelalterliche Castello Monticelli gehört Ellen Krauser, die eine wunderbare Gastgeberin ist.

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Zum Mittagessen tischt uns Ellen schmackhafte einheimische Produkte auf. Hier schmecken die Tomaten wirklich noch nach Tomaten!

Italien, Umbrien, Castello Monticelli, Kapelle San Paolo

Zum Borgo gehört auch die Kapelle San Paolo mit ihren schönen Fresken.

Am liebsten würden wir ja noch lange in diesem alten Gemäuer bleiben und Ellen zuhören, aber es wartet noch das kleinste Theater der Welt auf uns. Es ist in Monte Castello di Vibio zu finden, wurde 1808 von Adelsfamilien ganz aus Holz erbaut und ist heute noch in Betrieb. Es hat 99 Plätze und alles sieht wirklich sehr mini aus. Aber hübsch und gepflegt, und da und dort kann man kleine «Scherze» entdecken, die sich der Maler geleistet hat. Beispielsweise die kleine schwarze Katze, die über den Vorhang äugt. Eduardo Brenci, der Manager des Theaters, führt uns auch noch durch den kleinen Ort und hinauf auf den Torre di Porta di Maggio, von dem man (bei schönem Wetter) eine grandiose Aussicht hat.

Vom langen Tag doch etwas müde, geniessen wir gleich in der Nähe unseres Hotels das Abendessen bei Pino, in seiner aussergewöhnlichen Wein- und Pasta-Bar. Für Liebhaber von Oldtimern ist es hier besonders interessant, denn das Lokal ist mit einem Old- und Youngtimer-Geschäft verknüpft...

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Das Teatro della Concordia, auch Teatro Piccolo genannt, von der Bühne aus betrachtet.

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Wie klein die Logen sind, sieht man erst, wenn die Mitreisenden die Sicht auf die Bühne proben.

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Da hat sich der Maler wohl einen kleinen Scherz erlaubt, aber Katzen-Fans gefällt er natürlich.

 

TAG 4 – ROCCA RIPASENA

Heute verlassen wir unsere Villa Il Patriarca. Die Trattoria des Hotels möchten wir aber doch noch kurz erwähnen. Wir haben dort ein einmalig gutes Carpaccio genossen, das seinesgleichen sucht. Das Lokal mit der grossen Feuerstelle, die den Köchen als Grill dient, ist sehr gemütlich.

Aber nun machen wir uns auf den Weg durch die wunderschöne, hügelige Landschaft Umbriens Richtung Orvieto. Im Weingut-Hotel Locanda Palazzone angekommen, beginnt das grosse Staunen. Stolz und wuchtig steht der alte Palazzo auf einem Hügel, umgeben von Weinbergen. Man hat das Gefühl, dieses Gemäuer ist durch nichts zu erschüttern. Möglicherweise handelt es sich um das älteste Hotel Italiens, denn das Haus wurde bereits im 13. Jahrhundert von Kardinal Teodorico auf Geheiss des Papstes Bonifatius VIII als Pilgerherberge erbaut.

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Das Locanda Palazzone wirkt mächtig und massiv...

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... und überrascht in seinem Inneren. Alt und Neu sind gekonnt kombiniert.

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Der Hausherr, Lodovico Dubini, führt uns auch durch die dazugehörige Weinkellerei, die von seinem Bruder betrieben wird.

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Die Aussicht vom Palazzone aus, die wunderbar würzige Luft, das Haus und das Dinner werden in guter Erinnerung bleiben...

1969 hat die Familie Dubini das Anwesen gekauft und auf 25 Hektaren Reben gepflanzt. Heute sind die sieben Suiten des innen komplett erneuerten Boutique-Hotels im minimalistisch skandinavischen Stil eingerichtet. Die modernen Materialien und Formen passen wunderbar in dieses alte Gemäuer. Nach der Besichtigung der Kellerei trifft sich das Reisegrüppchen vor dem grossen alten Kamin zum Aperitif, um dann gemütlich in ein wahres Gourmet-Abendessen überzugehen. Der junge Chef Salvatore Canargiu zaubert herrliche sechs Gänge aus regionalen Produkten, begleitet von den passenden Palazzone-Weinen... Was will man mehr?!


>>> Zu Teil 1 – Toskana per Cabrio


>>> Zu Teil 3 – Marken per Cabrio


Unter folgendem Link gibt es alle Infos und Adressen zur ganzen Reise!


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