Granada von seiner nervigen Seite

Eine Aufzeichnung aus meinem Reisetagebuch, während ich in Granada vor dem Eingang der Alhambra auf einer Parkbank sitze.

Die Alhambra thront über der Stadt Granada, im Hintergrund erheben sich die Schneeberge der Sierra Nevada.

Publiziert am 15. April 2017

Granada nervt mich nun schon zum zweiten Mal in meinem Leben – und wie! Vor 16 Jahren, ich hatte gerade meine Stelle als Chefredaktorin beim ReiseBlick angetreten, erschien «meine» erste Ausgabe mit der Stadt als Titelstory. Es ging um Nina Corti, Flamenco und Granada. Kurz nach neun der erste Anruf. Das Aufmacherbild sei falsch... Himmel, Granaten... was war da passiert?!

Ein Archiv-Dia auf dem laut und deutlich Granada stand, diente doppelseitig als Einstieg. Selber hatte ich die Stadt noch nie gesehen, ich musste mich auf die Beschriftung verlassen. Okay, es war nicht Granada auf dem Bild zu sehen, sondern Edinburgh. Ich hätte im Boden versinken mögen. Weil das nicht ging, habe ich mich halt tierisch genervt.

Heute sitze ich also auf einer Parkbank vor (!) dem Eingang zur Alhambra, schreibe diese Zeilen und füttere nebenher ein paar Tauben. Granada bzw. die Alhambra nervt mich wieder: Es gibt nicht mal mehr Tickets um nur den Garten zu besichtigen! Das kann doch nicht sein – wir haben ja nicht gerade Hochsaison!

Ein Polizist mit Schäferhund patrouilliert vorbei und kommt mir seeehr nahe. Wohl um die Tauben zu verscheuchen? Oder liest er meine Gedanken, wie ich die Alhambra verwünsche? Mein einziger Trost ist, dass ich gottlob nicht zu Fuss auf den Berg gewandert bin, sondern den Bus genommen habe. Man stelle sich vor, ich wäre eine Stunde bergwärts gegangen, um festzustellen, dass es keine Tickets mehr gibt. DAS wäre dann ein Ärger gewesen...!

Meine wärmste Empfehlung: Sobald Sie wissen, an welchem Tag Sie in Granada sein werden, sofort von Zuhause aus ein Ticket kaufen! Entweder bei der Alhambra-Betriebsgesellschaft direkt (3 Stunden/45 Euros) oder bei Feel-The-City-Tours (3 Stunden/44 Euros).

Und dann: Viel Vergnügen in der Alhambra! – Und denken Sie an mich. Ich war noch immer nicht dort...


PS: Der Bus hinauf zur Alhambra startet hinter dem Denkmal an der Plaza Isabel la Catolica. Nur dort hat man eine Chance, überhaupt in den Bus C3 einsteigen zu können, weil es sich um die Endstation in der Stadt handelt. Auf halbem Weg hält der Bus oft gar nicht mehr, weil er schon überfüllt ist.

© Text & Foto: Inge Jucker | Travel-Experience.ch

 

 


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